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Dritter Abschnitt
[vorübergehend] festzuhalten. Da aber bei der Darstellung des Sche-
mas alles Geld und alle Waren sich von vornherein ausschließlich in
den Händen der Kapitalisten I und II befinden, weder Kaufmann
noch Geldhändler noch Bankier noch bloß konsumierende und nicht
direkt in der Warenproduktion beteiligte Klassen hier existieren —
so ist ebenfalls die beständige Bildung von Warenlagern hier in den
Händen ihrer respektiven Produzenten selbst unentbehrlich, um die
Maschinerie der Reproduktion in Gang zu halten. Die 500 IIe, die
auf Lager der Kapitalisten II liegen, stellen also den Warenvorrat
an Konsumtionsmitteln dar, der die Kontinuität des in die Repro-
duktion eingeschlossenen Konsumtionsprozesses vermittelt, hier also
den Uebergang eines Jahres ins andere. Der Konsumtionsfonds, der
hier noch in den Händen seiner Verkäufer und zugleich Produzenten
befindlich ist, kann nicht dieses Jahr auf Null herabsinken, um näch-
stes Jahr mit Null zu beginnen, so wenig dies beim Uebergang vom heuti-
gen Tag zum folgenden der Fall sein kann. Da beständige Neubildung
solcher Warenlager, wenn auch in wechselndem Umfang, statthaben
muß, so müssen unsere kapitalistischen Produzenten II ein Geld-
reservekapital haben, das sie befähigt, mit ihrem Produktionsprozeß
fortzufahren, obgleich ein Teil ihres produktiven Kapitals vorüber-
gehend festliegt in Warenform. Sie verbinden ja der Voraussetzung
nach das ganze Kaufmannsgeschäft mit dem Produktionsgeschäft;
sie müssen also auch über das zusätzliche Geldkapital verfügen, das
bei Verselbständigung der einzelnen Funktionen des Reproduktions-
Prozesses unter verschiedene Sorten von Kapitalisten sich in den
Händen der Kaufleute befindet.

Es ist hierauf zu erwidern: 1. solche Vorratbildung und ihre
Notwendigkeit gilt für alle Kapitalisten, sowohl I wie II. Als bloße
Warenverkäufer betrachtet, unterscheiden sie sich nur dadurch, daß
sie Waren verschiedener Sorten verkaufen. Der Vorrat in Waren II
unterstellt einen früheren Vorrat in Waren I. Vernachlässigen wir
diesen Vorrat auf der einen Seite, so müssen wir es auch auf der
andern, Ziehen wir ihn aber auf beiden Seiten in Betracht, so wird
am Problem nichts geändert. — 2. Wie dies Jahr auf Seite II mit
einem Warenvorrat für nächstes abschließt, so hat es begonnen mit
einem Warenvorrat auf derselben Seite, überliefert vom vorigen Jahr.
Bei Analyse der jährlichen Reproduktion — auf ihren abstraktesten
Ausdruck reduziert — müssen wir ihn also beidemal streichen. Indem
wir diesem Jahr seine ganze Produktion lassen, also auch das, was es
als Warenvorrat an nächstes Jahr abgibt, nehmen wir ihm aber auch
anderseits den Warenvorrat, den es vom vorigen Jahr bekommen, und
haben damit in der Tat das Gesamtprodukt eines Durchschnitts-
jahres als Gegenstand der Analyse vor uns. — 3. Der einfache Um-
stand, daß die Schwierigkeit, die umgangen werden soll, uns nicht
aufstieß bei Betrachtung der einfachen Reproduktion, beweist,
daß es sich um ein spezifisches Phänomen handelt, das nur
der verschiedenen Gruppierung (mit Bezug auf Reproduktion)