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        <title>Autofernstraße Berlin, Leipzig, München, Rom</title>
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      <div>Autostraßen“, bauen, oder soll man die vorhandenen Straßen mehr oder 
minder ausbauen und „Ausbaustraßen‘“ schaffen? ist doch letzten Endes 
überhaupt kein Streitgegenstand, Denn wenn man sich einmal über die 
Linienführung Klarheit verschafft hat, wird die Frage, wie der Ausbau 
erfolgen soll, ob durch Belassung der heutigen Straßen, ob durch Ver- 
breiterung und Verbesserung dieser Straßen, ob an gewissen Stellen 
durch Umgehungsstraßen oder ob letzten Endes durch Anlage von „Nur- 
Autostraßen‘“, lediglich eine Frage der örtlichen Verkehrsbelastung sein, 
weiter gar nichts. Man kann sich vorstellen, daß bei der sehr verschie- 
denen Intensität des Kraftwagenverkehrs sehr wohl der Fall, den Herr 
Ministerialrat Vilbig erwähnte, eintreten kann, daß nämlich ge- 
wisse Straßen, die als „Nur-Autostraßen‘“ geplant sind, sich in die Ge- 
samtführung des Fernstraßenzuges sehr wohl einschalten lassen. Aber 
ich darf von seiten der Studiengesellschaft eines bemerken: Gegen das 
Eintrittsgeld auf Teilen dieser Strecken hat die Studiengesellschaft starke 
Bedenken. (Zuruf: Sehr richtig!) Wenn wir wieder anfangen, zurück- 
zuverfallen in die Wegezollfröhlichkeit von vor 100 Jahren, so ist die 
Arbeit des deutschen Zollvereins und alles das, was vor 100 Jahren mit 
heißem, innerem Kampf errungen wurde, vergeblich gewesen. Dabei 
möchte ich auch aussprechen: Es ist nicht ohne Bedenken, diese Zoll- 
zuständigkeit auf einzelnen mehr oder minder kurzen Strecken einzu- 
führen. Meine Herren! Wenn die Wegezölle erst einmal irgendwo in 
Deutschland wieder eingeführt sind, wo ist dann die Grenze, und wer 
will dann bremsen? (Zuruf: Sehr richtig!) Ich kann mir sehr gut vor- 
stellen, daß man z. B. bei der schon erwähnten Umgehungsstraße Köln— 
Düsseldorf die Notwendigkeit als „Nur-Autostraße‘“ anerkennt, und daß 
man sie ganz ortsfrei und wegefrei führt, ich kann mir vorstellen, daß 
gewiß ähnliche Fälle bei der Umgehung von Leipzig oder an anderen 
Stellen der neuen Straße vielleicht sich vorfinden; daß man aber, meine 
Herren, an diesen Stellen einen Schlagbaum vorfindet und Eintrittsgeld 
bezahlen muß, scheint mir doch nicht ohne schwere Bedenken. (Zuruf: 
Sehr richtig!) 
Ich wiederhole, meine Herren, die Studiengesellschaft verspricht 
sehr. bereitwillige Mitarbeit bei der neuen Arbeitsgemeinschaft, unbe- 
dingtes Entgegenkommen bei allen Einzelplanungen: im übrigen emp- 
fehlt sie, in die sogenannte Streitfrage, wie die spätere Ausführung im 
einzelnen erfolgen soll, heute noch gar nicht einzutreten, weil diese Frage 
erst nach dem Abschluß sehr umfangreicher anderer Vorstudien aktuell 
werden wird. (Lebhafter Beifall) 
Herr Kommerzienrat Dr. Jodlbauer 
(Industrie- und Handelskammer München): 
Meine sehr verehrten Herren! An der Frage, zu deren Beratung wir</div>
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