135 (Mitte) und Orne (Süden), Mit Hilfe von Kohle aus dem Ruhrbezirk entstand in diesen Zentren in beispiellos schneller Entwicklung eine blühende Schwerindustrie, die mit ihren Leistungen in den letzten Vorkriegsjahren denen des Ruhrgebiets nahe kam. Mit der Gewinnung auch des deutschen Anteils wurde Frankreich der erste Eisenerzproduzent ganz Europas, der zweite der Welt, während Deutschland von der zweiten an die sechste Stelle in der Welterzeugung treten mußte. Die Verhältnisse liegen hier ähnlich wie hinsichtlich der Gewinnung der oberschlesischen Kohlenfelder durch Polen. Frankreich, das schon vor dem Erwerb Deutsch-Lothringens den größeren Anteil des Minettebezirks besaß und einen beträcht- lichen Teil der gewon- nenen KErze ausführte, verfügt jetzt über einen derartigen Überfluß, daß es ihn nur durch eine starke Steigerung der Ausfuhr nutzbar machen kann*!. In den letzten Jahren führte es ein knappes Drittel seiner Erzförderung nament- lich nach Belgien-Luxem- burg, aber auch nach Deutschland und den Niederlanden aus. In diesem Zusammenhange erhält das immer wie- der hervorgetretene Be- mühen Frankreichs, auch in den Besitz der größ- ten Eisenverarbeitungs- stätte des festländischen, Europas, des rheinisch- westfälischen Industriebezirkes, zu gelangen, eine besonders ernste Be- deutung (Ruhrbesetzung). Deutschland aber, das für seine hochentwickelte KEisenindustrie schon vor dem Kriege etwa zwei Fünftel der benötigten Roherze einführen mußte, ist jetzt darin noch mehr vom Auslande abhängig. Im Jahre 1927 führten wir fast drei Viertel unseres Erz- bedarfes vor allem aus Schweden, Spanien und Frankreich, aber auch aus Französisch-Nordafrika, Neufundland und vielen anderen Ländern ein. Die Deutschland verbliebenen 16 Eisenerzbezirke, die nur ein Fünftel der früheren Gesamtförderung liefern, liegen alle im Westen Deutsch- lands, zum größten Teil im Bereich der Mitteldeutschen Gebirgsschwelle. Dort finden sich auch die drei wichtigsten Vorkommnisse: die Spat- eisensteinlager des Siegerlandes (1926: 34,4% der Gesamtgewinnung). VI. DIE BERGWERKE DER ERDE 1 Außerdem verfügt Frankreich noch über gewaltige Eisenerzvorräte in anderen Teilen des Landes, namentlich in der Normandie, deren riesige Lager bisher nur verschwindend in An- spruch genommen wurden.