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Einundzwanzigstes Kapitel

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Es ist in Buch I [2. Aufl., S. 653, V. 8. 566 ff.] weitläufig aus-
einandergesetzt, wie Arbeitskraft auf Basis der kapitalistischen Pro-
duktion immer vorrätig ist und wie, wenn nötig, ohne Vergrößerung der
beschäftigten Anzahl Arbeiter oder Masse Arbeitskraft mehr Arbeit
Aüssig gemacht werden kann. Es ist daher vor der Hand nicht nötig,
weiter hierauf einzugehen, vielmehr anzunehmen, daß der in variables
Kapital verwandelbare Teil des neugebildeten Geldkapitals immer die
Arbeitskraft vorfindet, worin es sich verwandeln soll. Es ist eben-
falls in Buch I [2. Aufl., 5.622, V. S.534 ff.] auseinandergesetzt worden,
wie ein gegebenes Kapital ohne Akkumulation innerhalb gewisser
Grenzen seinen Produktionsumfang erweitern kann. Hier aber handelt
es sich um Kapitalakkumulation im spezifischen Sinn, so daß die
Erweiterung der Produktion bedingt ist durch Verwandlung von Mehr-
wert in zuschüssiges Kapital, also auch durch erweiterte Kapital-
basis der Produktion.

Der Goldproduzent kann einen Teil seines goldenen Mehrwerts
als virtuelles Geldkapital akkumulieren ; sobald es den nötigen Um-
fang erreicht, kann er es direkt in neues variables Kapital umsetzen,
ohne daß er dazu erst sein Mehrprodukt verkaufen muß; ebenso kann
er es umsetzen. in Elemente des konstanten Kapitals. Doch muß
er im letzteren Fall diese sachlichen Elemente seines konstanten Ka-
pitals vorfinden; sei es, wie bei der bisherigen Darstellung angenom-
men wurde, daß jeder Produzent auf Lager arbeitet und dann seine
fertige Ware’auf den Markt bringt, sei es, daß er auf Bestellung ar-
beitet. Die reale Erweiterung der Produktion, das heißt das Mehr-
produkt, ist in beiden Fällen vorausgesetzt, das eine Mal als wirklich
vorhanden, das andere Mal als virtuell vorhanden, lieferbar.
Il. Akkumulation in Abteilung Il.

Wir haben bisher vorausgesetzt, daß die A, A’, A’ (I) ihr Mehr-
produkt verkaufen an die B, B’, B” etc., die derselben Abteilung I
angehören. Gesetzt aber, A (I) vergolde sein Mehrprodukt durch
Verkauf an einen B aus Abteilung II. Dies kann nur dadurch ge-
schehen, daß, nachdem A (I) an B (II) Produktionsmittel verkauft,
er nicht hinterher Konsumtionsmittel kauft, also nur durch ein-
seitigen Verkauf seinerseits. Sofern nun IIc aus Form von Waren-
kapital in die Naturalform von produktivem konstantem Kapital nur
umsetzbar dadurch, daß nicht nur Iv, sondern auch wenigstens ein
Teil von Im sich umsetzt gegen einen Teil von IIe, welches IIc in Form
von Konsumtionsmitteln existiert, nun aber A sein Im dadurch ver-
goldet, daß dieser Umsatz nicht vollzogen wird, unser A. vielmehr
das im Verkauf seines Im von II gelöste Geld der Zirkulation entzieht,
statt es in Kauf von Konsumtionsmitteln IIc umzusetzen — so findet
zwar auf Seite des A (I) Bildung von zusätzlichem virtuellem Geld-
kapital statt; aber auf der andern Seite liegt ein dem Wertumfang
nach gleicher Teil des konstanten Kapitals von B (II) fest in der Form
von Warenkapital, ohne sich in die Naturalform von produktivem

Das Kanital. II.