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Dritter Abschnitt
müssen, Der Rückfluß könnte also höchstens erklären, warum die
Kapitalisten durch die Operation nicht ärmer, keineswegs aber, war-
um sie dadurch. reicher geworden. ;

. Eine andere Frage ist allerdings, wie die Kapitalisten die 100 Pfd.
Sterl. Geld besitzen, und warum die Arbeiter, statt selbst für eigene
Rechnung Waren zu produzieren, gezwungen sind, ihre Arbeitskraft
gegen diese 100 Pfd. Sterl. auszutauschen. Aber dies ist etwas, was
sich für einen Denker vom Kaliber [der Beschaffenheit] Destutts
von selbst versteht.

Destutt ist selbst nicht ganz befriedigt mit dieser Lösung. Er
hatte uns ja nicht gesagt, daß man sich dadurch bereichert, daß
man eine Geldsumme von 100 Pfd. Sterl. ausgibt und dann
eine Geldsumme von 100 Pfd. Sterl. wieder einnimmt, also nicht
durch den Rückfluß von 100 Pfd., Sterl. Geld, der ja nur zeigt,
warum die 100 Pifd. Sterl. Geld nicht verlorengehen. Er hatte
uns gesagt, daß die Kapitalisten sich bereichern, „indem sie
alles, was sie produzieren, teurer verkaufen, als es ihnen zu kaufen
gekostet hat“, N

Also müssen sich auch die Kapitalisten in ihrer Transaktion mit
den Arbeitern dadurch bereichern, daß sie denselben zu teuer. ver-
kaufen. Vortrefflich! „Sie zahlen Arbeitslohn... und alles das
fießt ihnen zurück durch die Ausgaben aller dieser Leute, die ihnen‘
(die Produkte) ‚teurer bezahlen, als sie ihnen‘ (den Kapitalisten)
„vermittels dieses Arbeitslohnes gekostet haben.‘ (p. 240.) Also
die Kapitalisten zahlen 100 Pfd. Sterl. Lohn an die Arbeiter, und
dann verkaufen sie den Arbeitern ihr eigenes Produkt zu 120 Pfd.
Sterl., so daß ihnen nicht nur die100 Pfd. Sterl. zurückfließen, sondern
noch 20 Pfd. Sterl. gewonnen. werden? Dies ist unmöglich. Die Ar-
beiter können nur mit dem Geld zahlen, das sie in Form von Arbeits-
lohn erhalten haben. Wenn sie 100 Pfd. Sterl. Lohn von den Kapi-
talisten erhalten, können sie nur für 100 Pfd. Sterl. kaufen und nicht
für 120 Pfd. Sterl. Also auf diese Weise ginge die Sache nicht. Es
gibt aber noch einen andern Weg. Die Arbeiter kaufen von den
Kapitalisten Ware für 100 Pfd. Sterl., erhalten aber in der Tat
nur Ware zum Wert von 80 Pfd. Sterl. Sie sind daher un-
bedingt um 20 Pfd. Sterl. gepreilt. Und der Kapitalist hat sich
unbedingt um 20 Pfd. Sterl. bereichert, weil er die Arbeitskraft
batsächlich 20% unter ihrem Wert gezahlt oder einen Abzug
vom nominellen Arbeitslohn zum Belauf von 20 % auf einem
Umweg gemacht hat.

Die Kapitalistenklasse würde dasselbe Ziel erreichen, wenn sie
von vornherein den Arbeitern nur 80 Pfd. Sterl. Lohn zahlte und ihnen
hinterher für diese 80 Pfd, Sterl. Geld in der Tat 80 Pfd. Sterl. Waren-
wert lieferte. Dies scheint — die ganze Klasse betrachtet — der nor-
male Weg, da nach Herrn Destutt selbst die Arbeiterklasse „genügen“
den Lohn“ (p. 219) erhalten muß, da dieser Lohn wenigstens hin-
reichen muß, um ihre Existenz und Werktätigkeit zu erhalten, „sich