Ergebnisse 473 von wesentlichem Einfluß sein können, haben wir an zahlreichen Fällen gesehen. Es liegt jedoch kein Grund vor, im Sinne von K. Marx von einem der kapitalistischen Produktionsweise eigen- tümlichen Bevölkerungsgesetz zu sprechen. Jedenfalls nicht in dem Sinne, daß „eine Übervölkerung von Arbeitern ein notwendiges Produkt der Akkumulation oder der Entwicklung des Reichtums auf kapitalistischer Grundlage ist“. Mit mehr Recht wird man sagen können, daß die kapitalistische Produktionsweise mit Hilfe der starken Triebkräfte, die sie durch die Kapitalakkumulation und durch die Entfaltung bis dahin nicht gekannter Wirtschaftsenergien in den Dienst des technischen und wirtschaftlichen Fortschritts stellen konnte, das Volkswachstum und die Besserung der Lebenshaltung der Arbeiter erst in dem Maße ermöglicht hat, in dem es die letzten Menschenalter erlebt haben. In diesem Sinne wird man, wenn man so will, von einem der kapitalistischen Produktionsweise eigentüm- lichen Bevölkerungsgesetz sprechen können, ein Bevölkerungsgesetz, dessen Wesen dann darin liegt, daß hierdurch die Voraussetzungen geschaffen worden sind, den Nahrungsspielraum so viel stärker aus- zuweiten, als es dem Wachstum der Bevölkerung in dieser Zeit entsprach. Daß es sich dabei auch um die ‚engsten Wechsel- wirkungen gehandelt hat, ist bereits dargelegt worden, Wenn auch von der gesellschaftlichen Seite her starke Einwirkungen, sowohl auf die Entwicklung des Nahrungsspielraumes als auch auf die Stärke des Volkswachstums ausgehen können, so handelt es sich doch bei den Zusammenhängen zwischen Bevölkerung und Wirtschaft letzten Endes um ein ökonomisches, nicht um ein gesellschaftliches Problem. Die Hemmnisse, welche die Natur, vor allem in dem Gesetz vom sinkenden Bodenertrag — aber auch ganz allgemein bei der Ausnutzung ihrer Gaben — der Arbeit des Menschen entgegen- stellen, sind ganz unabhängig von jeder, gleichviel wie gearteten gesellschaftlichen Ordnung. Das Problem besteht nur darin, ob die oder jene gesellschaftliche Verfassung der Wirtschaft die Voraus- setzungen und Kräfte erfolgreicher entwickeln kann, um diese Wider- stände der Natur immer wieder zurückzudrängen. In dieser Tat- sache, daß der Mensch für seinen Unterhalt auf die Gaben der Natur angewiesen ist, daß alle Produktion letzten Endes nichts anderes ist, als ein Kampf mit der Natur, um ihr mehr abzunehmen als sie freiwillig an Gaben bietet, liegt das Wesen der Produktion selbst begündet, die ja auch zunächst nur einen rein technischen Vorgang darstellt. In dieser Tatsache liegt der durchaus berechtigte aaturalistische Kern des Bevölkerungsproblems; nur daß es