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        <title>Bevölkerungslehre</title>
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            <surname>Mombert</surname>
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      <div>Erster geschichtlicher Teil 
Produktivität ist die Ursache der raschen Volkszunahme in einigen 
Au, Hal - Ländern gewesen. Nimmt künftig die Produktivität ab, so wird 
fu re  auch die Volkszunahme abnehmen“. Freilich vernachlässigt er auch 
#itieiters die andere Seite des Zusammanhangs nicht, wenn er meint, daß 
vi nftig die Nahrungsquellen reichlicher fließen werden, „reichlicher 
fließen, nicht trotz, sondern wegen weiteren Volkszuwachses“. 
Es soll an dieser Stelle nicht darauf eingegangen. werden, 
welche der hier wiedergegebenen Meinungen zutreffend sind. Es 
sollte sich — wie bereits betont — nur darum handeln, zu zeigen, 
welche Gesichtspunkte vor allem bei den nun folgenden historischen 
Darlegungen in Frage kommen. Es mag durchaus sein — soviel 
sei einstweilen vorausgeschickt — daß die Zusammenhänge auf den 
einzelnen Stufen der menschlichen Wirtschaft in der genannten 
Hinsicht verschiedene sind. 
Zweites Kapitel. 
Die primitiven Stufen. 
„Für jede Erdstelle liegt durch die ihr eigenen Naturverhältnisse 
der Einwirkung des Menschen (der Wirtschaft) gegenüber ein 
„Naturzwang“ vor; an jeder Erdstelle sind mit der sogenannten 
„natürlichen Ausstattung“ Naturstoffe und -kräfte an ganz bestimmten 
Orten und zu bestimmten Zeiten, in ganz bestimmten Mengen und 
Qualitäten gegeben. Mit diesem Naturzwang hat sich der Mensch 
in irgendeiner Art abzufinden; entweder kann er ihn passiv hin- 
nehmen und seine Bedürfnisse entsprechend, örtlich, zeitlich, quanti- 
tativ oder qualitativ begrenzen oder er kann dagegen reagieren, seine 
Bedürfnisbefriedigung von ihm zu befreien suchen“ ... „Wenn der 
Mensch seine Bedürfnisbefriedigung nicht vor dem Naturzwang be- 
freit, wird die Zahl der Menschen, der Ort ihres Vorkommens, die 
Art ihrer Bedürfnisbefriedigung und deren Zeit streng durch den 
Naturzwang oder die natürliche Ausstattung des betreffenden Erd- 
raumes reguliert. Wo die Natur ungünstig ist, können dann nur 
wenige Menschen sich aufhalten, und ihre Zahl hat ihre festen 
Schranken, sie schwankt auch mit der Gunst der Natur der ver- 
schiedenen Jahreszeiten *). 
Auf den untersten Stufen stehen die Menschen vollkommen 
unter diesem Naturzwang. Sie erhalten nur das an Nahrung, was 
1 E. Friedrich, Allgemeine und spezielle Wirtschaftsgeographie, 4. Aufl. 
1926, 5. 73/74 u. 77.</div>
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