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        <title>Bevölkerungslehre</title>
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            <surname>Mombert</surname>
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      <div>Einleitung 
hänge zwischen Bevölkerung und Wirtschaft nur in recht unvoll- 
kommener Weise zur Darstellung, und man kann sich mitunter des 
Eindrucks nicht erwehren, daß ein solch besonderer Abschnitt über 
die Bevölkerung doch eine Art von Fremdkörper in dem Ganzen 
ist, den man nur in Ermangelung eines anderen, eines besseren 
Platzes, an dieser und an keiner anderen Stelle untergebracht hat. 
Demgegenüber scheint es zweckmäßiger zu sein, die Fragen der 
| Bevölkerung an den Stellen in das System einzugliedern, an denen sie 
eine wirtschaftlich oder gesellschaftlich relevante Rolle spielen... Das 
kann einmal bei der Behandlung bestimmter ökonomischer Theorien, 
wie z. B. bei der Lehre von der Einkommensverteilung, der Lehre 
vom Lohn oder der Grundrente, der Fall sein, wobei ja unter Um- 
ständen der Volkszahl und dem Volkswachstum eine ziemliche Be- 
deutung zukommt. Das kann auch dort der Eall sein, wo in der 
Regel einleitend von den Grundlagen und den Bedingungen der 
Volkswirtschaft gesprochen wird, zu denen ja auch die Bevölkerung 
gehört. Das gilt ferner auch von der Lehre von der Produktion, 
wobei die Bevölkerung als Arbeitskraft mit ihrem ganzen Aufbau 
und ihrer Gliederung eine wesentliche Rolle spielt. Es sei nur an 
die Beziehungen erinnert, die zwischen Arbeitsteilung und Volks- 
dichte in einem Lande bestehen. Schließlich sei noch auf das 
Problem der quantitativen Beziehungen zwischen Produktion und Kon- 
sumtion hingewiesen. Hierher gehört nicht nur in gewissem Sinne 
die Frage der Wirtschaftskrisen, auch das quantitative Bevölkerungs- 
problem hat in diesem Zusammenhang seine richtige Stellung. Handelt 
es sich ja doch dabei um das Gleichgewichtsverhältnis zwischen 
Volkszahl und Nahrungsspielraum, d.h. um Veränderungen, die sich 
in den Größenverhältnissen zwischen Gütererzeugung und Güter- 
verbrauch zeigen oder doch anbahnen. 
Diese Bemerkungen sollten nur kurz dartun, wie etwa die Fragen 
der Bevölkerung zwanglos in ein System der Volkswirtschaftslehre 
eingegliedert werden könnten?). Freilich ist dies dann immer nur 
in kurzer Form oder mehr nebenbei möglich. Denn darin ist — wie 
schon betont — A. Wagner und Rümelin zuzustimmen, daß die 
Bevölkerungslehre kein Bestandteil der Volkswirtschaftslehre, sondern 
ein ihr koordiniertes Glied der Gesellschaftswissenschaft ist. Schon 
aus systematischen Gründen wird die Volkswirtschaftslehre nie im- 
1) Eingehender darüber P, Mombert, Das Gebiet der Bevölkerungslehre und 
ihre Stellung im Rahmen der Sozialwissenschaften, Jahrbücher f. Nat. u. Stat,, 
Bd. I14, 1020.</div>
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