Gebiet Auslandsgrenze in km Niederschlesien Reg.-Bez. Köslin . Schleswig-Holstein . . . . Reg,.-Bez. Frankfurt a.0O.. . . 227 196 59 29 Man erkennt an dieser Gegenüberstellung die grenzpolitisch ganz besonders schwierig gewordene Lage der Provinz Ostpreußen. Die bedeutsamste Folge der neuen Grenzziehung ist aber die Tatsache, daß Ostpreußen durch den polnischen Korridor vom übrigen Deutschland vollständig abgetrennt ist. Wie ein Blick auf die Karte zeigt, ist hiermit ein im Zeitalter der ‚modernen Verkehrswirtschaft einzigartiger Zustand geschaffen, weil ein organisch mit der deutschen Volkswirtschaft verbundenes Glied vom gesamten deutschen Wirtschaftskörper abgeschnitten worden ist. Was im übrigen der Verlust Posens und Westpreußens allein schon rein wirt- schaftlich für Ostpreußen bedeutet, erkennt man am besten aus dem Rückgang des Warenverkehrs mit diesen Gebieten; dabei ist jedoch in Betracht zu ziehen, daß diese Gebiete als Überschußgebiete vor dem Kriege erheblich größere Mengen land- wirtschaftlicher Erzeugnisse nach dem übrigen Reichsgebiet ausführten als heute. Während nach der Reichsbahnstatistik 1913 der Versand nach Westpreußen und Posen 35,4% des gesamten ostpreußischen Versandes ausmachte und der Empfang 14,8 % des gesamten Empfanges, sind die betreffenden Zahlen für 1925 4,8% und 1,8%. Im Jahre 1913 wurden nach der Güterbewegungsstatistik zwischen Ostpreußen und Posen-Westpreußen verfrachtet: nach und von Westpreußen. . . . . .. nach und von westpreußischen Häfen . . . nach und von Posen . . . 380 167 t 269 099 € „2... 165717t insgesamt 814 983 t Im Jahre 1926 wurden verfrachtet !): nach und von Westpreußen . nach und von Danzig . . . nach und von der Grenzmark 34737 t 32957 t 2 20229 insgesamt 87923 t Der derzeitige Güterverkehr beträgt also lediglich 10,7 % des Vorkriegs- verkehrs nach den Korridorgebieten. Der Verkehr mit dem Korridor betrug 1913 mit 814983 t 26,6% des Gesamtverkehrs Ostpreußens mit dem Reich. Heute ist dieser Verkehr zusammengeschrumpft auf 2,9% des ostpreußischen Gesamt- verkehrs mit den jenseits des Korridors gelegenen Gebieten des Reiches. Der Verkehr mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen, vor allem mit Getreide, Mehl, Futtermitteln, Hülsenfrüchten und Holz, zwischen Ostpreußen und den ab- getretenen Gebieten betrug 1913: 220 000 t, 1925: 17000t. Von besonderer Be- deutung war vor dem Kriege der wechselseitige Austausch für den Getreide- und Kartoffelverkehr insofern, als je nach dem Ausfall der Ernten in den einzelnen Gebieten der fehlende Bedarf aus nächster Nähe gedeckt werden konnte. Aber auch die ostpreußische Viehzucht ist durch die Abtretung schwer geschädigt worden. Während im Jahre 1913 191000 Stick ostnreußischen Viehs in Posen und West: 1) Bei diesen Zahlen ist allerdings zu berücksichtigen, daß der Verkehr mit den abge- tretenen Gebieten im Jahre 1926 durch den Zollkrieoe mit Polen beeinträchtigt wurde.