7 Bahnhöfe angeordnet, also sieben Stellen, wo man von der Autobahn, ohne sie zu kreuzen, herunter kommen kann. Bei Kreuzung zweier Nur- Autostraßen ist die doppelte Zahl Rampen notwendig. Der 5. Internatio- 2ale Straßenkongreß in Mailand hält zwar auch theoretisch die Kreuzung der Fahrbahn bei Ab- und Anfahrt nach der Gegenseite für wünschens- wert, glaubt aber, sie zulassen zu können, wenn gute Signalisierung ein- zerichtet und strengste Fahrdisziplin gehandhabt wird. Ob das möglich und wirtschaftlich ist, wird nur die Erfahrung lehren. Die notwendigen Nebenanlagen, Tankstellen, Betriebsbahnhöfe, Abgabe- und Wächter- häuschen, Signalstationen, Beleuchtung, Ausbesserungswerke, Schranken, Sinfriedigungen usw. möchte ich nur erwähnen. Baumpflanzungen sind wegen des Laubfalles gefährlich und daher zu vermeiden. Auf hohen 3öschungen wird man zweckmäßig doppelte Hecken pflanzen. Die Baukosten einer Nur-Autostraße werden bei 3 Spuren zwischen 300 000 und 500000 Mark für 1 km betragen. Die Rheinprovinz rechnet für ihre 4-spurige Straße mit 17 Millionen Mark bei 31 km Länge, das sind rund 550 000 Mark pro km. Wir sind bei verschiedenen Planungen in Sachsen auf etwas geringere Werte gekommen, so etwa auf 350 000 bis 400000 Mark. Wie groß die Betriebskosten sein werden, wage ich trotz des ermutigenden Beispiels der oberitalienischen Nur-Autostraße und der Berechnung der Rheinprovinz heute nicht zu sagen. Das muß das weitere Studium der Frage bringen. Darüber werden vielleicht auch die Herren, die sich näher damit beschäftigt haben, uns heute weitere Mitteilungen machen können. Wenn man mit Abgaben von durchschnitt- lich 5 Pfg. für den Wagenkilometer eines Personenwagens und 10 Pig. tür den Wagenkilometer eines Lastkraftwagens rechnet, sollen die Aus- gaben für Verzinsung und Tilgung des Anlagekapitals und die Unterhal- tungskosten gedeckt sein. Unsichere Faktoren sind aber eben in dieser Rechnung zum mindesten drei: 1) die staatsrechtliche Frage, ob das Reich diese Abgaben zulassen wird, 2) die praktische Frage, ob sie der Verkehr annehmen wird, und 3) die Höhe der verlorenen Zuschüsse und Darlehen aus der produktiven Erwerbslosenfürsorge und der verlorenen Beiträge der öffentlichen und privaten Hand. Da kann man natürlich alle möglichen Rechnungen aufmachen und unter Umständen auch einmal etwas finanzieren, was sonst nicht geht. Es ist jedenfalls eine schwere Frage — ich werde mich infolgedessen hier nicht weiter damit beschäf- tigen. (Heiterkeit.) Im günstigsten Falle halte ich die Wirtschaftlichkeit nicht für ausgeschlossen. Ich erinnere mich eines Einzelfalls: In der „Avus‘“ in Berlin werden Abgaben erhoben. Da sagte mir ein Dresdner Professor, der auch in Berlin Kolleg hält und in der Nähe von Berlin wohnt, er führe, obwohl die Straßen in der Nähe gesperrt wären, stets in großem Bogen um die „Avus“ herum; die Ausgabe mache er grundsätzlich nicht. Ich fürchte, daß, wenn wir in Deutschland gute Landstraßen hekommen, die Herren Auto- 5