Wenn wir nun die Linie Berlin— Leipzig als ersten Teil ansehen, so verläuft sie in der Tiefebene von Berlin über Potsdam und Beelitz nach Treuenbrietzen, führt quer durch den Fläming, erreicht bei Wittenberg die Elbe und im weiteren Verlauf nach Überschreiten der Mulde die Fabrikstadt Bitterfeld. Die Strecke berührt zwischen Potsdam ınd Bitterfeld keine bedeutende Stadt und hat auch aus der Umgebung keinen nennenswerten Verkehr zu erwarten, sie kommt also im wesentlichen nur für den Fernverkehr in Frage. Technisch bestehen für den Ausbau keine Schwierigkeiten, Für eine Nur-Autostraße kommt eine Linie iber De ss a u — Roßlau (Elbübergang) und Belzig in Betracht, im Wettewerb mit einer Zweigstrecke über Zerbst nach Magdeburg, um diese selbst und das große Wirtschaftsgebiet mit den bedeutenden Bergwerksund Fabrikstädten südlich und südöstlich von Magdeburg anzuschließen. Bei dieser Führung würde sicherlich ein großer Teil des Verkehrs von Magdeburg nach Berlin, der jetzt die Straße über Genthin und Brandenburg benutzt, der Nur-Autostraße zugeleitet werden und überdies von Dessau über Cöthen, Bernburg und Aschersleben die kürzeste Verbindung zwischen Berlin und dem Harz hergestellt. Die Verlängerung der Wegstrecke beträgt ungefähr 8 km, ist also annehmbar. Zu erwähnen ist noch, daß die Strecke von Bitterfeld über Wittenberg nach Berlin den Freistaat Anhalt überhaupt nicht berührt. Deswegen haben wir die Dessauer Möglichkeit einmal mit erörtert. ; Von Bitterfeld führt die Straße in südlicher Richtung über die Kreisstadt Delitzsch nach Leipzig. Halle hat, wie schon erwähnt, durch Zweigstrecken nach Bitterfeld und Leipzig guten Anschluß. Eine Nur-Autostraße würde übrigens westlich von Leipzig geführt werden müssen, sc daß also tatsächlich beide Städte, Halle wie Leipzig, durch besondere Stichstraßen angeschlossen werden müssen. .a) für die Strecke Le ip zig —H of sind verschiedene Linienführungen nöglich. Eine Lösung habe ich bereits genannt: Die Linie über Borna, Altenburg, Gößnitz, Meerane, westlich von Zwickau, Reichenbach und Plauen, wobei die westlich dieser Linie gelegenen Fabrikstädte Greiz, Werdau und Crimmitschau durch kurze Zweigstrecken leicht angeschlossen werden können. Östlich ist durch das dichte und in zutem Zustand befindliche sächsische Staatsstraßennetz das gesamte sächsische Industriegebiet angeschlossen. Dieser Anschluß läßt sich noch günstiger gestalten durch Ausbau der Zweigstrecken Chemnitz—Zwickau und Chemnitz—Altenburg. . b) Eine zweite Linienführung folgt dem Tal der Elster von Leipzig über Pegau, Zeitz, Gera und Greiz nach Plauen. Sie bringt als Gewinn den Anschluß von Gera mit 81400 Einwohnern und von Zeitz, einer gewerbereichen Stadt mit 34 500 Einwohnern. Auf der anderen Seite geht jedoch der wichtigste, für die Benutzung des mittleren Teiles der Strecke ausschlaggebende Anschluß an das sächsische Industriegebiet zum 1. Berlin—Leipzig 2. Leipzig—Hof. 3°