daß sie ein sicheres deutsches Bollwerk gegenüber den polnischen Bestrebungen bedeuten, Würden bei einzelnen Wirtschaften die manchmal 50 % der Stelle aus- machenden Wiesenflächen in Kultur gebracht, so würde die Scholle doppelt so vie) Menschen ernähren können, so daß in vielen Fällen eine Teilung solcher Grund: stücke an die einzelnen Söhne möglich wäre und der Abwanderung nachhaltig Ein- halt geboten würde. Auch die Durchführung der Neusiedlung setzt ın Ostpreußen in weitgehendem Maße Meliorationen voraus, da für Siedlungen nur gut dräniertes Ackerland und gut entwässerte Wiesenflächen in Betracht kommen. Die Hauptaufgabe auf dem Gebiete der Meliorationen bildet in Ostpreußen die Dränung entwässerungsbedürftiger Acker- und Grünländereien. Wie groß das Entwässerungsbedürfnis in. Ostpreußen ist, geht aus der großen Zahl bestehender öffentlich-rechtlicher Meliorationsverbände hervor. Am 1. Januar 1928 bestanden im jetzigen Gebiet der Provinz Ostpreußen: 878 Ent- und Bewässerungs- genossenschaften mit. . 190215ha Fläche und 27579682 Baukosten, 636 Dränagegenossen- schaften mit. ... . . 313507 „ » ” 47 Deichverbände mit . . 188851 , » # 18 Bodenverbesserungs- genossenschaften mit. . 1869 , » n 1179300 18 Unterhaltungsgenossen- . schaften mit... .. 7386 „ ” » 1477757 » zus. 1597 Meliorationsverbände mit 701828 ha Fläche und 118 081 881 Baukosten. 67 313 422 20 468 720 Im Jahre 1928 waren bis zum 10. November 1928 neu gegründet bzw. durch Abschluß der Meliorationsentwürfe zur Genossenschaftebildung vorbereitet 77 ge- nossenschaftliche Meliorationsvorhaben mit einer Gesamtfläche von 11 788 ha und einer Anschlagssumme von 4815 000 RM. In welchem Umfange noch ein Meliorationsbedürfnis in der Provinz Ost- preußen besteht, ergibt sich weiterhin aus folgenden Zahlen: Die Provinz Öst- preußen hat bei 3 704 650 ha Gesamtfläche (ohne die Haffe) 2 026 450 ha Acker- land und 670700 ha Grünland (Wiesen, Weiden und Hutungen). Von dem Ackerland sind, gering geschätzt, 60% entwässerungsbedürftig, das sind rund 1200000ha. Hiervon sind rund 300 000ha in 636 Dränage-Genossenschaften einbezogen. Die außergenossenschaftlich dränierten Ackerflächen umfassen schätzungsweise eine gleich große Fläche. Sonach harren noch 1 200 000 — 600.000 (300 000 + 300 000) =: 600 000 ha Ackerland der Entwässerung durch Vorflut- verbesserung und Dränung. Diese Flächen gehören überwiegend dem Klein- und Mittelbesitz. Von den 670000 ha Grünland (hiervon sind etwa 400 000 ha Niederungs- moor) sind nach Mitteilung des Landeshauptmanns von Ostpreußen gering ge- schätzt 80 %, das sind rund 535000 ha, meliorationsbedürftig. Davon sind bis jetzt rund 225C00ha in 1161 Ent- und Bewässerungs-Genossenschaften und Deichverbände einbezogen. Für rund 200 000ha bleibt sonach noch die plan- mäßige Entwässerung durchzuführen. Früher .wurde vielfach angenommen, daß die Entwäserung namentlich in den Grenzgebieten nicht durchzuführen sei, weil die Vorflut. nach Polen hin fehle; es hat sich..aber ergeben, daß auf deutschem Boden meist genügendes Gefälle vorhanden oder durch Regulierung der Wasserläufe solches zu schaffen ist. Außerdem werden in Polen jetzt auch planmäßig größere Meliorationen ausgeführt und dadurch die für Ostpreußen etwa noch erforderliche Vorflut geschaffen.