326

Dritter Abschnitt
Revenuen zufallen. Dies ist keineswegs identisch mit der Zusammen-
setzung des Wertes aus diesen drei „Bestandteilen.“ Wenn ich die
Größe dreier verschiedener gerader Linien selbständig bestimme und
dann aus diesen drei Linien als „Bestandteilen“ eine vierte gerade
Linie bilde, die gleich der Größe ihrer Summe ist, so ist das keines-
wegs dieselbe Prozedur, als wenn ich anderseits eine gegebene gerade
Linie vor mir habe und diese zu irgendwelchem Behuf in drei ver-
schiedene Teile teile, gewissermaßen „auflöse‘“, Die Größe der Linie
im ersten Fall wechselt durchweg mit der Größe der drei Linien, deren
Summe sie bildet; die Größe der drei Linienteile im letzten Fall ist
von vornherein dadurch begrenzt, daß sie Teile einer Linie von ge-
gebener Größe bilden.
In der Tat aber, soweit wir an dem Richtigen von A. Smiths
Darstellung festhalten, daß der im jährlichen Warenprodukt der
Gesellschaft (wie in jeder einzelnen Ware, oder wie im Tages-,
Wochenprodukt ete.) enthaltene, durch die Jahresarbeit neu
geschaffene Wert gleich ist dem Wert des vorgeschossenen.
variablen Kapitals (also dem wieder zu Ankauf von Arbeitskraft
bestimmten Wertteil) plus dem Mehrwert, den der Kapitalist reali-
sieren kann — bei einfacher Reproduktion und sonst gleichbleibenden
Umständen —- in Mitteln seiner individuellen Konsumtion, wenn wir
ferner daran festhalten, daß A. Smith zusammenwirft die Arbeit,
Soweit sie Wert schafft, Verausgabung von Arbeitskraft ist — und
die Arbeit, soweit sie Gebrauchswert schafft, das heißt in nützlicher,
zweckmäßiger Form verausgabt wird —, 80 kommt die ganze Vor-
stellung darauf hinaus: Der Wert jeder Ware ist. das’Produkt der Ar-
beit, also auch der Wert des Produkts der Jahresarbeit oder der Wert
des jährlichen gesellschaftlichen Warenprodukts. Da alle Arbeit aber
sich auflöst in 1. notwendige Arbeitszeit, worin. der Arbeiter bloß ein
Aequivalent reproduziert für das in Ankauf seiner Arbeitskraft vor-
geschossene Kapital, und 2. Mehrarbeit, wodurch er einen Wert für
den Kapitalisten liefert, wofür dieser kein Aequivalent zahlt, also
Mehrwert, so kann sich aller Warenwert nur in diese zwei ver-
schiedenen Bestandteile auflösen und bildet also schließlich als
Arbeitslohn die Revenue der Arbeiterklasse, als Mehrwert die der
Kapitalistenklasse. Was aber den konstanten Kapitalwert angeht,
das heißt den Wert der in der Produktion des Jahresprodukts auf-
gezehrten Produktionsmittel, so kann zwar nicht gesagt werden
(außer der Phrase, daß der Kapitalist dem Käufer ihn anrechnet bei
Verkauf seiner Ware), wie dieser Wert in den Wert des neuen Pro-
dukts hineinkommt, aber schließlich — ultimately — kann dieser
Wertteil, da die Produktionsmittel selbst Produkt der Arbeit sind,
doch selbst wieder nur bestehen aus Aequivalent des. variablen
Kapitals und aus Mehrwert, aus Produkt von notwendiger Arbeit
und von Mehrarbeit. Wenn die Werte dieser Produktionsmittel in
der Hand ihrer Anwender als Kapitalwerte fungieren, so hindert
das nicht, daß sie „ursprünglich‘, und wenn man ihnen auf den