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        <title>Weltwirtschaftliche und politische Erdkunde</title>
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      <div>ERSTER TEIL: GEOGRAPHISCHE GÜTERLEHRE 
IL DIE FRUÜUCHTHAINE UND REBENGELÄNDE 
DER ERDE 
DIE FRUCHTHAINE 
Eine willkommene Abwechslung in die Mehl- und Fleischnahrung, 
die die Felder und Weiden dem Menschen liefern, bringen die Früchte 
der Bäume. Sie werden deshalb und wegen ihres erfrischenden Wohl- 
geschmackes von allen Völkern, deren Wohngebiet die klimatischen 
Bedingungen der Baumkultur erfüllt, in Gärten, Hainen oder hbe- 
sonderen Pflanzungen mit größerer oder geringerer Sorgfalt gezogen. 
Ihr Anbau ist nur in den polaren und subpolaren Breiten ausgeschlossen. 
In der Fruchtkultur der gemäßigten Breiten, auch in Gegenden, die 
an sich klimatisch gut geeignet für den Obstbau sind, richten die 
Frühjahrsfröste, die die Blüte vernichten, oft großen Schaden an. Da 
die Frostgefahr in geschützten Tälern und namentlich in der Nähe 
temperaturausgleichender Wasserflächen geringer ist, liegen die Schwer- 
punkte der Obstkultur z. B. in Mitteleuropa und Nordamerika häufig 
in Flußtälern und an den Ufern der Seen. . 
Den Wärme- und Niederschlagsabstufungen von der kühlgemäßigten 
zur tropischen Zone entspricht die große Mannigfaltigkeit der in Kultur 
genommenen Fruchtbäume. Sind die gemäßigten Zonen das Verbrei- 
tungsgebiet unseres Kern- und Steinobstes, die halbfeuchten Sub- 
tropen mit ihren trockenen Sommern das der Agrumen und der 
anderen mit ihnen als Südfrüchte zusammengefaßten Baumfrüchte, 
so bringen die heiße Zone und das Monsungebiet eine Fülle süßsaftiger 
Tropenfrüchte hervor, die bei uns zum größeren Teil nicht einmal 
dem Namen nach bekannt sind. In allen Fällen werden die gezogenen 
Früchte zum großen, ja‘ zum größten Teil, im Lande der Erzeugung 
verbraucht, schon, weil viele von ihnen einen längeren Transport nicht 
vertragen und weil infolge des verbreiteten Anbaus das Bedürfnis nach 
Einfuhr fremder Früchte, die ja den Genußmitteln näher stehen als 
den Nahrungsmitteln, nicht allzu groß ist. Aber in jeder der Haupt- 
wärmezonen, die den Fruchtbau gestatten, sind doch einige Erzeug- 
nisse zu Handels- und sogar Welthandelswaren geworden: in den 
gemäßigten Zonen die Äpfel und Pflaumen, in den Subtropen die. 
Agrumen Zitronen und Orangen, in den Tropen die Banane und 
die Ananas. Nur diesen Handelsfrüchten soll eine kurze Darstellung 
gewidmet werden. Daneben darf allerdings nicht außer acht gelassen 
werden, daß auch viele andere Früchte heute in verarbeiteter Form 
als Marmeladen, Jams, Canned fruits im Handel eine Rolle spielen. 
Obstbau. Äpfel haben im zwischenstaatlichen Handel in Europa 
nur untergeordnete Bedeutung; nur in wenigen Ländern sind sie eine 
wichtige Ausfuhrware. So in Frankreich, wo der Apfelbaum der 
wichtigste Kulturbaum ist und besonders in der Bretagne, der Nor- 
mandie und Picardie gepflegt wird. Die feineren Sorten werden aus- 
geführt, die geringeren zu Apfelmost — Cidre — verarbeitet. Auch 
Italien führt feines Tafelobst aus dem Po-Tiefland und Südtirol aus. Mit 
kleinen Exportmengen treten Belgien und die Niederlande auf. Im 
Welthandel eine viel wichtigere Rolle spielen die großen Mengen von 
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