VI. DIE BERGWERKE DER ERDE 141 Lager Östlich des Lualaba, wo die grünen und blauen kobaltreichen Erze in großen Tagebaugruben gewonnen werden, während der west- lich des Stromes liegende Teil noch der Erschließung im großen harrt. Die Hauptschwierigkeit der Ausbeute besteht in den riesigen Ent- fernungen, die alle zur Gewinnung benötigten Maschinen und Mate- rialien nach Katanga und die Erze von Katanga zurücklegen müssen. Die Ausfuhr geht im wesentlichen den 2700 km langen Weg über die rhodesischen Bahnen nach dem portugiesischen Hafen Beira, während der Kongoweg mit seinen vielen Umladungen nicht in Betracht kommt. In Europa, das nur einen kleinen Bruchteil (5 — 6 %) der Weltkupfer- ausbeute liefert, aber fast die Hälfte von dieser verbraucht, sind die wichtigsten Förderstaaten Deutschland und Spanien. Deutschland gewinnt neben geringen Mengen in Schlesien sein gesamtes Kupfer an den Rändern des Harzes aus den schon seit fast tausend Jahren in Ab- bau begriffenen Kupferkieslagern am Rammelsberg bei Goslar und besonders aus den Kupferschiefer- Husirafam Ei flözen bei Mansfeld. Während es Afrika08% bei seiner hochentwickelten Indu- strie das Vielfache seiner Kigen- erzeugung an Kupfer einführen muß, vermag Spanien einen großen Teil seiner Ausbeute, die zu zwei Drittel den Minen von Rio Tinto am Südabfall der Sierra Morena ent- stammt, auszuführen. — Dasselbe gilt von Australien, dessen ge- ringe Vorräte allerdings schnell der Erschöpfung entgegengehen. Da- gegen ist Japan trotz zahlreicher Kupfervorkommnisse, von denen das wichtigste im zentralen Teil von Nippon (Mine von Ashio) gelegen ist, noch auf Einfuhr angewiesen. In zahlreichen Ländern sind noch Kupferlager nachgewiesen, die für eine künftige Weltversorgung in Betracht kommen können, so in Transvaal, in Kolumbien und Argentinfen, ferner in Alaska, China, Persien und Kaukasien. Auch die Kupfererzeugung und der Kupferhandel werden beherrscht von einem großen Trust, der „Copper Export Trading Co“, die etwa neun Zehntel der Weltkupfererzeugung kontrolliert. Ihr gehören fast alle amerikanischen Gesellschaften, die Katangaminen, die australischen Erzeuger und die dentsche „Metallgesellschaft“ an. % $ Belgien 13% k— Oesterreich 11% "Rußland 0,9% = Ybr Europa % 7 Y% 124. Kupfer-Weltverbrauch 1926. GOLD UND SILBER Gold und Silber, die von allen Metallen den Menschen am frühe- sten bekannt wurden, pflegen wir als Edelmetalle zu bezeichnen. Diese Benennung verdienen sie wegen ihrer schönen Farbe, ihres Glanzes und — das gilt namentlich vom Gold — wegen ihrer Wider- standsfähigkeit gegen atmosphärische Einflüsse. Sie werden in der Schmuckindustrie und in der Technik mannigfach verwendet. Ihre weltbewegende Bedeutung aber verdanken sie ihrer nach der Ver- drängung der Naturalwirtschaft durch die Geldwirtschaft allgemein gewordenen Verwendung als Zahlungsmittel. — Die jährliche Welt-