— 135 —

jringt sinkende Heiratsfrequenz und damit eine sinkende Geburtenziffer mit
sich. Mit dem wachsenden Anteil der Alten an der Gesamtbevölkerung
°rhalten die ausgesprochenen Alterskrankheiten (Herzkrankheiten, Arterienverkalkung,
 Krebs) erhöhte Bedeutung (vgl. Beiträge zur Statistik der Stadt
Bern, Heft 9, „Todesfälle und Todesursachen‘‘, S, 110, 123). Aus diesem
Grunde ist früher oder später mit einer Erhöhung der allgemeinen Sterblichkeitsziffer
 zu rechnen, ohne daß daraus auf eine Verschlechterung der hygienischen
 Verhältnisse geschlossen werden könnte.

In welchem Maße die Binnenwanderungen den Altersaufbau in städtischen
ınd ländlichen Gebieten beeinflussen, zeigen die nachstehenden Zahlen. Nach
Jer Volkszählung 1920 standen im Alter von 60 und mehr Jahren:

in der Schweiz .....
in industriellen Bezirken .....
in landwirtschaftlichen Bezirken .....
im Kanton Ben essen
in der Stadt Bern -

Einwohner
äberhaup*

Männer

Frauen

50
101
&amp; 102
95 3% 112
87 81 94
72 61 80

Die ländlichen Gebiete weisen demnach einen höheren Prozentsatz an über
50 Jahre alten Personen auf als die städtisch-industriellen Bezirke. Das rührt
nicht etwa davon her, daß die Leute auf dem Lande langlebiger wären als in
der Stadt, sondern daß Personen im produktiven Alter vom Lande in die
[ndustriegebiete, vornehmlich in die Städte abwandern, Die Stadt absorbiert
die Arbeitskräfte des Landes, weshalb in den Städten die mittleren Altersstufen
 stärker, die höheren dagegen schwächer besetzt sind als auf dem Lande.
Da die Industriestädte mehr Männer anziehen, neigen sie zu einem geringeren,
Hauptstädte, Rentnerstädte und Verwaltungszentren dagegen in der Regel
zu einem stärkeren Frauenüberschuß, da letztere vornehmlich weibliche
Zuwanderung (häusliche Dienstboten, Verkäuferinnen) erfahren. Als Beispiele
für diese beiden Stadttypen können Bern und Zürich angeführt werden. An
Zürichs Wanderungsgewinn waren in den Jahren 1923/28 die Männer mit 55 %
und die Frauen mit 45% beteiligt, während vom Wanderungsgewinn Berns
in den Jahren 1924/29 die Männer nur 34%, die Frauen aber 66% ausmachten.


Nach diesen allgemeinen Erörterungen soll im nachstehenden ein Überblick
über die Hauptergebnisse der Erhebung gegeben‘ werden, soweit sie sich auf
die mehr. als 60 Jahre alten Personen beziehen. Aüuf die einzelnen Quartiere
verteilen sich die 9143 über 60 Tahre alten Personen wie folgt: