Autostraßen“, bauen, oder soll man die vorhandenen Straßen mehr oder minder ausbauen und „Ausbaustraßen‘“ schaffen? ist doch letzten Endes überhaupt kein Streitgegenstand, Denn wenn man sich einmal über die Linienführung Klarheit verschafft hat, wird die Frage, wie der Ausbau erfolgen soll, ob durch Belassung der heutigen Straßen, ob durch Ver- breiterung und Verbesserung dieser Straßen, ob an gewissen Stellen durch Umgehungsstraßen oder ob letzten Endes durch Anlage von „Nur- Autostraßen‘“, lediglich eine Frage der örtlichen Verkehrsbelastung sein, weiter gar nichts. Man kann sich vorstellen, daß bei der sehr verschie- denen Intensität des Kraftwagenverkehrs sehr wohl der Fall, den Herr Ministerialrat Vilbig erwähnte, eintreten kann, daß nämlich ge- wisse Straßen, die als „Nur-Autostraßen‘“ geplant sind, sich in die Ge- samtführung des Fernstraßenzuges sehr wohl einschalten lassen. Aber ich darf von seiten der Studiengesellschaft eines bemerken: Gegen das Eintrittsgeld auf Teilen dieser Strecken hat die Studiengesellschaft starke Bedenken. (Zuruf: Sehr richtig!) Wenn wir wieder anfangen, zurück- zuverfallen in die Wegezollfröhlichkeit von vor 100 Jahren, so ist die Arbeit des deutschen Zollvereins und alles das, was vor 100 Jahren mit heißem, innerem Kampf errungen wurde, vergeblich gewesen. Dabei möchte ich auch aussprechen: Es ist nicht ohne Bedenken, diese Zoll- zuständigkeit auf einzelnen mehr oder minder kurzen Strecken einzu- führen. Meine Herren! Wenn die Wegezölle erst einmal irgendwo in Deutschland wieder eingeführt sind, wo ist dann die Grenze, und wer will dann bremsen? (Zuruf: Sehr richtig!) Ich kann mir sehr gut vor- stellen, daß man z. B. bei der schon erwähnten Umgehungsstraße Köln— Düsseldorf die Notwendigkeit als „Nur-Autostraße‘“ anerkennt, und daß man sie ganz ortsfrei und wegefrei führt, ich kann mir vorstellen, daß gewiß ähnliche Fälle bei der Umgehung von Leipzig oder an anderen Stellen der neuen Straße vielleicht sich vorfinden; daß man aber, meine Herren, an diesen Stellen einen Schlagbaum vorfindet und Eintrittsgeld bezahlen muß, scheint mir doch nicht ohne schwere Bedenken. (Zuruf: Sehr richtig!) Ich wiederhole, meine Herren, die Studiengesellschaft verspricht sehr. bereitwillige Mitarbeit bei der neuen Arbeitsgemeinschaft, unbe- dingtes Entgegenkommen bei allen Einzelplanungen: im übrigen emp- fehlt sie, in die sogenannte Streitfrage, wie die spätere Ausführung im einzelnen erfolgen soll, heute noch gar nicht einzutreten, weil diese Frage erst nach dem Abschluß sehr umfangreicher anderer Vorstudien aktuell werden wird. (Lebhafter Beifall) Herr Kommerzienrat Dr. Jodlbauer (Industrie- und Handelskammer München): Meine sehr verehrten Herren! An der Frage, zu deren Beratung wir