(831) 1863 April21 a ————————— 139 Geschütz einer dementierenden Erklärung antworten zu lassen. Laß den Kerl seinen eignen Dreck ausfressen, wenn er was kann, so braucht er keine Testimonia von Dir, und wozu sollst Du Dich kompromittieren, nachdem Du ihm einmal gesagt, daß er doch 5 nicht mit uns gehen kann, oder wir nicht mit ihm. Welche Dumm- heit schon, sich in die Schulze-Delitzschschen Knotengeschichten zu mischen und zu versuchen, grade da auf Grundlage unsrer früheren Arbeiten sich eine Partei zu bilden. Grade daß der S[chulze]-D[elitzsch] und andres Pack die Knoten während wo dieser bürgerlichen Zeit zur Höhe der bürgerlichen Anschauung zu erheben sucht, kann uns nur erwünscht sein, sonst hätten wir diese Geschichte während der Revolution auszufressen gehabt, und in Deutschland, wo die Kleinstaaterei Alles so kompliziert macht, hätte diese Konrinthenscheißerei uns als etwas Neues, w# Praktisches entgegen gehalten werden können. Das ist jetzt er- ledigt, wir haben unsre Gegner jetzt in der richtigen Stellung, und der Knote ist zum Selbstbewußtsein gekommen und damit in die kleinbürgerliche Demokratie versetzt. Aber diese Kerls als Re- präsentanten des Proletariats ansehn, das blieb Itzig überlassen. 2 Der Witz mit Studiosus Blind hat Lupus und mich sehr amü- siert. Lupus hat wieder einen schweren. Gichtanfall gehabt, er- schwert durch seine eigensinnige Methode, stets halbkuriert aus- zugehn und Stunden zu geben, und erst zum Doktor zu schicken, wenn Alles zu spät ist und alle Medizin aufgefressen. Da hilft 2 aber kein Predigen, „ich gehe“. Ich habe in der letzten Zeit russische Geschichte rückwärts ge- lesen, d. h. zuerst die Teilung Polens und Katharina, jetzt Peter I. Ich muß sagen, für die Polacken von 1772 sich zu begeistern, da- zu gehört ein Büffel. Im größten Teil von Europa fiel doch damals zo der Adel mit Anstand, teilweise mit esprit, so sehr auch seine all- gemeine Maxime war, daß der Materialismus in dem bestehe, was man esse, trinke, ficke, im Spiel gewinne oder für Schuftereien bezahlt erhalte; aber so dumm in der Methode, sich an die Russen zu verkaufen wie die Polacken, war doch sonst kein Adel. Sonst » ist die allgemeine Käuflichkeit der gentils-hommes in ganz Europa sehr heiter anzusehn. Weiter hat mich die Geschichte des Mon- sieur Patkul sehr interessiert. Dieser Bursche ist wirklich der Er- finder der ganzen russischen Diplomatie und hat bereits in nuce ihre sämtlichen Kniffe, Wenn Du seine 1795 in Berlin erschie- ın nenen Berichte an die russische Regierung nicht hast bekommen können, so wollen wir versuchen, durch Annonce im Buchhändler- Börsenblatt uns ein Exemplar zu verschaffen. Wie wenig haben übrigens die Nachfolger dazu getan! Immer dieselben Wendun- gen, immer dieselbe Manier jedem Land gegenüber. Übrigens ge- ıs hört die Objektivität der Livländer, die absolut kein nationales. Z. 92 (Laß ... ausfressen)