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Dritter Abschnitt
seiner eigenen tieferen Einsicht tut, die Wertgröße der Ware post
festum durch Addition der Bestandteile hervorgebracht.

Ramsay bemerkt gegen Ricardo: „Ricardo vergißt, daß das ganze
Produkt nicht nur zwischen Arbeitslohn und Profit sich verteilt,
sondern daß auch ein Teil nötig ist zum Ersatz des fixen Kapitals,‘ 410
{„An Essay on the Distribution of Wealth. Edinburgh 1836“, p. 174,
Note.) Ramsay versteht unter fixem Kapital dasselbe, was ich unter
konstantem verstehe: „Fixes Kapital existiert in einer Form, in der
68 zwar zur Herstellung der in Arbeit begriffenen Ware beiträgt,
aber nicht zum Unterhalt der Arbeiter.“ (p. 5941b.)

A. Smith sträubte sich gegen die notwendige Konsequenz seiner
Auflösung des Warenwerts, also auch des Wertes des gesellschaftlichen
Jahresprodukts, in Arbeitslohn und Mehrwert, also in bloße Revenue:
die Konsequenz, daß alsdann das ganze Jahresprodukt verzehrt wer-
den könne. Es sind nie die originellen Denker, welche die absurden
Konsequenzen ziehen. Sie überlassen das den Says und MacCullochs.

Say macht sich die Sache in der Tat leicht genug. Was für den
einen Kapitalvorschuß, ist für den andern Revenue und Nettopro-
dukt oder war es; der Unterschied zwischen Brutto- und Nettopro-
dukt ist rein subjektiv, und „so hat sich der Gesamtwert aller Produkte
in der Gesellschaft als Revenue verteilt‘. (Say: „Traite d’Economie
Politique1817“, TT, p. 69.) „Der Gesamtwert eines jeden Produkts setzt
sich zusammen aus den Profiten der Grundbesitzer, der Kapitalisten
und der Gewerbfleißigen“ (der Arbeitslohn figuriert, hier als profits
des industrieux, Profite der Gewerbfleißigen!), „die zu seiner Her-
stellung beigetragen haben. Dies macht, daß die Revenue der Ge-

sellschaft gleich ist dem produzierten Bruttowert, nicht wie die
Sekte der Oekonomisten‘ (die Physiokraten) „meinten, nur gleich
jem Nettoprodukt des Bodens.“ (p. 63.)

Diese Entdeckung Says hat unter anderem auch Proudhon sich
angeeignet.

Storch, der ebenfalls A. Smiths Doktrin im Prinzip akzeptiert,
findet jedoch, daß Says Nutzanwendung nicht haltbar ist. „Wenn
man zugibt, daß die Revenue einer Nation ihrem Bruttoprodukt
gleich ist, das heißt kein Kapital“ (soll heißen kein konstantes Kapital)
„in Abzug zu bringen ist, so muß man auch zugeben, daß diese Nation
den ganzen Wert ihres jährlichen Produkts unproduktiv verzehren
kann, ohne ihrer zukünftigen Revenue den geringsten Abbruch zu
tun [p. 147.1]... Die Produkte, die das“ (konstante) „Kapital einer
Nation ausmachen, sind nicht konsumabel.““ (Storch: „Considerations
zur la nature du revenu national. Paris 1824‘, p. 150.)

. 412 Wörtlich lautet der Satz bei Ramsay: „Ricardo. . . scheint immer nur
anzunehmen, daß das ganze Produkt sich zwischen Arbeitelohn und Profit
verteilt, und er vergißt den Teil, der nötig ist zum Ersatz des fixen Kapitals.“

K.
41b In der Engelsschen Ausgabe steht „53“. K.