Erster geschichtlicher Teil Das zeigt sich in einer doppelten Weise, einmal in den Maß- nahmen, die sich auf die Fürsorge für die Nahrung beziehen und dann in den Maßnahmen, bei denen es sich um die Verhinderung eines zu starken Volkswachstums handelt. Beides steht dabei in engstem Zusammenhang. Die Tatsache, daß es sich auf dieser Stufe nur um eine Aneignung von Naturgaben handelt, bewirkt, daß nach einiger Zeit die Wohngebiete an Lebensmitteln lerschöpft sein müssen. Davon hängt es in erster Linie ab, ob die betreffenden Menschen längere oder kürzere Zeit an dem gleichen Orte wohnen können oder ob sie gezwungen sind, immer wieder andere Gebiete aufzusuchen, in denen ihnen die Natur wieder die Gaben bietet, derer sie zum Leben bedürfen. Damit hängt die nomadisierende Lebensweise dieser Völkerschaften zusammen, die Tatsache, daß sie zum Zweck der Nahrungssuche ständig umherwandern. Nur, wo die Nahrungsmittel in einzelnen Gebieten reichlicher vorhanden sind, da kann man auch eine größere Stetigkeit in den Wohnsitzen und eine größere Seßhaftigkeit beobachten. Wenn der Nahrungsspielraum, den ein bestimmtes Gebiet gewährt, erschöpft ist, wird ein neues Gebiet aufgesucht. Freilich ist das Wandern zu diesem Zweck in der Regel auf einen relativ engen Raum beschränkt. Aus diesem Verhältnis zwischen Volkszahl und Wirtschaft er- geben sich zwangsläufig ganz bestimmte gesellschaftliche Wirkungen, KRatzel hat davon einmal gesagt: „Eine dünne Bevölkerung, die einen weiten Boden, wenn auch in bestimmten Grenzen, nötig hat, erzeugt den Nomadenstaat, der wegen des Schutzes des weiten Raumes durch seine wenigen Bewohner immer eine militärische Organisation und Spitze haben wird. Bindet sich die Gesellschaft durch den Ackerbau fester an den Boden, so erteilt sie dem Staat Merkmale, die von der Zuteilung des Bodens an die Familie ab- hängen“ ”). In welchem Maße die gesellschaftliche, oder wenn man so will, die staatliche Organisation von den Verhältnissen des Menschen zum Nahrungsspielraum abhängt, kann man gerade bei diesen niederen Jägern auf das deutlichste beobachten. Denn dort, wo die Menschen immer gezwungen sind, zur Gewinnung ihrer Nahrung ihr Gebiet dauernd zu durchwandern und wo dieses Gebiet, wie so häufig, nur den dürftigsten Lebensunterhalt bietet, da können sich keine größeren politischen Einheiten herausbilden. Wir begegnen hier als der ursprünglichsten Form der gesellschaftlichen Gliederung der menschlichen Horde, die man schon als Parallelerscheinung zur ‘Ja. a. OO, S. 73.