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Zwanzigstes Kapitel

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solche Deplacierung würde momentane Störungen hervorrufen.
Zweitens aber würde (soweit Ausdehnung und Intensivierung der
Arbeit zunehmen) I mehr Wert gegen weniger Wert von II auszu-
tauschen haben, also eine Depreciation [Entwertung] des Produkts
von I stattünden.

Umgekehrt im zweiten Fall, wo I seine Produktion kontrahieren
muß, was Krise für die darin beschäftigten Arbeiter und Kapitalisten
bedeutet, oder Ueberschuß liefert, was wieder Krise. An und für
sich sind solche Ueberschüsse kein Uebel, sondern ein Vorteil: sind
aber Uebel in der kapitalistischen Produktion.

Der auswärtige Handel könnte in beiden Fällen aushelfen, im
ersten Fall, um die in Geldform festgehaltene Ware I in Konsum-
tionsmittel umzusetzen, im zweiten Fall, um den Ueberschuß in Ware
abzusetzen. Aber der auswärtige Handel, soweit er nicht bloß Ele-
mente (auch dem Wert nach) ersetzt, verlegt nur die Widersprüche
auf ausgedehntere Sphäre, eröffnet ihnen größeren Spielkreis.

Ist die kapitalistische Form der Reproduktion einmal beseitigt,
so kommt die Sache darauf hinaus, daß die Größe des absterbenden
und daher in natura zu ersetzenden Teils des fixen Kapitals (hier
des in der Erzeugung der Konsumtionsmittel fungierenden) in ver-
schiedenen sukzessiven Jahren wechselt. Ist er in einem Jahr sehr
groß (über die Durchschnittssterblichkeit, wie bei den Menschen), so
im folgenden sicher um so geringer. Die zur jährlichen Produktion
der Konsumtionsmittel nötige Masse von Rohstoffen, Halbfabrikaten
und Hilfsstoffen — sonst gleichbleibende Umstände vorausgesetzt —
nimmt deswegen nicht ab; die Gesamtproduktion der Produktions-
mittel müßte also im einen Fall zunehmen, im andern abnehmen.
Diesem kann nur abgeholfen werden durch fortwährende relative
Ueberproduktion; einerseits ein gewisses Quantum fixes Kapital, das
mehr produziert wird, als direkt nötig ist; anderseits und namentlich
Vorrat von Rohstoff etc., der über die unmittelbaren jährlichen Be-
dürfnisse hinausgeht (dies gilt ganz besonders von Lebensmitteln).
Solche Art Ueberproduktion ist gleich mit Kontrolle der Gesell-
schaft über die gegenständlichen Mittel ihrer eigenen Reproduktion.
Innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft aber ist sie ein anarchi-
sches Element.

Dies Beispiel vom fixen Kapital — bei gleichbleibender Stufen-
leiter der Reproduktion — ist schlagend. Mißverhältnis in der Pro-
duktion von fixem und zirkulierendem Kapital ist einer der Lieb-
lingsgründe der Oekonomen, um die Krisen zu erklären. Daß solches
Mißverhältnis bei bloßer Erhaltung des fixen Kapitals entspringen
kann und muß — ist ihnen etwas Neues; daß sie entspringen kann
und muß bei Voraussetzung einer idealen Normalproduktion, bei ein-
facher Reproduktion des bereits fungierenden gesellschaftlichen Ka-
pitals.