Zwanzigstes Kapitel

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gesellschaftlichen Arbeitskraft, also gleich der Summe der dafür ge-
zahlten Arbeitslöhne, Dem Stoff nach betrachtet, besteht es aus der
sich betätigenden Arbeitskraft selbst, das heißt aus der von diesem
Kapitalwert in Bewegung gesetzten lebendigen Arbeit. '

2. Konstantes Kapital, das heißt den Wert aller zur Produk-
tion in diesem Zweig angewandten Produktionsmittel. Diese zerfallen
ihrerseits wieder in fixes Kapital: Maschinen, Arbeitswerkzeuge,
Baulichkeiten, Arbeitsvieh efec., und in zirkulierendes konstantes
Kapital: Produktionsmaterialien, wie Roh- und Hilfsstoffe, Halb-
fabrikate ete.

Der Wert des mit Hilfe dieses Kapitals in jeder der beiden Ab-
teilungen erzeugten gesamten Jahresprodukts zerfällt in einen Wert-
teil, der das in der Produktion aufgezehrte und seinem Wert nach
auf das Produkt nur übertragene konstante Kapital c darstellt, und
in den durch die gesamte Jahresarbeit zugesetzten Wertteil. Dieser
lefztere zerfällt wieder in den Ersatz des vorgeschossenen variablen
Kapitals v und in den Ueberschuß darüber, der den Mehrwert m
bildet. Wie der Wert jeder einzelnen Ware, so zerfällt also auch
der des gesamten Jahresprodukts jeder Abteilung in © + v + m.

Der Wertteil c, der das in der Produktion verzehrte konstante
Kapital darstellt, deckt sich nicht mit dem Wert des in der Produk-
tion angewandten konstanten Kapitals. Die Produktionsstoffe
sind zwar ganz verzehrt und ihr Wert ist daher ganz auf das Produkt
übertragen. Aber nur ein Teil des angewandten fixen Kapitals ist
ganz verzehrt, sein Wert daher auf das Produkt übergesangen. Ein
anderer Teil des fixen Kapitals, Maschinen, Gebäude etc. existiert
und fungiert fort, nach wie vor, wenn auch mit durch den Jahres-
verschleiß vermindertem Wert. Dieser fortfungierende Teil des fixen
Kapitals existiert nicht für uns, wenn wir den Produktenwert be-
trachten. Er bildet einen von diesem neuproduzierten Warenwert
unabhängigen, neben ihm vorhandenen Teil des Kapitalwerts. Dies
zeigte sich bereits bei Betrachtung des Produktenwerts eines Einzel-
kapitals (Buch I, Kapitel VI, 2. Aufl., 8.192. V. S. 156,157). Hier müssen
wir jedoch vorläufig von der dort angewandten Betrachtungsweise
abstrahieren. Wir sahen bei Betrachtung des Produktenwerts des
Einzelkapitals, daß der dem fixen Kapital durch Verschleiß entzogene
Wert sich auf das während der Verschleißzeit erzeugte Warenpro-
dukt überträgt, einerlei ob ein Teil dieses fixen Kapitals während
dieser Zeit in natura aus diesem übertragenen Wert ersetzt wird oder
nicht. Dagegen sind wir hier, bei Betrachtung des gesellschaftlichen
Gesamtprodukts und seines Wertes, genötigt, wenigstens vorläufig
von dem durch Verschleiß von fixem Kapital während des Jahres
auf das Jahresprodukt übertragenen Wertteil zu abstrahieren, so-
weit dies fixe Kapital nicht während des Jahres auch wieder in natura
ersetzt worden ist. In einem späteren Abschnitt dieses Kapitels
werden wir dann diesen Punkt getrennt erörtern.