ERSTER TEIL: GEOGRAPHISCHE GÜTERLEHRE < da 7 16. Der Reis im Welthandel 1926. von der Reisausfuhr Hinterindiens gehen etwa zwei Drittel nach asiatischen Ländern, besonders China und Japan, etwa ein Fünftel nach Europa, der Rest nach Amerika und Australien. Die Reisländer, Der Reis ist die wichtigste Nährfrucht der Monsungebiete. Ihre klimatischen Verhältnisse entsprechen am besten seinem hohen Bedürfnis an Wärme und Feuchtigkeit. Daß letztere auch durch künstliche Bewässerung zugeführt werden kann, begünstigt die weite Verbreitung der Pflanze in regenarmen Ländern. In China, Japan und Indien seit den ältesten Zeiten angebaut, verbreitete sich der Reis von hier aus nach Vorderasien und gelangte zur Zeit Alexanders des Großen in den Gesichtskreis der Kulturvölker am Mittelmeer. Durch die Araber wurde er seit dem 8. Jahrhundert in den südeuropäischen Ländern ver- breitet, und seit der Mitte des 17. Jahrhunderts wird er in Amerika gebaut, wo er sich heute vorzugsweise in den tropischen und subtropischen Gebieten der östlichen Küstenländer findet. Aber die außerhalb Asiens gebauten Reis- mengen sind im ganzen nur gering. Die Welternte läßt sich schätzungsweise auf 120—130 Mill. t an- geben. Sie ist trotz gelegentlicher Mißernten in langsamem Steigen begriffen. Von ihr entfallen etwa drei Viertel auf die sumpfigen Fluß- niederungen Chinas und Britisch-Indiens. Auch Japan, Nieder- ländisch-Indien, Siam und Französisch-Indochina erzeugen be- deutende Mengen. In diesen Gebieten schafft der Reis die Möglichkeit der Ernährung einer sehr dichten Bevölkerung. Für mehr als ein Drittel aller Erdbewohner bildet er die Hauptnährfrucht. Aber nur das weniger dicht bevölkerte Hinterindien vermag Reis in größeren. Mengen auszuführen. Die Häfen von Birma (Rangun), Siam und Indochina sind wichtige Reishandelsplätze. Erinnern wir uns, daß Vorderindien auch eine beachtliche Weizen- ausfuhr aufweist, so können wir die beiden Halbinseln als indische Kornkammer zusammenfassen. Auch Vorderindien und Japan führen etwas Reis aus, müssen aber in schlechten Erntejahren oft einen be- trächtlichen Teil ihres Bedarfs aus Hinterindien decken. China, das fast die Hälfte der Welternte erzeugt, kann jedoch trotz seiner reichen Ernten keinen Reis abgeben, ja es muß noch bedeutende Mengen für seine dichte Bevölkerung einführen. — In Europa bauen nur Italien im westlichen Po-Tiefland und Spanien im Ebrodelta und mit Hilfe künstlicher Bewässerung in der Huerta von Valencia Reis und vermögen davon sogar noch abzugeben. Im übrigen ist Europa — vor