Neunzehntes Kapitel

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Grund geht, in einer andern Hand — wenn auch früher — in dieselben
beiden Werte zerfällbar waren, also in zwei verschiedene Revenue-
quellen.

Ein richtiger Punkt hierin ist: daß in der Bewegung des gesell-
schaftlichen Kapitals — das heißt der Gesamtheit der individuellen
Kapitale — die Sache sich anders darstellt, als sie sich für jedes
individuelle Kapital, besonders betrachtet, also vom Standpunkt
jedes einzelnen Kapitalisten darstellt. Für letzteren löst sich der
Warenwert auf 1. in ein konstantes Element (viertes, wie Smith
sagt) und 2. in die Summe von Arbeitslohn und Mehrwert, respektive
Arbeitslohn, Profit und Grundrente. Vom gesellschaftlichen Stand-
punkt aus verschwindet dagegen Smiths viertes Element, der kon-
stante Kapitalwert. 40°

5. Zusammenfassung.

_ Die abgeschmackte Formel, daß die drei Revenuen, Arbeits-
lohn, Profit, Rente, drei „Bestandteile“ des Warenwerts bilden, ent-
springt bei A. Smith aus der plausibleren [annehmbareren], daß der
Warenwert resolves itself, sich auflöst in diese drei Bestandteile.
Auch dies ist falsch, selbst, vorausgesetzt der Warenwert sei nur
teilbar in das Aequivalent der verbrauchten Arbeitskraft und den
von letzterer geschaffenen Mehrwert. Aber der Irrtum ruht hier
wieder auf einer tieferen, wahren Grundlage. Die kapitalistische
Produktion beruht darauf, daß der produktive Arbeiter seine eigene
Arbeitskraft als seine Ware dem Kapitalisten verkauft, in dessen
Händen sie dann bloß als ein Element seines produktiven Kapitals
fungiert. Diese der Zirkulation angehörige Transaktion — Verkauf
und Kauf der Arbeitskraft — leitet nicht nur den Produktionsprozeß
ein, sondern. bestimmt implizite seinen spezifischen Charakter. Die
Produktion eines Gebrauchswerts und selbst die einer Ware (denn
diese kann auch seitens unabhängiger produktiver Arbeiter vorgehen)
ist hier nur Mittel für die Produktion von absolutem und relativem
Mehrwert für den Kapitalisten. Wir haben daher bei Analyse des
Produktionsprozesses gesehen, wie die Produktion von absolutem
und relativem Mehrwert 1. die Dauer des täglichen Arbeitsprozesses,
2. die ganze gesellschaftliche und technische Gestaltung des kapitali-
stischen Produktionsprozesses bestimmt. Innerhalb dieses selbst
verwirklicht sich die Unterscheidung zwischen bloßer Erhaltung von
Wert (des konstanten Kapitalwerts), wirklicher Reproduktion von
vorgeschossenem Wert (Aequivalent der Arbeitskraft) und Produk-
tion. von Mehrwert, das heißt von Wert, wofür der Kapitalist kein
Aequivalent weder vorher vorgeschossen hat noch post festum [nach-
bräglich] vorschießt.

400 Inwiefern dies für die der individuellen Konsumtion dienenden Pro-
dukte gilt, wird unten ausgeführt, s. 20. Kapitel, VII, S. 363, 364, inwie-
weit für das Gesamtwertprodukt, ebendort S, 365. K.