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        <title>Bevölkerungslehre</title>
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            <surname>Mombert</surname>
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      <div>5, Kap. Die'Maximalbevölkerung der Erde 467

in seiner genannten Untersuchung darauf hingewiesen, daß die Ergebnisse
 der Ballodschen Berechnungen nach den glänzend
gelungenen Meliorationsexperimenten von Los Angeles und Mendoza,
die sogar klimatische Veränderungen im Gefolge hatten, korrekturbedürftig
 seien. Aereboe meinte sogar, es sei gar nicht die
Bodenfrage, die in erster Linie den Nahrungsspielraum der Menschen
bestimmte, sondern die Bodenausnutzungsmittel und die Kenntnisse
der Menschen *).
Wir finden auch in diesem Zusammenhang immer wieder betont,
 daß die Hauptunbekannte für die zukünftige Entwicklung des
Nahrungsspielraumes auf der Erde der Umfang sei, in dem das Meer
als Nahrungsquelle ausgenutzt werden könne. So meinte Losch,
daß es sich darum handle, „den sehr erheblichen Anteil festzustellen,
welchen nicht nur etwa der feste Landboden, sondern auch der
fAüssige Meeresboden zu der Ernährung der Menschheit tatsächlich
schon beisteuert, bzw. beisteuern kann. Dieser flüssige Boden ist,
wie bekannt, doppelt so groß als der Landboden und die Summe
von Lebewesen, welche die Wassermasse der Meere enthält, ist überhaupt
 noch nicht erforscht“. Hier liegen natürlich Möglichkeiten
vor, von denen wir uns heute kein genaueres Bild. machen können.
Nimmt man jedoch einmal die auf diese Weise errechnete
Maximalbevölkerung der Erde bei dem heutigen Stande der Produktions-
 und Verkehrstechnik als zutreffend an, so erhebt sich die
Frage, in welcher Zeit etwa diese Höchstzahl erreicht werden kann.
A. Fischer ging dabei von der Bevölkerungsvermehrung auf der
Erde im Verlaufe des 19. Jahrhunderts aus und kam zu dem Ergebnis
 — das natürlich auch nur approximativen Wert beanspruchen
kann — daß sich die Erdbevölkerung von 1800—1900 von 775 auf
1564 und von da ab bis zur Mitte des Jahres 1925 auf 1862 Millionen
Köpfe vermehrt habe. Auch für diesen Zusammenhang gilt das
ben Dargelegte, daß es hierbei nur auf das absolute, nicht auf das
"elative Wachstum der Bevölkerung ankommt und daß das Erstere
progressiv vor sich gehen muß, wenn das Letztere sich gleichbleibt.
Fischer kam zu dem Ergebnis, daß in dem betrachteten Zeitraum
das Volkswachstum der Erde in progressiver Weise erfolgt ist. Für
die letzten Vorkriegsjahre hat er das jährliche Wachstum der Erdbevölkerung
 mit 9 pro mille berechnet. Man kann sich daraus schon
»in ungefähres Bild von den Tendenzen des Volkswachstums auf der
Erde machen, wenn man annimmt, was allerdings keineswegs fest.

1) Das Ernährungsproblem, a. a. O., S. 166 ff.</div>
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