478 Dritter Teil natürlich nur unter dem Gesichtspunkt der Zusammenhänge von Bevölkerung und Wirtschaft betrachtet, liegt; namentlich dann, wenn man, wie es die Anhänger der Geburtenregelung tun, eine mög- lichste Steigerung der Lebenshaltung erstrebt. Unter diesem Ge- sichtspunkt kann das Ideal weder darin liegen, daß die Volkszahl dauernd gegen den Nahrungsspielraum andrängt, noch darin, daß sie hinter dessen Wachstum zurückbleibt. Das Ideal kann vielmehr aur in dem liegen, was wir oben als Optimum der Bevölke- rung kennen gelernt haben: in einer Entwicklung von Bevölkerung und Wirtschaft, bei der die Volkszahl genügend groß ist, alle Gaben der Natur so vollkommen auszunutzen, daß damit der Ertrag der Arbeit und somit auch die Lebenshaltung ihren unter den ge- gebenen wirtschaftlichen Voraussetzungen höchsten Stand erreichen. Es kann durchaus der Fall eintreten, daß bei stagnierender oder abnehmender Volkszahl — das gilt in gleicher Weise für ein einzelnes Land wie für die ganze Erde — dieses Optimum der Bevölkerung nicht erreicht werden kann, ja, daß sogar bei ab- nehmender Volkszahl unter Umständen ein Volk hinter diesen optimalen Zustand, wenn er vielleicht einmal annähernd erreicht war, wieder zurückgeworfen wird.