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        <title>Binnengrosshandel</title>
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        EIGENTUM
INSTITUTS
17
‚|WELTWIRTS CHAF}
_ ___ KIEL
BIBLIOTHEK

IV 4977
        <pb n="2" />
        RKW

RATIONALISIERUNGS-KURATORIUM
DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT (RKW) E. V.

DIE DEUTSCHE FISCHWIRTSCHAFT

Bericht über eine Untersuchung der Kienbaum-Unternehmensberatung

vom 30. Oktober 1958

Berichtsteil V

BINNENGROSSHANDEL

BEUTH-VERTRIEB GMBH., BERLIN W 15, UHLANDSTRASSE 175
KÖLN, FRIESENPL. 16 - FRANKFURT (MAIN), GUTLEUTSTRASSE 163-167
        <pb n="3" />
        RKW

RATIONALISIERUNGS-KURATORIUM
DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT (RKW) E. V.

DIE DEUTSCHE FISCHWIRTSCHAFI

Bericht über eine Untersuchung der Kienbaumvom
 30. Oktober 1958

Unternehmensberatung

Berichtsteil V

BINNENGROSSHANDEL

2.67

wa
wBA wie

aa

BEUTH-VERTRIEB GMBH., BERLIN W 15, UHLANDSTRASSE 175
KÖLN, FRIESENPL. 16 - FRANKFURT (MAIN), GUTLEUTSTRASSE 163-167
        <pb n="4" />
        INHALTSVERZEICHNIS
LE

Auftrag und Auftragsdurchführung
11 Auftrag
12 Umfang der Untersuchung
13 Methodik der Untersuchung
14 Aufgabenstellung im Bereich Binnengroßhandel
Allgemeine Situation

21
22
25
24
25

Untersuchte Betriebe
Absatzprogramm
Wirtschaftliche Lage
Wirtschaftliche Verhaltensweise
Entwicklung der Branche
Ergebnisse der Untersuchung

3°

Versorgung

311 Gliederung des Einkaufes nach Arten
312 Gliederung nach Märkten
313 Gliederung nach Lieferantenarten
314 Versorgungsschwankungen
315 Verhältnis Einkaufsmengen zu Preisen
316 Einkaufsgesichtspunkte
Materialfluß
Antransport von der Küste
Entladen der Transportmittel
Bearbeitungsvorgänge
Verpackungsvorgänge und -mittel
Lagerung und Kühlung
Transport zum Kunden
Technische Einrichtungen

321
322
325
324
325
326
327

Rn
wi

Absatz

551
332

Gliederung des Absatzes nach Arten
Umsatzgliederung
3321 nach Kundenarten und -größenklassen
3322 nach Zahlungsweise
Vertriebsorganisation
werbung
Xonkurrenzbedingungen
Yalkulation und Preisbildung
Absatzschwankungen
Absatzmöglichkeiten

2303
za
255
3536
21
338

3
5
5
z
+
BE
5
m;
5

S

3
3
5 3
3 9
SS 10
Ss 12
12

x —

5

12
15
13
ı4
14
15
15
15
17
1

5
3

S

5

x
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"
&amp;gt;55

19
20
22
22
22
22
23
ol
24
25
25
6
DT

3

3
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2
&amp;gt;
3
S
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Re
        <pb n="5" />
        INHALTSVERZEICHNIS
-
2

a

Erlöse und Kosten
340 Stand des Rechnungswesens
341 Erlösstruktur nach Warenarten und
Handelsspannen

342

Kostenstruktur

3421 Materialkosten
3422 Personalkosten
3423 Kraftfahrzeugkosten
z424 Sonstige Kosten
3425 Abschreibungen
3426 Vertriebssonderkosten
Ergebnisrechnung

343

3431 Betriebsergebnis
34%2 Neutrales Ergebnis
3433 Unternehmensergebnis
344 Vermögens-: und Kapitalverhältnisse
Qualitätsgesichtspunkte
Wechselbeziehungen
361 zum Küstengroßhandel
36€) zur Industrie
363 zum Einzelhandel

25
26

Beurteilung der Untersuchungsergebnisse
41 Handelsware
42 Materialversorgung und Materialfluß
43 Absatz
44 Qualität
45 Wirtschaftlichkeit

Vorschläge

&amp;gt;5lı
52
53
z4

Warenarten
Materialfluß
Absatz
Wirtschaftlichkeit

3 28
Ss 28

3 28
5 29
S 29
3 29
53 50
3 20
3 20
S 30
Ss 31

531
S 31
S n
31
32
. 33
S 35
S Zu
S %
36

S
Ss

S 36
S 38
3 39
Ss A1
S 42
S 43
S 43
3 43
S hl
Ss 45
8 46

Schlußbemerkung
        <pb n="6" />
        GLIEDERUNG

AUFTRAG UND AUFTRAGSDURCHFÜHRUNG

ALLGEMEINE SITUATION

ERGEBNISSE DER UNTERSUCHUNG

BEURTEILUNG DER UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE

VORSCHLÄGE

}

SCHLUSSBEMERKUNG
        <pb n="7" />
        AUFTRAG UND AUFTRA GSDURCHFÜHRUNG
Annan

LL

Auftrag

Am 29. März 1957 erteilte mir das

RATIONALISIERUNGSKURATORIUM
DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT - R KW
Frankfurt (Main)

in Übereinstimmung mit den

VERBÄNDEN DER FISCHWIRTSCHAFT

Jen Auftrag zur Durchführung einer Untersuchung in der

FISCHWIRTSCHAFT

Im Rahmen dieses Demonstrationsprojektes Fischwirtschaft
sollte eine zusammengefaßte grundsätzliche Untersuchung
des Gesamtbereiches der Fischwirtschaft vom Fang bis zum
Einzelhandel durchgeführt werden. Dabei sollte Zielsetzung
der durchzuführenden Untersuchung sein, alle nur möglichen
Ansatzpunkte für eine Rationalisierung der Fischwirtschaft
in allen Bereichen unter einheitlichen übergeordneten Gesichtspunkten
 zu erarbeiten und Wege für die Lösungen der
erkannten Probleme aufzuzeigen.

Die Untersuchung war in ihrer Grundkonzeption als

Materialflußuntersuchung

zedacht.
        <pb n="8" />
        Nach Beginn der Untersuchung stellte sich jeAioch heraus,
daß auf den Materialfluß neben technischen und räumlichen
Bedingungen auch vielseitige andere Faktoren einen Zinfiuf
hatten, wie beispielsweise

as Marktsystem
3ie innere Struktur der Fischwirtschaft
die wirtschaftlichen Verhaltensweisen
jer Marktpartner
und andere,

zo daß auch diese Einflußfaktoren in die Untersuchung ein

bezogen werden mussten.

Die Untersuchung stand unter meiner persönlichen Leitung
ınd der meines Projektdirektors, Herrn

Dipl.-Ing. Ernst Schimke

Die Erhebungen einschließlich der Auswertungen wurden in
der Zeit vom 15. Mai 1957 bis 30 Oktober 1958 von meinen
Mitarbeitern,

Dipl.-Ing. Helmut Cordua
Dipl.-Volkswirt Detlef Rahusen
Inge. Wolfgang Ackermann

aınter der Projektleitung von

Jerrn Günter Stammer

Jurchgeführt-Für

 Teilgebiete der Untersuchungsaufgaben war zeilwWeist
freiberuflich

Herr Dipl.-Ing. A, Steuer

ingesetlizle
        <pb n="9" />
        Die Untersuchungsarbeiten wurden durch die Aufgeschlossenheit
 und Bereitwilligkeit der Unternehmen, die sich zur Beteiligung
 am Demonstrationsprojekt Fischwirtschaft zur Ver-"ügung
 gestellt hatten in anerkennenswerter Weise unterstützt.

Die Ergebnisse der Untersuchung in den einzelnen Bereichen
sind in folgenden Einzelberichten niedergelegt:

Berichtsteil I
Berichtsteil HI
Berichtsteil Il
Berichtsteil IV

Berichtsteil V
Berichtsteil VI

Fang
Umschlag
Industrie
Küstengroßhandel und Gefrierbetriebe

Binnengroßhandel
Fischfacheinzelhandel

Die Querschnittsergebnisse sind erschienen in der Berichts-»eihe
 Betriebsuntersuchungen des RKW, Heft B 19 "Die deutsche
 Fischwirtschaft".

A

Umfang der Untersuchung

Die Untersuchung erstreckte sich über den Gesamtbereich

jer deutschen Fischwirtschaft und gliedert sich in folgende

Zereiche:

Fang
Umschlag
[ndustrie
Küstengroßhandel einschließlich
Tiefgefrierbeiriebe
Binnengroßhandel
Fischfacheinzelhandel

Jm einen möglichst repräsentativen Querschnitt zu erhalten,
wurde entsprechend der Größe und der Bedeutung der Jeweiligen
 Bereiche durch die Verbände der Fischwirtschaft zum
Demonstrationsprojekt benannt:
        <pb n="10" />
        Bereich Fang
Bereich Umschlag
Bereich Industrie
Bereich Küstengroßhandel
Bereich Binnengroßhandel
Bereich Fischfacheinzelhandel
insgesamt

7 Betriebe
4 Betriebe
1l Betriebe
9 Betriebe
7 Betriebe
14 Betriebe
52 Betriebe

Die Auswahl der Betriebe sah eine örtliche Streuung unter
Berücksichtigung der Schwerpunktstandorte vor.

3

Methodik der Untersuchung

Die Untersuchung vollzog sich in nachstehenden Etappen:

Zunächst wurde in einer eingehenden Sichtung des bereits
vorliegenden Untersuchungsmaterials aus Teilbereichen sOwie
 durch Studium von Literatur ein Überblick über die
Gesamtsituation erarbeitet. Für die Durchführung der Untersuchung
 in den einzelnen Bereichen wurden seitens der
zuständigen Verbände für einen repräsentativen Überblick
geeignete Firmen benannt. Für die Durchführung der in den
Firmen vorzunehmenden Örtlichen Untersuchungen wurde ein
Arbeitsprogramm entwickelt und mit den jeweiligen Verbän-Jen
 abgestimmt.

Vor Beginn der Untersuchungen wurden an jedem Seefischmarkt
 die benannten Firmen zu einer Vorbesprechung geladen
in der sie über Zielsetzung und Art der Durchführung des
Demonstrationsprojektes Fischwirtschaft unterrichtet wurden.
 Die Durchführung einer solchen Vorbesprechung erwies
sich als sehr zweckmäßig und trug wesentlich zur Mitarbeit
und Aufgeschlossenheit der beteiligten Firmen bei.
        <pb n="11" />
        Die Durchführung der Untersuchungen erfolgte in Teamarbeit
 und wurde arbeitsteilig nach betriebstechnischen
und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten vorgenommen,

Aufgabenstellung im Bereich Binnengroßhandel

Im Rahmen der Gesamtzielsetzung des Demonstrationsprojektes
 Fischwirtschaft ergeben sich einige besondere Aufgabenstellungen
 im Bereich des Binnengroßhandels.

Dabei lag aber auch in diesem Bereich neben einer Fülle
von Einzelaufgaben, wie

Nachwuchskräfteproblem
Rechnungswesen
Behandlung des Fisches
Kühlproblem
und andere mehr

der Schwerpunkt der Untersuchungsarbeit darin, Ansatzpunkte
 für eine Rationalisierung im technischen und
eÄumlichen

Ma Lt e

6

* a 1 f Lu ß

zufzuzeigen., Solche Ansatzpunkte wären

unter anderem

zZinkauf der Ware
Antransport von der Küste
Vorratshaltung und Kühlung
Betriebseinrichtungen
Be“ und Verarbeitungsvorgänge
Transportmittel
Standortprobleme
Antransport zum Kunden
        <pb n="12" />
        Bei allen Untersuchungsarbeiten wurde nicht nur auf Möglichkeiten
 zur Rationalisierung geachfet, sondern es wurde
auch der spezielle Gesichtspunkt der

QUALLITÄTSPFLEGE

yesonders berücksichtigt.

Darüber hinaus zeigten sich im LauFe der Untersuchung
weitere Einflußfaktoren, die entscheidend auf die wirtschaftliche
 Gestaltung der technischen und räumlichen
Bedingungen des Materialflusses einwirken. Als solche Ein
flußfaktoren wurden erkannt und mit in die Untersuchung
einbezogen:

Verhaltensweise im Markt
Marktsystem
Verkaufsorganisation
Preisbildung
and andere mehr.

Die Ergebnisse der im Bereich Binnengroßhandel durchgeführten
 Untersuchung sind in den nachfolzenden Berichtskeilen
 dargestellt.

Eine Reihe von Querschnittsfragern ai
alle Bereiche der Fi sehwirtschaft uratrecken, im Berichtsteil
 VII - Querschnittsergebnisse - behandelt.

Asa sie sich über
        <pb n="13" />
        2

ALLGEMEINE SITUATION
ERELLLIN.

21

Untersuchte Betriebe

Bei der Auswahl der zu untersuchenden Betriebe wurde versucht,
 sowohl auf die Betriebsgröße als auch auf den Standort
 hinsichtlich Einzugsgebiet und Ortsgröße und hinsichtlich
 der regionalen Lage Rücksicht zu nehmen.

Zine Unterscheidung der untersuchten Betriebe nach ihrem
Jahresumsatz in Fisch und Fischwaren im Jahre 1956 ergab
folgende Verteilung:

500.000
500.000,- bis 1000,00C,
1000.000,- bis 2000.000,- D.
her 2000.000,- DM

nn

”triebe
3etriebe
Betrieb
2 Retriebe

Die Übersicht zeigt, daß das Schwergewicht der Betriebe
bei Jahresumsätzen bis zu etwa 1,5 Mio DM 1ieg%t. Bei den
Betrieben mit darüber liegenden Umsätzen handelte es sich
um standortmäßig besonders begünstigte Unternehmen.

Nach Gebieten lagen von den untersuchten Betrieben

in Bayern
in Baden-Württemberg
in Hessen
5» Nordrhein-Westfalen

Betrieb
_ Betrieb
L Betrieb
h Betriebe

Die Bereitschaft der Betriebe Zur Beteiligung an einer solehen
 Untersuchung ließ eine bessere gebietsmäßige Streuung
leider nicht zu. Nach Ortsgrößen und Einzugsgebieten entfielen
 auf

Land- und Kreisstädte 4 Betriebe
Anoßstägte Z Betriebe
        <pb n="14" />
        Diese Streuung war insofern besonders aufschlußreich, als
hier die unterschiedlichen Absatzbedingungen nach Einzugsgebieten
 besonders gut untersucht werden konnten, Hinsichtlich
 des Gesamtsortimentes der Sroßhandlungen ergaben
sich folgende Unterschiede:

reine Fischgroßhandlungen
nit Wild und Geflügel
mit Wild, Geflügel und
sonstigen Lebensmitteln 1 Betrieb

4 Betriebe
3 Betriebe

die Großhandlungen mit einem gemischten Sortiment lagen in
jer Hauptsache südlich der Mainlinie beziehungsweise in
stark ländlichen Bezirken.

be
Cam

Absatzprogramm

Bei allen Betrieben umfaßte das Absatzprogramm alle Fischwaren,
 wenn auch die Anteile der einzelnen Arten am Gesamtımsatz
 unterschiedlich waren. Das Schwergewicht lag jedoch
iberall beim Frischfisch, wogegen die Anteile von Marinaden
ınd vor allem Volilkonserven von Betrieb zu Betrieb stark
schwankten. In einer Reihe von Betrieben wurde neben dem
7erkauf von fertiggekauften Marinaden auch noch ein gröszerer
 Umsatz mit eigengefertigten Marinaden erzielt. In
letzteren Fällen wurden 8als Rohmaäterial in der Hauptsache
saure Lappen verwendet, die eowohl zu verschiedenen Marinadenwaren
 wie auch zu Salaten verarbeitet wurden.

2

Wirtschaftliche Lage

Als Ergebnis der Branchenuntersuchung kann festgestellt
erden, daß die wirtschaftliche Lage des Binnengroßhan-Jels
 als völlig unbefriedigend bezeichnet werden muß, Die
        <pb n="15" />
        eründe hierfür sind sehr unterschiedlich. Nach ihrer
Pirmengeschichte können unterschieden werden:

alteingeführte Betriebe mit langjähriger Tradition
 und einem entsprechenden Kundenstamm.

im Rahmen der Lebensmittelkewirtschaftung und
verteilung ins Leten gerufene Firmen.

2erade die letztere Firmengruppe wurde zwangsweise in
einen Warenweg eingeschaltet, der früher ohne Untertrechung
 von den Küsten zum Fingelhandelsgeschäft führte
Nach Beendigung der Bewirtschaftung wurde vom größeren
Teil des Fachhandels der Direktbezug von der Küste
wieder aufgenommen, SO äaß dem Binnengroßhandel als
Hauptabnahmerkreis - wenn auch mit gewissen regionalen
Unterschieden - der übrige Lebensmitteleinzelhandel und
- vor allem im Ruhrgebiet — der amtulante Handel verblieb,der.
 wiederum tei der Aufnahme von Frischfisch
sehr latil ist und auf alle Veränderungen des Marktes
sehr empfindlich reagiert. Hierdurch wurde die Geschäfts:
zrundlage der Großhändler von der Absatzseite (besonders
in Landgetieten) außerordentlich unsicher und erforderte
zrhekblichen persönlichen Einsatz der einzelnen Unternehmer,
 der in keinem Verhältnis zu dem erzielten wirtschaftlichen
 Erfolg stand.

&amp;gt;

‘x

Wirtschaftliche Verhaltensweise

Die ungünstige wirtschaftliche Lage Öer Branche beeinflußt
 weitgehend. die wirtschaftliche Verhaltensweise
äer Unternehmer. Die unsicheren Verhältnisse auf der
Absatzseite zwingen zu dem Versuch, einen Teil üer damit
entstehenden Risiken auf den Einkauf und damit auf die
vorgelagerten Handels- ung Verarteitungsstufen abzuwälzen
        <pb n="16" />
        '
m

Hierbei kann es nicht austleiten, daß sich die Binnengroßhändler
 die Tatsache zunutze machen, daß ein zahlenmäßiges
 Mißverhältnis zwischen dem Binnen- und dem
Küstengroßhandel testeht und sich im Durchschnitt um
die Aufträge eines Binnengroßhänädlers ärei Küstengroßhändler
 bewerben. Dauerhafter wirtschaftlicher Nutzen
konnte aber auch aus der Ausnutzung der augentlicklichen
 Kräfteverhältnisse im Handelsbereich nicht gezogen
 werden, weil die Preisrisiken die erzielkaren
Rinzelvorteile wieder zunichte machen.

Die Bemühungen zur Sicherung des Absatzes müssen bei
allen Betrieben als ganZ erhetlich bezeichnet werden.
Sie fanden jedoch ihre Grenzen in den unterschiedlichen
Kaufgewohnheiten der Letztverbraucher und den starken
Finflüssen, die. Vor allem vom Klima her auf den Fischabsatz,
 insbesondere von Frischfisch, ausgehen.

26
3

Entwicklung der Branche

Die Untersuchung zeigte, daß die Entwicklungsmöglichreiten
 der Branche für die mittelständischen Betriebte
als ungünstig anzusehen sind. Andere Verhältnisse ergarten
 sich allerdings tei den beiden Großunternehmen,
bei denen der Einnengroßhandel in einer vertikalen
Unternehmensgliederung eingebaut ist.

Die Gründe für die negative Beurteilung der Lage dieser
Rranche sind. nicht nur in den augenblicklichen Mißverhältnissen
 in der Gesamtstruktur der Fischwirtschaft
zu suchen, sondern jn och stärkerem Kaße in der Tatsache,
daß die Kaufgewohnheiten des Letztverbrauchers immer
stärker zur zutereitungsfertigen KONSUumW&amp;amp;re tendieren,
die auch im Bereich des Letensmitteigroßhandels zu einer
        <pb n="17" />
        arhekbtlichen Verbreiterung des Sortimentes führen wird.
Daß in diesem Zusammenhang auch der Tiefkühl-Fisch
in zunehmendem Maße verkauft werden könnte, wird vom
Binnengroßhandel verneint, wenn auch die Möglichkeiten
in dieser Richtung unterschiedlich beurteilt werden.

Die schweren und ungünstigen Arbeitsverhältnisse,
3ie in dieser Branche zur Zeit noch unvermeidbar sind,
bereiten erhebliche Schwierigkeiten nicht nur bei
jer Beschaffung von Arbeitskräften, sondern auch bei
jer Interessierung und Herantildung von Nachwuchskräftem
 für die Unternehmer,

58 kann nicht bestritten werden, Aaß eine Reihe von
Internehmen bei der Förderung des Fischabsatzes vor
allem in den ländlichen Gebieten Hervorragendes
leisten. Jedoch kleiben die Bemühungen ohne wirtschaftlichen
 Erfolg und werden damit gerade für die
aktivsten Unternehmer der Branche auf die Dauer uninteressant,


Besonders günstige Absatzverhältnisse in Großstädten
and im dicht besiedelten Ruhrgetiet lassen zwar für
einige wenige Betriebe andere Voraussagen ZU, ändern
jedoch nichts an der Notlage der Mehrzahl aller
übrigen Betriekte.
        <pb n="18" />
        2 ERGEBNISSE DER UNTERSUCHUNG

Versorgung

zı1l Gliederung des Einkaufes nach Arten

Im Durchschnitt der untersuchten Betriebe verteilt

‚sch der Einkauf wertmäßig auf:

Frischfisch
Räucherwaren
Salzheringe
Rohware zu Marinaden (saure Lappen)
Fertigmarinaden
Vollkonserven
sonstige Fischwaäaren

42,7 %
13,6 %
7,1 %
5,2 %
13,6 %
10,2 %
7.6 %
100,0 %

Jierbei ist bemerkenswert, daß der Antail des Frisch-Fisches
 am Einkauf je Betrieb verbältnismäßig gleich
zroß war, während bei den übrigen Fischwaren große
Schwankungen besonders bei Vollkonserven, aber auch
sei der Rohware für Marinaden zu verzeichnen waren.
Jies schon deshalb, weil nicht alle Betriebe sich mi?
3er Anfertigung von Marinaden cefaßten. Bei Vollkonzerven
 wurde festgestellt, daß einige Großhändler
Jjazu übergegangen wären, diese nicht sls eigene
Jandelsware zu vertreiben, sondern hier als Vertreter
der Kommissionäre für Industriebeiriekbe zu arbeiten.
Diese Regelung war für beide Partner vorteilhaft, wei‘
zinerseits die Industriebetriebe dadurch ein Auslieferungslager
 in Nähe ihrer Letztöbhnehmer ZEewWänneEN und
andererseits der Großhändler dis Vorteile eines gEbietsmäßigen
 Verkaufsschutzes zuerkannt erhielt.
        <pb n="19" />
        312 Gliederung nach Märkten

Die Angaben zur Untersuchung einer Aufgliederung des
Sinkaufes nach Fischmärkten konnten nur recht allgemein
 gehalten sein, da die Betriebe eine entsprechen.
je statistische Aufschlüsselung ihres Einkaufes nicht
vornehmen. Im Ganzen kann festgestellt werden, daß
3ie Betriebe ihren Einkauf, vor allem mit zunehmender
Entfernung von der Küste, auf einen Hafenplatz konze”
»rieren, wobei in Süddeutschland offensichtlich CUXhaven
 bevorzugt wird, während in Nordrhein-Westfalen
Bremerhaven mehr Aufträge erhält. Diese Feststellung
Erifft in erster Linie auf Frischfisch zu, während
Marinaden teils am Hafen für Frischfisch, teils bei
Spezialfirmen gekauft werden und sich der Einkauf vor
Yollkonserven auf die Bindungen an bestimmte Marken
ınd langjährige Geschäftsbeziehungen stützt.

5.

Gliederung nach Lieferantenarten

Auch hier liegen für die einzelnen Fischwaren unterschiedliche
 Verhältnisse vor. Bei Frischfisch war
festzustellen, daß mit zunehmender Entfernung von
3er Küste die Anzahl der Lieferanten abnimmt. Wäh-"end
 in Bayern ein bis höchstens zwei Küstengroß-1ändler
 an einen Betrieb ständig lieferten, waren €:
im Ruhrgebiet sechs bis zehn Küstengroßhändler.
3äucherwaren wurden in der Regel direkt bei den
3aäuchereien gekauft, ebenso wie Marinaden und Vollzonserven.
 Die Anzahl dieser Liuf:vanten schwankt
je Warenart zwischen eirer und acht Firmen.
        <pb n="20" />
        314

Versorgungsschwankungen

3enauso wie alle Übrigen Bereiche der deutschen
Fischwirtschaft wird auch der Binnengroßhandel unmittelbar
 betroffen durch die starken Schwankungen
in der Anlandung von Frischfischen, sowohl hinsicht-Lich
 der Mengen als auch hinsichtlich der Zusammensetzung
 nach Fischarten. Irgendwelche Besonderheiter
in der Versorgung des Binnengroßhandels gegenüber
anderen Bereichen waren - Soweit 65 sich um Frisch-Pische
 handelte - nicht festzustellen.

Zei Marinaden und noch stärker bei Vollkonserven VvVET”-suchten
 die Betriebe durch Vorratskäufe und terminierte
 Kaufabschlüsse über größere Mengen die natur:
zebundenen Versorgungsschwankungen für Heringe aufzv:
fangen und gleichzeitig Preisvorteile zu nutzen.

315

Verhältnis Einkaufsmengen zu Preisen

Da die Entscheidung über die zu vätigenden Einkäufe
oraktisch täglich neu gefällt wird, ist eine entsprechend
 hohe Anpassungsfähigkeit des Großhandels
an die Schwankungen in Preisen und Mengen gegeben.
Da mit steigenden Preisen gleichzeitig die Absatzshancen
 sowohl im Rahmen des Großhandels wie des
Zinzelhandels sinken, entsteht eine echte Relation
zwischen Einkaufsmengen und Preisen, die dazu führt.
jaß das Einkaufsvolumen Zwär im Durchschnitt wertmäßig
 gleich bleibt, jedoch mengenmäßig schwankt.
Die Feststellung gilt eindeutig bei steigenden Prei
sen, wogegen bei fallenden Preisen, besonders nach
besonders hohen Preisen das Einkaufsvolumen sowohl
wert- wie mengenmäßig absinkt. Hier kommen die besonderen
 Reaktionen des Letztvertrauchers auf besonders
 hohe Preise zur Auswirkung. Der Binnengroßhande
        <pb n="21" />
        sieht keine Möglichkeit, von sich aus Zinfluß zu
nehmen auf die Anpassung der AÄAngebotsmengen an die
Absatzmengen, da Letztverbraäucher und Anbieter wirtschaftlich
 ganz anders handeln und reagieren.

316

Einkaufsgesichtspunkte

Schon die voraufgegangenen Absennitte haben deutlich
zemacht, von welchen Überlegungen der Binnengroßhändler
 sich bei seinem Einkauf leiten 1äßt. Mengenmäßig
yird nur soviel eingekauft, wie mit Sicherheit auch
abgesetzt werden kann, da die nicht abgesefizLe Ware
ainem rasch zunehmenden Qualitätsverfall susgesetzt
ist und vraktisch als Verlust einzusetzen Wäre.

Jyertmäßig versucht jeder Binnengroßhändler, besonders
»;»ei Frisehfisch, alle nur möglichen Preisvorteile aus
zunützen, wobei sowohl die einzelnen Anbieter ZeZEN-»inander
 ausgespielt werden als auch Sondervorteile
in Form von Rabatten, Boni und Frachtverpünstigungen
ausgehandelt werden. Solche Vorteile können un =0
leichter erreicht werden, weil die Lieferanten stärker
on den Binnengroßhändlern abhängig sind als umgekehrt

32

Materialfluß

321

Antransport von der Küste

Es ist selbstverständlich, daß die Dauer des Anfreans
portes von der Küste zum Binnengroßhandler sbhängig
ist von der Entfernung der beiden Standorte. So schwart)
te die Transportdauer zwischen 10 und 36 Stunden, WOsei
 in einem Falle die Entfernurz besonders ungÜnstir
lag, weil die reine Fahrtzeit nur 24 Sturgden beirug.
        <pb n="22" />
        3ie Durchsechnittsankunftszeit aber SO lag, daß eine
äntladung erst zwölf Stunden später möglich war. AL®
Transportmittel wurde in allen Fällen die Bundesbahr
mit: ihren Spezial-Fischtransport-Güfterwagen benutzt.

Lastkraftwagen wurden nur bis cä,. 350 km Entfernung
als Transportmittel verwendet. Da diese Wagen in der
Regel keine Spezialeinrichtungen für den Fischtraänsvort
 enthielten, waren Qualitätsbeeinträchtigungen
jie Folge. Besonders Lastkraftwagen mit einfachem
Segeltuchverdeck ermöglichten Luft und Abgasen ungeninderten
 Zutritt und bei zunehmender Tageswärme ent
standen so hohe Temperaturen im Laderaum, daß ein
sehr sehneller Qualitätsverfall eintrat.

Die Verpackung der Frischfische ins Land erfolgt FÜ
Filetware in den bekannten Spankörben, für Rundwsre
mit und ohne Kopf in Weidenkörben. Zur Qualitätsernaltung
 werden je nach Jahreszeit ausreichende Meng‘
von Eis beigegeben, die Qualitätsminderungen durch
Temperatureinflüsse verhindern. Da von der Bundes
Yahn die Seefischtransporte von den Häfen fahrplar
näßig abgewickelt werden, jst die Sicherheit geg-bhe‘
3aß die Ankunftszeiten festgelegt und die £ntladezeiten
 entsprechend geplant werden können, Schwierizeiten
 ergeben sich hier nur bei Großhändlern &amp;amp;n Ve
zehrsungünstigen Plätzen, die nur über Nebenstreihs”
arreicht werden. Hier müssen die Waggons rangiert
ınd umgehängt werden, wobei die Anschlüsse nicht
immer zu erreichen sind und dadurch Verzögerünges”
on mehreren Stunden eintreten können. Als Auswerz
wird, soweit dies entfernungsmäßig möglich ist, %17%
Zntladung an den nächstgelegenen Verschiebebahn: "=zewählt,.
        <pb n="23" />
        Pr

Entladen der Transportmittel

zoweit irgend möglich, werden die Waggons direkt nach
ihrer Ankunft am Bestimmungstbahnhof entladen, jedoch
ird hier Rücksicht genommen auf die Tageszeit und
vor allem die Temperaturen, Danach werden für die
Zntladung die späten Nacht- und frühen Morgenstun-3en
 gewählt. Bei dieser Entladung erfolgt für den
Zauptteil der Ware eine direkte Umladung auf die Last
kraftwagen, die die Ware ZU den Kunden bringen soller
Hierdurch läuft nur ein geringer Teil der Ware über
jie Läger der Großhändler, Yur ein Teil der Betriebe
verfügte über Anschlußgleise oder lag im Gelände der
jeweiligen Güterbahnhöfe, In diesen Fällen war die
Aufgabe der Zusammenstellung der Ladungen je LKW
nach bereits vorliegenden Bestellungen und Fahrtrouten
 besonders einfach, Jedoch konnten Beeinflussungen
 der Qualität auch bei ungünstigen Verhältnissen
 nicht festgestellt werden,

Au
Au A

Yarinaden und auch Vollkonserven wurden häufig als
Beiladungen zu Frischfischtransporten mitbefördert,
nyodurch wesentliche Einsparungen in den Frachtrosten
 erreicht werden konnten.
Bearbeitungsvorgänge

Yährend bei Frischfischen Bearkbeitungsvorgänge nur
sußerst selten vorgenommen wurden, führte eine Reihe
ron Betrieben - vor allem in ländlichen Gegenden -
jas Marinieren von sauren Lappen durch. Hier wurden
besonders Rollmöpse in Essig und Mayonnaise angeEfertigt
 und in 1-oder 2-Liter-Gläsern verpackt
weitergeliefert, Gerade diese Art der Verarbeitung ):
Zusammenhang mit einer Verpackung, die als Rücklieferungsgut
 tehandelt wurde, brachte wirtschaftliche
Vorteile.
        <pb n="24" />
        324 Verpackungsvorgänge und -mittel

Als häufigstes Verpackungsmittel wurden die schon
„om Küstengroßhandel gepackten Spankörbe mit einem
7ischinhalt von 12,5 beziehungsweise 25 kg angetroffen.
 In dieser Verpackung wurde die Filetware direkt
an die Einzelhändler weitergeliefert. Für die Halbfertigware
 der Marinaden fanden Fässer Verwendung,
Aie zum Teil als Leergut zurückgegeben wurden. Sozeit
 andere Verpackungsmittel nicht mehr gebraucht
werden, erfolgte meist deren Vernichtung oder Verkau’
als Abfall.

Bei den Fertigmarinaden belasten die hier noch sehr
untersechiedlichen Größen der Verpackungsmittel die
Lagerhaltung zum Teil erheblich.

329 Lagerung und Kühlung

Jie in den untersuchten Betrieben vorgefundenen Lager
Aınd Kühlmöglichkeiten können als ausreichend bezeichnet
 werden. Die Lagerflächen bewegten sich zwischen
100 ung 360 am, wobei allerdings eine direkte Beziehur:
zwischen Lagergröße und Umsatzmenge nicht feststellb&amp;amp;”r
war. Die Räume selbst befanden sich meist im Keller
der in fensterarmen Erdgeschoßräumen. In alien Beiri£
sen waren Kühlräume vorhanden, die auf Temperaturen
von - 5° vis - 18° heruntergekühlt werden konnten. Das
Fassungsvermögen dieser Räume schwankte zwischen
2 und 160 m? und wurde vor allem zur Einlagerung vcn
Tiefgefrierwäre und einigen Marinadenarten verwendel.
während nicht verkaufte Frischfischmengen in Räumen
zelagert wurden, die auf 0° gehalten werden konnten.
        <pb n="25" />
        Insgesamt können die Kühlvorrichtungen in den

intersuchten Betrieben als gut bezeichnet werden.

Allerdings konnten keine Feststellungen über
ihre Auslastung getroffen werden, da die Untersuchung
 während des Monats Februar 1958 durchgeführt
 wurde und in dieser Zeit Restbestände

nicht entstanden und gelagert werden mußten.

z26

Transport zum Kunden

Das Hauptproblem, das €s im Binnengroßhandel

zu lösen gilt, ist die Transport- und Verteilungsaufgabe,
 Nur wenige Binnengroßhändier der Bundesrepuklik
 sind in der glücklichen Lage, daß ihre
Yare von den Kunden zum größten Teil abgeholt
sird. In den meisten Fällen ist die Unterhaltung
aines größeren Fuhrparks notwendig, der in der
zegel nach einem testimmten Wochenfahrplan einzesetzt
 wird. Der Einzugradius eines Einnengroß-„ändlers
 schwankt zwischen Zo und 50 km Luftiinie,

 wodurch Tagesfahrten bis Zu 150 km er-Fforderlich
 wurden. Als Transportmittel werden LEG
mit einer Tragfähigkeit zwischen 1 und 2,5 % verxendet.
        <pb n="26" />
        Der Gefahr, daß ein Teil der Ware unverkauft

zurückkommt, begegnete ein Betriet dadurch,

jaß er einen Vertreterstat beschäftigte, der am
Yortage bereits die Bestellungen der Kunden
nereinholte, so daß die auf den Wagen verladene

Yare bereits als verkauft zum Versand kam.

327

Technische Einrichtungen

R

Son

r+beitıngsmas

ob

“€

N

Nur soweit Marinierarbeiten ausgeführt wurden,

yaren auch einige Bearkeitungsanlagen Zum
Braten, Schneiden und Dosenschließen, jedoch

In einfachster Ausführung, vorhanden.

aaumverhäl on

„ses se

Diese können in allen Fällen &amp;amp;ls ausreichend

bezeichnet werden, Zum Teil waren zur leichteren

Be- und Entladung Laderampen vorhanden.
        <pb n="27" />
        Kraftfahrzeuge

Diese sind für den Binnengroßhandel der wichtigste
und koöstspieligste Teil des beweglichen Anlagevermögens,
 wobei die Auswahl der Wagen nach ihrer Trag
fähigkeit besonders schwierig ist.

zin Zusammenhang zwischen Umsatzmenge und Gesamttrag-Fähigkeit
 der LKW konnte in den untersuchten Betriesen
 nicht festgestellt werden, jedoch schien es wirtschaftlicher
 zu sein, die Gesamttragfähigkeit auf
nehrere kleinere Einheiten aufzuteilen als wenige
zroße Wagen einzusetzen. Als Einflußfaktoren auf die
Zntscheidung über die GrößenabmesSungen je Wagen
xirken sowohl die Größe des Einzugsgebietes beziehungsweise
 sein Radius, als auch die Dichte der Besiedlung
jJes zu beliefernden Gebietes. Außerdem wird die Entscheidung
 erschwert durch die Tatsache, daß jähreszeitlich
 und je Wochentag die Zu befördernden Mengen
sehr unterschiedlich sind, die Ladekapszität für die
4öchstmengen jedoch vorgehalten werden muß, um eine
schnelle und zeitlich gesicherte BeiieFferung aller
Xunden zu gewährleisten.

rn

nnerbetriebltT che Trans -
part michu)

Hier wurden in den Betrieben außer einigen niedrigen
Plattenwagen und zweirädrigen Kistenkarren keine
Transportmittel vorgefunden. Da jedosh innerbetrieh-Lich
 keine großen Transportaufgaben zu bewältigzen
sind, schien eine Verbesserung auch nicht erforderlich.
        <pb n="28" />
        %
n

x

r—

Absatz

331 Gliederung des Absatzes nach Arten

Im Durchschnitt aller untersuchten Betriebe ergat
sich folgende Verteilung des Gesamtumsatzes auf die
»inzelnen Warenarten:

Frischfisch
Räucherwaren
Marinaden
Vollkonserven
Salzheringe
sonstige Fischwaren
insgesamt ;

44,1 %
12,5 %
22,0 %
8,7%
5,7 %
7.
100,0 %

vom Umsatz

Daraus wird deutlich, daß das Schwergewicht des Umzatzes
 auch beim Binnengroßhandel beim Frischfisch
Liegt, gefolgt von den Marinaden. Diese Feststellung
ist im Hinktlick auf die Bestrekungen von Bedeutung,
Produktion und Absatz von Tiefgefrierware ZU steigern,
3ie nicht mehr dem Zwang unterliegt, über einen Groß
handel an den Einzelhandel geleitet zu werden, der
iber Spezialeinrichtungen und -erfahrungen für den
Yerkauf.und die Behandlung von frischer Ware verfügen
nuß. Bemerkenswert ist weiter, daß der Umsatzanteil
an Vollkonserven im Verhältnis zu dem Gesamtumsatz
3er Tndustrie in dieser Warenart nur gering ist.

332

Umsatzgliederung

zz91 nach Kundenarten und „größenklassen

Die Untersuchung ergab, daß ein direkter Zusamnenhang
 hinsichtlich der Gliederung der Kunden
nach Arten und nach Größenklassen besteht. Im
Durchschnitt aller untersuchten Betriebe ent-
        <pb n="29" />
        fielen auf:

Anteil an
Kundenart Kundenzahl Umsatz
Pacheinzelhandel 17 “
Lebensmitteleinzelhandel BF
sonstige Kunden C,
EEE
insgesamt 100. % 100,0 %

Jieraus wird deutlich, daß im Facheinzelhandel
weniger Kunden erhertlich höhere Umsätze auf sich
vereinigen, wobei die Unterschiede je Betriet‘
noch ganz erheblich sind, daß jedoch das Schwerzewicht
 des Binnengroßhandels-Umsatzes auf den
allgemeinen Letensmitteleinzelhandel entfällt.
Welche Schwierigkeiten und kostenmäßige Belastungen
 durch die Belieferung vieler kleiner
Kunden auftreten, liegt auf der Hand, wobei erschwerend
 noch hinzutritt, daß diese Aknehmer
nur an bestimmten Wochentagen mit einer schnell
verdertlichen Ware beliefert werden können. Es
ist offensichtlich, daß der Binnenfischgroßhande‘)
veniger als Bindeglied zwischen Küstengroßhandel
und Facheinzelhandel fungiert, sondern in der
Jauptsache als Verteilorgan zwischen Küstengroß-Wandel
 und dem allgemeinen Lebensmittelhandel
sowie dem atulanten Handel wirkt. Diese für den
gesamten Binnengroßhandel im Durchschnitt festzustellende
 Tatsache kann allerdings bei einzelnen
Betrieben und einzelnen Gebieten sehr unterschiedlich
 gelagert sein.

32

nach Zahlungsweise

ijerzu war festzustellen, daß etwa 6o % der Kundschaft
 im Barzahlungsverkehr beliefert werden,
yogegen die restlichen 40 % Zahlungsziele zwischen
 8 und 21 Tagen in Anspruch nehmen, Hieraus
wird deutlich, daß im Binnengroßhandel keine WEsentlichen
 Vermögensteile durch Finanzierung von
Forderungen gebunden sind, was jedoch noch keine
Rückschlüsse auf die Zahlungsweise des Großhandäels
 gegenüber seinen Lieferanten zuläßt. In
einigen Fällen nutzten jedoch die Unternehmer
äie günstigen Liquiditätsverhältnisse zur Ausnutzung
 von erheblichen Skonto- und Rabattvorteilen
 beim Küstengroßhandel.
        <pb n="30" />
        333 Vertriebsorganisation

Der Aufbau einer Vertriebsorganisation gestaltete
sich in allen untersuchten Betrieben schwierig, wei]
38 nur in begrenztem Rahmen möglich ist, Aufträge
mehr als zwei Tage vor ihrer Auslieferung in Form
"ester Bestellungen hnereinzuholen. Hierdurch wird
as für jeden Betrieb erforderlich, das Verhältnis
zu seiner Kundschaft auf eine Vertrauensbasis zu
stellen, die als Gegengewicht gegenüber der Absatzaınsicherheit
 im allgemeinen wirken soll. Nur in
ainem Falle wurde neben der Lieferorgsniseation eine
eigene Vertreterorganisation aufgebaut, die geschäft:
Lich günstige Wirkungen hatte, jedoch nur in dem be-;yeffenden
 Gebiet mit einer dichten Besiedelung er-Folgreich
 sein konnte. In der Mehrzahl der Fälle
Fungierten die Fahrer (oder Beifahrer) der Liefer-Fahrzeuge
 gleichzeitig als Vertreter und Verkäufer,
Jie an ihren zusätzlichen Aufgaben durch Prämienand
 Provisionsbeteiligungen interessiert wurden.
üntscheidend war hier außerdem der sehr infensive
persönliche Einsatz der Betriebsinhaber bei Kundenwerbung
 und Verkaufsförderung-.

ET
#4

Werbung

Als Hauptwerbeargumente wurden in allen Fällen GQuali-:3t
 und langjährige freundschaftiiche Geschäftsbeziehungen
 benutzt. In einigen Betrieben wurde daneben
noch eine Verkaufsunterstützung des Lebensmittele1inzelhandels
 durch Zurverfügungstellung von Werbeplakaven
 und achaufenster-Klebestreifen durchgeführt, Dieze
 Maßnahme hat sich vor allem dann bewährt, wenn das
mengenmäßige Angebot groß und eine Steigerung SNB6-kündigt
 war. Im übrigen reichen die Handeisspannen
ınd die insgesamt zur Verfügung stehenden Mittel
nicht aus, um größere Werbemaßnahmen zu finanzieren.
        <pb n="31" />
        335 Konkurrenzbedingungen

Jährend in den vergangenen Jahren die Konkurrenzbejingungen
 dadurch erheblich belastet waren, daß die
3inzelnen Binnengroßhändler sich untereinander eine
scharfe Konkurrenz besonders Über den Preis machten,
hat sich die Lage inzwischen €eLwas beruhigt, nachdem
sin natürlicher Bereinigungsprozeß zu einer Verminierung
 der Anzahl der Firmen geführt hat, Eine Sonder
stellung nimmt äie Großhandelsorganisation der
'Deutsehen See” im Rahmen des Nordsee-Konzerns ein,
Jie nur in ganz bestimmten Gebieten als Konkurrenz,
in anderen Gebieten jedoch auch als Lieferant des
nittelständischen Großhandels auftritt. Obige Feststellungen
 treffen in der Hauptsache für den Verkauf
von Frischfisch zu, Bei Marinaden und vor allem Voll:
xonserven liegen die Konkurrenzverhältnisse insofern
ıngünstiger, als der Fach- und allgemeine LebenSnitteleinzelhandel
 im wesentlichen direkt von den In-Justriebetrieben,
 eventuell unter Zwischenschaltung
jer Einkaufsgenossenschaften und -ringe, beliefert
wird und hier dazu noch ein wesentlich breiter SOorviertes
 Angebot nach Arten und Marken vorfindet als
beim Binnengroßhandel. Die Konkurrenzkbedingungen bei
Räucherwaren und Salzheringen gleichen eher denen
&amp;gt;ür Frischfisch, als denen für Industrieware,.

3z6 Kalkulation und Preisbildung

Die angewandten Kalkulationsspannen können in allen
ıntersuchten Betrieben als an der Untergrenze des
kostenmäßig Möglichen liegend bezeichnet werden. Sie
unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb nur wenig
und zeigen auch alle ein deutliches Gefälle von
Frischfisch mit der höchsten Spanne zu Volikonserven
        <pb n="32" />
        nit den niedrigsten Spannen. Im Durchschnitt wurden
etwa folgende Spannen angewendet:

Frischfisch
Marinaden
Vollkonserven
Räucherwaren
S3alzhering
Jesamt

TON

L
0 4
17 7

&amp;gt;

eis

Co
30 %
28
x
29%
en
20 $
A . I
} Zi

Durchschnitt

Lo

"Mi
?

Zoo
* /
x
Da
if
206,08 %

vom Endverkaufspreis,
Die höhere Spanne bei Frischfisch wird erforderlich
Zurch die erheklich höheren Frachtkosten (im Mittel
3,7 % der Gesamtkosten) und auch durch das höhere
Verdert-Risiko dieser Warenart,.
vährend kei der Preisbkbildung für Marinaden und Vollzonserven
 die Angebkotspreise der konkurierenden
Firmen und der Industrie zu berücksichtigen waren,
zersuchte der Großhandel bei der Preistildung für
2rischfisch, sowohl einen Teil der Preisschwankungen
ın der Küste in den eigenen Preisen aufzufangen, als
zuch zu einer Deckung seiner Kosten je kg Fisch im
Preis zu kommen. Die Notwendigkeit einer Vermeidung
sesonders starker und. kurzfristig aufeinander folgenler
 Preisveränderungen jst für den Großhandel äeshalt
sesonders wichtig, weil diese Preisveränderungen die
Akbsatzchancen erheklich beeinflussen und vermindern
xönnen. Daß diese Bemühungen nur Zum Teil Erfolg
haben konnten, liegt auf der Hand, wenn man die Größe
ınd Schnelligkeit der Veränderungen der Zinkaufspreise
 betrachet und die dann in der Preistildung liegenden
 Risiken berücksichtigt.

zz7 Absatzschwankungen

Die Schwankungen im Absatz verlaufen zum Teil paralle
zu den Versorgungsschwankungen, Zum Teil werden sie
ausgelöst durch die unterschiedlichen Vertrauchsgevohnheiten
 je Jahreszeit und ie Wochentäg. So ist
        <pb n="33" />
        auch hier der Freitag beziehungsweise der voraufgehende
Donnerstag Hauptverkaufstag, außerdem geht der Umsatz
in den Monaten ohne "R" erheblich zurücK.

Als Ausgleich für diese vom einzelnen Betrieb her kaum
veränderbaren Einflußfaktoren wurde von einigen Groß-1ändlern
 der Absatz an Großverbraucher (Bundeswehr, Kraänvenanstalten,
 Erholungsheime und Großkantsinen) gefördert.
Diese Umsätze reichten jedoch nicht aus, um eine völlige
Xontinuität des Absatzes Zu erreichen. Bei letzterer BeEnühung
 werden die Großhändler durch Kochlehrgänge der
Deutschen Fischwerbung eV. wirkungsvoll unterstützt.

338

Absatzmöglichkeiten

Zweifellos stehen dem Großhandel auch heute noch Möglichgeiten
 zur Erweiterung und Vergrößerung seines ADSatZEs
&amp;gt;»ffen, wobei auf die Bestrebungen zur Förderung des Verzaufes
 von Tiefgefrierware besonders hingewiesen werden
nuß. Eine Nutzung dieser Möglichkeiten scheint jedoch
nur wirtschaftlich erfolgreich, wenn der Großhandel in
seinen schwierigen Verkaufsbedingungen durch die Einräunung
 von Preisvorteilen gegenüber dem Facheinzeinandel
ınd anderen Käufergruppen des Küstengroßhandels unterstützt
 würde, Eine solche Forderung scheint um so eher
berechtigt, als der Binnengroßhandel je Auftrag und Scrbe
 erheblich größere Mengen abnimmt und sbnehmen kann
als der Einzelhandel und damit die Bearbeitung seiner
Aufträge beim Küstengroßhandel kostenmäßig zünstiger ge
staltet werden kacn ,‚ Es kann in diesem Zusammenhang
nicht unterlassen werden, darauf hinzuweisen, daß der
Binnengroßhandel in seiner augenblicklichen Funktion innerhalb
 der gesamten deutschen Fischwirtschaft eine bejeutende
 Aufgabe zur Förderung des Fischabsatzes auf
breiter Ebene erfüllt und daß es sinnvoll wäre, ihm bei
jer Erfüllung dieser Aufgabe Zu heifen,.
        <pb n="34" />
        RO
7

Erlöse und Kosten

340

Stand des Rechnungswesens

Nur bei den größeren Betrieben wurde ein Rechnungswesen
 vorgefunden, das über die Zusammensetzung des
Umsatzes nach Warengruppen sowie über die Gliederung
nach Kostenarten ausreichend Auskunft geben konnte.
In der Mehrzahl der Fälle war lediglich eine den
steuerlichen Vorschriften genügende Buchhaltung vorhanden,
 es erfolgte jedoch keine Auswertung zur För-Jerung
 der Kostenerkenntnisse,.

ZA1

Erlösstruktur nach Warenarten und Handelsspannen

aereits in Abschnitt 356 wurden die im Durchschnitt
aller Betriebe errechneten Handelsspannen dargestell‘
Für die Zusammensetzung der Nettoerl5öse (Umsatz ./.
Materialkosten) ergab sich folgendes Bild:

Narenart

Frischfisch
Aäucherwaren
Salzheringe
Marinaden (eigene Herstellung)
Marinaden (fremde Herstellung)
Vollkonserven
Sonstige Fischwaren
insgesamt ;

Prozentanteil am
Nettoerlös

50,7 %
11,7 %
lo %
%
“%
05%
160,5 7

some

Diese Zusammensetzung des Nettoerlöses zeigt deu®lich
jaß der Frischfisch und die in dieser Werenart erzielbaren
 Umsätze entscheidend auf die Gestaltung
jes wirtschaftlichen Erfolges im Binnengroßhaändel
einwirkt.
        <pb n="35" />
        Darüber hinaus haben nur noch Räucherwaren, Marinaden
aigener Herstellung und sonstige Fischwaren Einfluß
auf die Gewinngestaltung.

z42 Kostenstruktur
(Anlage 1}

Die Darstellbarkeit der Untersuchungsquerschnitte
nachte es notwendig, eine Unterteilung der Kosten
nach den Kostenträgern Frischfisch und Industriewäare
vorzunehmen, Hierbei waren zwar. nur Schätzungen mög-Lich,
 jedoch zeigte sich, daß in zwei Kostenarten
wesentliche Unterschiede vorhanden sind. Während
Zingangsfrachten fast ausschließlich bei Frischfisch
antstehen, sind Vertriebssonderkosten (Umsatzsteuer,
Boni, Skonti) nur für Industrieware in Ansatz zu
dringen. Anlage 1 zeigt die dadurch entstehenden
unterschiede in der Kostenstruktur für die beiden
Xostenträger. Die nachfolgenden Darstellungen gehen
allerdings nur auf die Durchschnittswerte der unferzuchten
 Betriebe ein.

2421 Materialkosten

Der Anteil des Einkaufswertes der Rohware am
Handelsertrag betrug im Durchschnitt bei den
untersuchten Betrieben 82,5 %, Hierzu sind jeäoch
 hinzuzurechnen die Kingangsfrachten, die
je nach Standort in ihrer Höhe unterschiedlich
sind und im Durchschnitt 4,2 % des Handelsertra
zes ausmachten.

319292 Personalkosten

Den Hauptanteil der Kosten, gie durch die Hanjelsspannen
 gedeckt werden sollen, machten
jiese Kosten aus, obwohl hierin noch nicht die
Sntgelte für die Leistungen der Betriebsinhäber
und ihrer mithelfenden Familiensangehörigen ent-„alten
 sind. Als Durchschnitt wurde ein Anteil
von 44 % der Vertriebskosten beziehungsweise
5,7 % vom Handelsertrag errechnet.
        <pb n="36" />
        3423 Kraftfahrzeugkosten

Neben den Personalkosten spielt diese Kostenart
 die wichtigste Rolle im Rahmen der Versriebskosten
 des Großhandels. Bezogen auf die
je Betrieb vorhandene Gesamtladefähigkeit der
Fahrzeuge in Tonnen ergeben sich von Betrieb
zu Betrieb wiederum erhebliche Unterschiede,
Die reinen Betriebskosten schwankten je Tonne
und Jahr zwischen DM 1.500,- und DM 3.200,--s
Da in dieser Kostenart lediglich dis Aufwendungen
 für Betriebsstoffe und Reparaturen entnalten
 sind, lassen sie gewisse Rückschlüsse
auf die unterschiedliche Durchschnittsnutzung
Jes Laderaumes zu. Gemessen 5m Handelsertrag
seanspruchten die Betriebskosten der Kraftfahrzeuge
 2,0 %.

Inter Hinzurechnung der Abschreibungen, Steuern
and Versicherungen erhöht sich dieser Anteil
auf ca. 3,4 %, jedoch sind gensuesre ÄAngabdpen
hierzu nicht möglich, weil der unterschiedliche
Aufbau der Buchhaltungen eine Ausgliederung
3ieser Kosten nicht zuließ.

3424

Sonstige Kosten

3ei einem Gesamtanteil der
szammengefaßten Kostenarten
auf Betriebsmaterial
Packmaterial
Energiekosten
3teuern und
Versicherungen
Mieten
zerschiedene Kosten

ko
0,3 %

‘er Gruppe ZU-%
 entfielen

3425 Abschreibungen

Hiervon entfällt der Hauptteil mit etwa zwei
Drittel der Gesamtabschreibungen auf die Abschreibungen
 des Fuhrparkes,. Insgesamt nahmen
die Abschreibungen 1,5 % des Handelsertrages in
Anspruch.

3426 Vertriebssonderkosten

öfe Aufwendungen für Umsatzsteuer und Skonti beerugen
 1,1 % vom Handelsertrag der untersuchten
Betriebe, Die in Jicser Kostenart noch zu VErP-"echnenden
 Provisionen, Vertreterentgelte und Er
Polgsbeteiligungen sind in den Personalkosten
snthalten, da diese in allen Betrieben nicht ZgEsondert
 buchhaltungsmäßig ausgewiesen wurden.
        <pb n="37" />
        2343 Ergebnisrechnung

zı3l Betriebsergebnis

Der Unterschied zwischen den Gesamtkosten und
Zen Umsätzen betrug in den untersuchten Be-Erieben
 nur 0,1 %, wobei in drei Betrieben
Verluste errechnet wurden und in vier Betrieben
3ewinne. Hierbei ist besonders interessant, daß
für Frischfisch ein Verlust von 0,5 % errechnet
wurde, dem ein Gewinn von 0,8 % bei Industrieware
 gegenübersteht,. Aus dem völlig unbefrieaigenden
 Ergebnis ist die wirtschaftliche Gesamtlage
 der Branche eindeutig ablesbar., Allerdings
 erhöhte sich in allen Fällen dieses Be-“ni
 ebsergebnis etwas durch das neutrale Ergebnis

3432 Neutrales Ergebnis

In dem "Neutralen Ergebnis" sind die Erlöse aus
3oni, Skonti, Rabatten und sonstigen Einnahmen
zusammengefaßt. Dieses Ergebnis betrug 1,2 %
vom Handelsertrag und zeigt weiterhin, daß die
Erzielung von Gewinnen in dieser Branche nur
durch geschickte Einkaufspolitik bei ausreichender
 Liauiditätslage möglich ist.

3° °3 Unternehmensergebnis

Dies betrug demnach 1,5 % vom Handelsertreag,
wobei zu berücksichtigen ist, daß aus diesem
Gesamtergebnis auch der Unternehmerlohn und di‘
valkulatorischen Zinsen des eingesetzten Kapials
 zu decken sind.

zıl Vermögens- und Kanitalverhältnisse

Der Umfang der Untersuchung reichte nicht aus, hierzu
 eingehende Feststellungen zu treffen, jedoch kann
zesagt werden, daß die Liquiditätslage zwar im Durchschnitt
 befriedigend war, daß jedoch eine ausreichenje
 Kapitalbildung zur Vorbereitung von notwendigen
[nvestitionen und zur Absicherung der erheblichen
Betriebsrisiken in Kinkauf und Vorratshaltung nicht
nöglich war.
        <pb n="38" />
        »

Z
*

Qualitätsgesichtspunkte

Vie schon in den vorausgehenden Abschnitten ausgeführt,
“retten Beeinflussungsmöglichkeiten auf die Qualität
ceim Binnengroßhandel fast nur während des Transportes
sowohl von der Küste zum Standort des Großhändlers als
auch vom Großhändler zu seinem Kunden auf. In beiden
Fällen ist die Wahl des Transportmittels und seine
Eignung für die speziellen Erfordernisse des Fischtranssortes
 von ausschlaggebtender Bedeutung.

Venn zum Beispiel via zu einer Entfernung von 350 km
von der Küste neben der Bundesbahn auch der LKW-Transsort
 gewählt.wird, so stellt es eine erhetliche Beeinsrächtigung
 der Qualität dar, wenn diese LKY keine
Vorkehrungen zum Schutze des Fisches gegen hohe Temperaturen,
 Staub und die Einwirkung der Motorstgase enthalten.


Da die Untersuchungen im Bereich des Binnengroßhandels
zu einer Jahreszeit durchgeführt wurden, in der vor
3llem die Einwirkungen der Temperatur auf die Qualitätsantwicklung
 nicht beobachtet werden konnte, können Aussagen
 zu diesem Punkt nicht mit ausreichender Sicherreit
 gemacht werden.
        <pb n="39" />
        5
4
nA

7

Wechselkbeziehungen

Ye)

L

zum Küstengroßhandel

Jbwohl der Küstengroßhandel der Hauptlieferant
3es Binnengroßhandels ist, kann man äie gegenseitigen
Beziehungen zwischen diesen beiden Handelspartnern
nicht als gut bezeichnen.

Die Ursache hierfür liegt vor allem in dem zahlenand
 kapazitätsmäßigen Mißverhältnis der beiden Hanjelsbereiche,
 das dadurch entsteht, daß ca. 85 Binnengroßhändlern
 ca, 240 Küstengroßhändler gegenüberstehen.
 Innerhalb der Küstengroßhändler befindet
sich zwar eine verhältnismäßig kleine Gruppe leistungsfähiger
 Firmen mit großen Umsätzen und festem
vundenstamm, jedoch bringt die große Anzahl der
kleinen Firmen dieser Branche durch ihre Preisgesarung
 in Verbindung mit ihrer ständigen Liquiditätsbeengung
 und Kapitalknappheit den Markt laufend in
Jnruhe und 1äßt die Entstehung eines echten Vertrauansverhältnisses
 als Grundlage der gegenseitigen
zeschäftsbeziehungen nicht kei allen Firmen zu, Ohne
eine firmenmäßige Bereinigung im Bereich des Küstenzroßhandels
 wird es aaher nicht möglich sein, wirtschaftlich
 gesicherte Wechselbeziehungen zwischen
3iesen beiden Branchen aufzubauen.
        <pb n="40" />
        362 zur Industrie

Jier kann nur zu einem geringen Teil von wertvollen
ınd engen Wechselbeziehungen gesprochen werden. Da
jer Binnengroßhandel nur etwa 30 % der Produktion
jer Industrie aufnimmt und noch dazu diese Aufträge
sich in einer für die Industrie zu niedrigen Größen-»ranung
 bewegen, kann eine enge Zusammenarbeit und
jie Entstehung einer gegenseitigen Abhängigkeit sich
1Aicht entwickeln. Dies umsomehr, als auch der Umsatz
in Industriewaren beim Binnengroßhandel nur Ca. 30 %
jes Umsatzes ausmacht und beim Verkauf in Konkurrenz
;ritt zu der Vertreterorganisation der Industrie und
ZAer Belieferung des allgemeinen Lebensmittelhandels
iurch dessen £Einkaufsgenossenschaäaften und -ringe., Da
jie beiden konkurrierenden Bereiche preislich günsti
zer dieselben Industriewaren anbieten können als der
3innengroßhandel, wird für diesen die Förderung des
Absatzes von Industrieware wirtschaftlich uninter-3ssant.


263 zum Einzelhandel

lier ist zu unterscheiden zwischen dem Fachnandel und
Jem allgemeinen Lebensmitteleinzelhandel. Die Beziehungen
 zum Facheinzelhandel vönnen nur als schlecht
sezeichnet werden, von einzelnen Ausnahmen abgesehen,
„eil in der Regel der Fachhandel bemüht ist, die Stur“
jes Binnengroßhandels einkaufsmäßig zu überspringen
ınd direkt bei den Lieferanten &amp;amp;n der Küste einzukau-&amp;gt;en.
 Dadurch wird der Binnengrcßhandel vom Fachhandel
1ur insoweit herangezogen, als Bedarfsspitzen Von ibm
im Einkauf nicht gedeckt sind. Es ist einleuchtend,
jaß der Binnengroßhandel nicht davon erfreut isT, daß
ay nur dazu benutzt wird, das Kinkaufsrisiko des
        <pb n="41" />
        Pacheinzelhandels zu vermindern. Das Verhältnis
zwischen den beiden Branchen der Fischwirtschaft
wird auch durch die Tatsache belastet, daß beide
von ihren Lieferanten, besonders dem Küstengroßhan-3el
 die gleichen Preise eingeräumt bekommen, obwohl
 die Einkaufsmengen sehr unterschiedlich sind.

Zum allgemeinen Lebensmitteleinzelhandel besteht
jagegen ein besseres Verhältnis, insbesondere im
Zereich des Frischfischumsatzes, da hier der Binnenzroßhandel
 als einziger Lieferant in Frage kommt.
Auch werbemäßige Anregungen des Großhandels werden
hier gerne angenommen, wenn auch in der Regel der
?ischverkauf für diese Läden nur ein Zusatzgeschäft
ist, das im Rahmen ihres Gesamtumsatzes eine ganz
ıntergeordnete Rolle spielt. Da aber andererseits
Jieser Handelsbereich der Hauptabnehmer des Binnenzroßhandels
 ist, wird von Seiten des Großhandels
3lles getan, um die Geschäftsbeziehungen ZU pflegen
ınd auszubauen.
        <pb n="42" />
        +

BEURTEILUNG DER UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE
SEO

Senn en Ar

Handelsware

wenn die Untersuchung zu dem Ergebnis kam, daß in allen
Betrieben der Umsatz in Frischfisch etwa die. Hälfte des
Zesamtumsatzes auf sich vereinigte, so wird daraus deut-Lich,
 daß der Binnengroßhandel mit den Absatzmöglichkeiten
in dieser Warenart steht und Fällt. Seine Entwicklungsmög
lichkeiten als Fachhandel sind damit ebenso eng begrenzt.
Wenn sich aber aus der Untersuchung der vorgeordneten
Stufen der Fischwirtschaft ergibt, daß es sinnvoll ist,
jen Absatz von haltbar gemachten Fischprodukten (Tiefge-°rierware
 und Kochfischkonserven) zu fördern und zu stei
zern, ergibt sich gleichzeitig die Frage, inwieweit der
ainnenfischgroßhandel als reiner Fachgroßhandel auf die
Hauer noch Existenzmöglichkeiten haben kann.

Die Beantwortung dieser Frage muß sowohl die andersartigen
\bsatzbedingungen für haltbare Fischprodukte im Gegensatz
zu dem schnell verderblichen Frischfisch berücksichtigen,
als auch auf die besonderen volkswirtschaftlichen Aufgasen
 des Croßhandels eingehen. Die Feststellung, daß mengern
näßig etwa zwei Drittel des Frischfisch-Umsatzes und etwä
45 % des Gesamtumsatzes über den Binnenfachgroßhandel abfließen,
 macht die Stellung und bisherige Bedeutung des
?achgroßhandels eindeutig klar. Seine Stärke liegt vor
allem in der Verteilung des Fisches auf eine große Zahl
„äufig stark verstreußer Einzelhändler mit verhältnisSnäßig
 kleinen Einzelumsätzen.

Diese Behauptung wird erhärtet durch das Ergebnis einer
Umfrage des Gesamtverbandes des binnenländischen Fischzroßhandels,
 die als Mittel der Antworten von 45 Betrieber
        <pb n="43" />
        folgende Umsatzgliederung nach Kundenarten €ergäDbi

Einzelhandel (Fachgeschäfte)
%emischtwarenhandlungen
a) in Großstädten
po) auf dem flachen Land
\mbulanter Handel

36,2 %

8.7
zE ;$
18,2
105 7

Danach gehen unter Einbeziehung des ambulanten Handels
ca. 50 % des Binnengroßhandels-Umsatzes auf das flache
Land. Diese volkswirtschaftliche Bedeutung der Branche
wurde errungen durch die Eigenart des nur über Fachgroßnandlungen
 absetzbaren Frischfisches. Anders liegen
allerdings die Verhältnisse bei der haltbareren Tiefgefrierware,
 die bei ihrem Absatz nicht die besonderen
Einrichtungen und Kenntnisse erfordert, wie der Frisch-Fisch.
 Jeder Lebensmittelgroßhändler mit ausreichenden
zühleinrichtungen kann diese Warenart vertreiben. Daraus
kann der Schluß gezogen werden, aaß für den Fachgroßhan-3el
 eine Erweiterung seines Sortimentes nicht nur um die
s4nzuführenden Fischprodukte, sondern auch um artvervandte
 Erzeugnisse des Lebensmittelhandels die beste
Lösung der schwierigen Lage bringen kann, in der er sich
zur Zeit sehon befindet, von den Erleichterungen auf dem
3ebiet der Arbeitskräfte ganz abgesehen.

Darüber hinaus hat die Untersuchung auch gezeigt, daß
Jie Endverarbeitung von Marinaden-Halbfertigwaren (saure
Lappen) durch den Binnengroßhandel sowchl wirtschaftlich
sinnvoll als auch erfolgreich ist. Deshalb werden zusätz-'iche
 Entwicklungs- und Ausgleichsmöglichkeiten auf diesem
 Sektor posiivV beurteilt.
        <pb n="44" />
        Kun

Materialversorgung und Materialfluß

Die Untersuchung hat gezeigt, daß das Schwergewicht der
Materialversorgung auf dem Gebiet der Preisentwicklung
and der Preisveränderungen liegt. Nur die Nutzung der
sich hier bietenden Chancen kann dem einzelnen Großhänd-Lerzum
 wirtschaftlichen Erfolg verhelfen, Auf der AtsatZseite
 unterliegt der Binnengroßhandel sehr stark dem
Zinfluß des Kaufverhaltens der Verkraucher und hat unter
jessen Empfindlichkeit auf Preiserhöhungen zu leiden.
Danach ist für den Binnengroßhandel das unterschiedliche
Mengenangebot an der Küste weniger eine Frage der mehr
;der weniger ausreichenden VersOrgUhE, sondern fast ausschließlich
 eine Frage der ändurch entstehenden Preise
und ihrer Vereinbarkeit mit den Preisvorstellungen des
Verbrauchers, Als eindeutig kann festgestellt werden,
aaß die Frage der mengenmäßigen Materialversorgung erst
nach einer weitgehenden Stabilisierung der Preise für
zen Binnengrö6ßhandel zu. einem Protlem werden könnte,

zinsichtlich des Materialflusses stellte sich heraus, daß
jie Verteilung der Ware vom Binnengroßhändler an die Einzelhändler
 wesentlich aufwendiger ist, als der Antransport
zon der Küste.bis.zum Binnengroßhändler. Während der Anbransport
 insbesondere durch die Bundesbahn in verhältnisnäßig
 kurzer Zeit und planmäßig erfolgt, wirken sich beim
Pransport. zum Einzelhandel die Ungleichmäßigkeit des Absatzes.
 je Wochentag. und die zum Teil nicht ausreichenüäe
zinrichtung.der Fahrzeuge für den Fischtransport nachtei-Lig
 aus... Insbesondere die wochentäglich sehr unterschieöü-‘iche
 Ausnutzung der Ladekapazität der Fahrzeuge VETULszacht
 bezogen auf die Kosten je Zentner Fisch im Durchschnitt
 etwa dreimal so hohe Aufwendungen als der Transsort
 von der Küste. Wenn die Untersuchung ergab, daß für
Jen Antransport je Zentner Frischfisch von der Küste bei
siner Durchschnittsentfernung von 400 km etwa DM 3,50
        <pb n="45" />
        Ra

aufzuwenden waren und daß der Transport der gleichen
Menge über eine Entfernung von durchsehnittliich 40 km
DM 10,- kostete, so wird deutlich, daß für ein Zehnte!
der Entfernung in diesem Bereich eCw&amp;amp;a die dreifachen
Kosten entstehen. Gerade in dieser Frage ließen sich
wesentlich günstigere Bedingungen schaffen, wenn der
bisherige Transport als EntfernungslbherLrückung innerhalb
 einer Kühlkette ausgestaltet würds und die Ware so
haltbar gemacht wäre, daß ihre Verteilung nicht unmitte)l
bar vor ihrem Absatz an den Letztverkrauscher erfolgen
muß.

Hinsichtlich des Mater? &amp;gt;) ”1usses ir’ naden scheinen
Verbesserungen nur insofern möglich, als die Endverarbei
tung der Marinaden-Halbfabrikate mehr als bisher von der
Küste zum Binnengroßhandel verlagert werden. Die damit
verbundene höhere Anpassungsfähigkeit des Großhandels an
die Verbraucherwünsche hat sich als vorteilhaft herausge
stellt.

L

Absatz

Bereits bei der Beurteilung der Warenarten wurde aur die
Probleme hingewiesen, die sich durch die Freisunsicherhe‘
ergeben. Diese Preisunsicherheit hesinträchtigt, wie die
Untersuchung zeigte, aber nicht nur die Absatzmöglichkei
ten im ganzen, sondern behindert auch den Aufbau einer
für eine Croßhandlung geeigneten Vertrieckhzsorganisation.
Von den untersuchten Betrieben arbeifste nur einer mi%
einem Vertreterstab, der einen Tag vor der Lieferung bereits
 die Aufträge hereinholt. Dies zeiZ% deutlich, welchen
 Schwierigkeiten offensichtiich die Binnengroßhändlei
hier gegenüberstehen,
        <pb n="46" />
        Eine Beurteilung der Werbebemühungen des Großhandels
zeigte allerdings, daß die gegebenen Verhältnisse kein
Hindernis für eine größere Aktivität darstellen. Einige
vorgefundene Ansatzpunkte für eine gezielte Werbung,
durch Unterstützung des allgemsinen Lebensmittelhandels
bei der Propagierung bestimmter Fischartikel zeigte vielmehr,
 daß hier sehr wchl Möglichkeiten noch ungenutzt
blieben.

In der Frage der Konkurrenzverhältnisse zeigte es sich,
daß die Konkurrenz der Fachgroßhandlungen untereinander
in der Regel nicht als, spürbar zu bezeichnen war, dageger
die Absatzbemühungen für verarbeiteten Fisch auf eine zur
Teil sehr starke Konkurrenz durch den Lebensmittelgroßhandel,
 die Einkaufsringe des Lebensmitteleinzelhandels
und auch der Filialkonzerne des Einzelhandels traf,

Die Beschuldigungen, die von den Sroßhändlern gegenüber
dem Faheinzelhandel. vor allem wegen seines Einkaufsverhaltens
 erhoben wurden, hielten einer objektiven Beurteilung
 der Gesamtverhältnisse innerhalb der Fischwirtschaft
 nicht stand, Hierbei wurde davon ausgegängen, daß
beide Handelssparten sich besonders aktiv für den Fischabsatz
 einsetzen und daß beide Sparten nur mit geringem
wirtschaftlichem Nutzen tätig sind. Es muß deshalb als
abwegig bezeichnet werden, wenn de Iroßhandel den Fachainzelhandel
 als Konkurrenz beträchvet.

Insgesamt kann gesägt werden, daß die Akbsatzlage des
Binnenfischgroßhandels nur durch sine Preistberuhigung
sinerseits und durch eine Förderung d8e5 Absatzes von
Tiefgefrierware andererseits verbessert. werden Kann.
        <pb n="47" />
        44

Qualität

Die Beeinträchtigungen der Qualität treten in diesem Bereich
 ausschließlich durch Wahl der Transportmittel und
deren Eignung für den Fischtransport auf, Es konnte festgestellt
 werden, daß der Transport durch die Spezialwaggons
der Bundesbahn den Qualitätszustand bei Frischfisch nicht
bteeinflußte,. dagegen mußte vor allem bei warmem Wetter und
größeren Entfernungen mit Qualitätsbeeinträchtigung teim
Transport durch LKW ohne Kühleinrichtung gerechnet werden.

Aber auch der Transport vom Großhandel zu seinen Atnehmern
 mit den gleichen oder ähnlichen Fahrzeugen kann entsprechende
 Folgen haben, wenn auch.versichert wurde, daß
hier besonders der Fahrwind als Kühlfaktor zur Geltung komme
Qualitätserhaltende Maßnahmen wurden dem Großhandel allerdings
 insofern erschwert, als er den Frischezustand seiner
Ware nur vom Augenschein her auf Grund seiner Erfahrung
beurteilen kann und sich hinsichtlich des Alters der Ware
auf die Angaben seines Lieferanten verlassen muß.

Wenn der Qualitätsverfall der Ware nach ihrer veterinärpolizeilichen
 Beurteilung an der Küste weder durch Angaten
 über den zeitlichen Ablauf des weiteren Materialflusses
noch durch.objektive Meßmethoden überwacht werden kann,
so wird die Unsicherheit der Beurteilungsgrundlagen des
Binnengroßhandels damit eindeutig gekennzeichnet,

Die Kühlmöglichkeiten einschließlich der Lagereinrichtung
erschienen in allen Fällen dagegen tefriedigend geregelt.
        <pb n="48" />
        17

Wirtschaftlichkeit

Die Rentabilitätslage der untersuchten Unternehmen muß
im Durchschnitt als völlig unbefriedigend beurteilt werden.
 Hierzu ist eine zusätzliche Feststellung besonders
interessant. Eine Aufteilung der Kosten und Nettoerlöse
(= Gesamterlöse abzüglich Materialkosten) nach Warenarten
im Rahmen einer Schätzung zeigte, daß der Frischfisch Zw8'
mit 42,7 % am Mengenumsatz und sogar mit 50,7 % am Gesamt
Nettoerlös beteiligt ist, daß jedoch im Durchschnitt die
Kosten je verkauften Zentner Frischfisch durch die ihnen
gegenüberstehenden Nettoerlöse nicht gedeckt wurden, wOZEgen
 bei den übrigen Warenarten ein wenn auch geringfügige‘
Überschuß errechnet wurde. Die Ursache für dieses Mißverhältnis
 ist in der Tatsache zu suchen, daß die Frachtkosie
für Frischfisch höher liegen als für Industrieware und dar
Jas Verhältnis zwischen Transportwert und Transportraum
oei den Lieferwagen für Frischfisch wesentlich ungünstiger
 liegt.

Besondere Schwierigkeiten bereitete dem Großhandel offensichtlich
 die Preisbildung. Interessänt Wär dabei die Fe
stellung, daß einige Betriebe bei ihrer Kalkulation vcn
der reinen Zuschlagskalkulation abgingen und entweder ESuUß®
schließlich oder zum Teil die Errechnung der Verkaufsprei
se durch Zurechnung von festen Zuschlägen je Zentner Ware
Zurechführten. Diese Methode ist deshalb besonders empfehlenswert,
 weil sie einmal zu einer Deckung der Kosten
führt und zum anderen die Schwankungen in den yinkaufspreisen
 nicht in ihren prozentuaien Verhältnissen auf die
Verkaufspreise überträgt. Hinsichtlich einer optimalen
Betriebsgröße ergab die Untersuchung keine eindeutigen
Anhaltspunkte, Hier spielt sowohl das Absatzprograäkcm,
der Umfang der Eigenverarbeitung und der Umfang des Einzugsgebietes
 eine entscheidende Bolle.
        <pb n="49" />
        VORSCHLÄGE

EEE N A EEE HA El EEE EEE

Warenarten

Schon die Beurteilung der Untersuchungsergebnisse enthält
den Hinweis, daß es für den Binnengroßhandel notwendig
sein wird, sein Warensortiment zu erweitern. Hieraus ergibt
 sich der Vorschlag, daß der Binnengroßnandel sich
besonders um die Förderung des Absatzes von Tiefgefrierware
 bemühen sollte, Da zu erwarten ist, daß in den
kommenden Jahren in ständig zunehmendem Maße eine Umstellung
 des Frischfischgeschäftes auf diese Warenart erfolgt
arscheint es erforderlich, diesen Vorschlag sc schneil
wie möglich zu verwirklichen, um zu dem Zeitpunkt, wenn
Tiefgefrierware in jedem Lebensmitteleinzelhandelsgeschäf
geführt und verlangt wird, über einen ausreichenden Markt
anteil zu verfügen.

Daneben wird es notwendig sein, daß Großhandlungen, die
bisher ausschließlich mit Fisch und Fischwaren gehandelt
haben auch andere Warenarten wie zum Beispiel Wild, Geflügel,
 Gewürze und alle Arten von Delikatessen in ihr
Absatzprogramm aufnehmen. Hierdurch kann nicht nur ein
Ausgleich in den unterschiedlichen Schwankungen des Absatzes
 nach Jahreszeiten erreicht werden, sondern in gewissem
 Umfang auch ein Kalkulationsausgleich durchgeführt
werden. Neben dieser Erweiterung des Sortimentes wird die
in einigen Betrieben vorgefundene Eigenfertigung von Mari
naden als besonders vorteilhaft für alle Betriebe empfohl£r

52

Materialfluß

Im Interesse der Qualitätserhaltung wird empfohlen, die
Ausstattung der Transportmittel hinsichtlich ihrer Mögz-
        <pb n="50" />
        h

Lichkeiten zur Kühlung und Temperaturhaltung zu verbessern.
 Außerdem legt die vorgefundene Ausnutzung der
Ladekapazitäten den Vorschlag nahe, die Ladefähigkeit
jer LKW nach oben zu begrenzen und bei Neuanschaffungen
sich auf Fahrzeuge mit einer Ladefähigkeit von höchstens
zwei Tonnen zu beschränken. Zum Teil kamn es auch wWirtschaftlicher
 sein, in den Zeiten mit den höchsten Mengenamsätzen
 zusätzlichen Frachtraum zu chartern als den
3igenen Fuhrpark auf diese Höchstbesnspruchungen ausZuUulegen.


5

Absatz

Nach Verwirklichung des Vorschlages der eine Erweiterung
des Warensortimentes zum Ziele hat, wird €S notwendig
und möglich sein, die Vertriebsorganisaticon durch den
Einsatz eines Vertreterstabes auszubauen und dadurch sowohl
 eine intensivere Bearbeitung der Kunden als auch
ine Sicherung des Gesamtabsatzes Zu erreichen.

Der Aufbau einer solchen Vertriebsorganisation wird es
Jen Betrieben gleichzeitig ermöglichen und £&amp;amp;ie such dazu
zwingen, ihrer werbung mehr Aufmerksamkeit Zu schenken
als bisher. Hier ist vor allem daran gedacht, daß sie
ihre Abnehmer bei deren Werbung für den Fischäabsatz
unterstützen. Diese Maßnahmen werden bescnders dänn
wichtig, wenn durch gute Anlandeergebnisse des Mengenangebot
 steigt und die Ware auf den Markt drängt.
        <pb n="51" />
        E

A

Wirtschaftlichkeit

Lediglich die Kalkulstionsmethoden bieten beim Binnenyroßhandel
 Ansatzpunkte ZU einer Erhöhung der Wirtschaftlichkeit.
 Hier kann die in einigen Betrieben bereits
vorgefundene Methode zur allgemeinen Anwendung empfchlen
werden, nach der die Zuschläge auf die Rohware nicht in
Prozent vom Einkaufspreis errechnet werden, sondern als
fester Satz je Mengeneinheit. Diese Sätze lassen sich im
wege eines verhältnismäßig einfachen Divisionsverfahrens
a3rmitteln, bei dem die Gesamtkosten eines bestimmten
Zeitraumes durch die während dieses Zeitraumes umgesetzten
 Mengen dividiert werden. Dieses Verfahren eignet
sich besonders für die Kalkulation für Frischfisch,
während die unterschiedlichen Verpsckungseinneiten bei
Industrieprodukten eine Zuschlagskalkulation empfehlenswerter
 erscheinen lassen. Diese Unterscheidung in den
Kalkulationsmethoden wird es in dern Betriescen allerdings
erforderlich machen, soweit möglien e1Nns Kostenabgrenzung
zwischen diesen beiden Warenarten Yorzunehmen und eine
Umsatzstatistik nach Menge und Wert ZU führen, die eine
entsprechende Aufteilung der Mengen nach Warenarten ernöglicht.
        <pb n="52" />
        LA

5 SCHLUSSBEMERKUNG

N

Die Untersuchung hat gezeigt, daß der Binnenfachgroßhandeli zur
Zeit ein unentbehrliches Glied in der wWirtschaftskette der
deutschen Fischwirtschaft ist, weil er vor allem für den Frischfisch
 die Verteilung bis auf das flache Land sicherstellt. Obwohl
 er damit eine echte volkswirtschaftliche Aufgabe erfüllt,
befindet er sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage.
Ursache hierfür sind die allgemeine Preisunsicherheit beim
Frischfisch, erschwerte Wettbewerbsbedingungen beim Umsatz von
verarbeiteten Fischwaren und die verhältnismäßig hchen Verteil
kosten. Die Beurteilung der Untersuchungsergebnisse und die
Vorschläge haben unter verschiedenen Gesichtspunkten darauf
hingewiesen, daß eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage
dieser Branche nur durch eine Erweiterung des Sortimentes der
einzelnen Betriebe und durch eine Förderung des Absatzes von
Tiefgefrierware erreicht werden kann. In der Zukunft wird es
auch für diesen Bereich darauf ankommen, daß er in die Lage
versetzt wird, seinen Einkauf und auch seinen Verkauf besser
zu steuern und zu planen als bisher. Hiermit wird er sich
aktiv an den für die gesamte deutsche Fischwirtschaft vorgeschlagenen
 Maßnahmen zur Ordnung des Materialflusses und zur
Neuregelung des MarktsystemeSs beteiligen müssen. Auch in
Aiesem Bereich werden langfristige Bindungen &amp;amp;N bestimmte
Lieferanten durch Lieferverträge über Mengen, Preise und
Sortierung die Grundlage für eine Sicherung der Existenz
schaffen können.
        <pb n="53" />
        ANLAGENVERZEICHENTS
IL

Kosten- und Erlösstruktur des Binnengroßnandels
        <pb n="54" />
        —

4.

us]

Kienbaum
Unternehmensberatung

Kosten- und Erlösstruktur des
Binnengroßhandels

Anlage:

ch

Kostenart

Warengruppe

Frischfisch I Industrieware
x (1 x (1

nı N

Einkaufswert der Ware
Eingangsfrachten
Verpackung

|

79,5
8,7
9,7

)

84,5
0,9

Materialeinsatz
Personalkosten
Kraftfahrzeugkosten
Betriebsmaterial
Energieverbrauch
Steuern und Versicherungen
 ;
Mieten
verschiedene Kesten
Abschreibungen

88,5
5,9
2,0
0,7
0,7

85,4
5,17
2,0
0,7
0,8

C, 5
0,1
0,9
1,4

0,5
0,1
0,8
1,5
Q

Vertriebssonderkosten

Gesamtkosten
Handelsertrag

100,5
100,0

LOO,CO

99,2

Betriebsergebnis
Neutrales Ergebnis
N
Unternehmensergebnis

;

- Q,5

5,8

1,2

5,7

2

Gesamt

%

(1

82,5

4,2
0,2

86,9
5,7
2,0
0,7
5,8

0,5
0,1
0,8
1,5

L,}

99,9

1O0O.C

3. 1

C

a

(1

= % von Produktionsertrag
        <pb n="55" />
        Bak 4841 "Mrieat 4 3 64.
        <pb n="56" />
        ?
$
$
;

ii
K

+C,
an

-
a
C
2

/ORSCHLÄGE

51

Warenarten

D

D

&amp;gt;&amp;gt;
N

NE
Or.
*

7
we)

x

be

&amp;amp;
€
o
©
o
N
5
nad
@}
N
®
I

&amp;amp;

&amp;gt;
Ts

Schon die Beurteilung der Untersuchungsergebnisse enthält
den Hinweis, daß es für den Binnengroßhandel notwendig
sein wird, sein Warensortiment zu erweitern. Hieraus ergibt
 sich der Vorschlag, daß der Binnengroßhandel sich
besonders um die Förderung des Absatzes von Tiefgefrierware
 bemühen sollte. Da zu erwarten ist, daß in den
kommenden Jahren in ständig zunehmendem Maße eine Umstellung
 des Frischfischgeschäftes auf diese Warenart erfolgt
epscheint es erforderlich, diesen Vorschlag sc schneil
wie möglich zu verwirklichen, um Zu dem Zeitpunkt, wenn
Tiefgefrierware in jedem Lebensmitteleinzeihandelsgeschäf”
geführt und verlangt wird, über einen ausreichenden Markt:
anteil zu verfügen.

Daneben wird es notwendig sein, daß Großhandlungen, die
bisher ausschließlich mit Fisch und Fischwaren gehandelt
haben auch andere Warenarten wie zum Beispiel Wild, Geflügel,
 Gewürze und alle Arten von Delikatessen in ihr
Absatzprogramm aufnehmen. Hierdurch kann nicht nur ein
Ausgleich in den unterschiedlichen Schwankungen des ÄAbsatzes
 nach Jahreszeiten erreicht werden, sondern in gewissem
 Umfang auch ein Kalkulationsausgleich durchgeführt
werden. Neben dieser Erweiterung des Sortimentes wird die
in einigen Betrieben vorgefundene Eigenfertigung von Mari
naden als besonders vorteilhaft für alle Betriebe emtfohler

o
DO

= 0
&amp;gt;
3
8
a &amp;gt;
5
3
zz Q
©
oO
“

2
“
&amp;gt;
»

52

Materialfluß

Im Interesse der Qualitätserhaltung wird empfohlen, die
Ausstattung der Transportmittel hinsichtlich ihrer Mögzz
        <pb n="57" />
        <pb n="58" />
        <pb n="59" />
        <pb n="60" />
        <pb n="61" />
        <pb n="62" />
        <pb n="63" />
        <pb n="64" />
        <pb n="65" />
        <pb n="66" />
        <pb n="67" />
        <pb n="68" />
        <pb n="69" />
        <pb n="70" />
        <pb n="71" />
        <pb n="72" />
        <pb n="73" />
        <pb n="74" />
        <pb n="75" />
        <pb n="76" />
        <pb n="77" />
        <pb n="78" />
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