Die gewerblide Arbeit in ihrer Entwidlung. 9

fönnen, was {ich ohne unjer Zutun in der Natur abfpielt: wir
[egeln mit dem Winde, wie er fich erhebt, und laffen von dem
Bache unfere Mühlen treiben, wie ftark oder [Hmach er fließt.
Später lernen wir die natürlichen Vorgänge lenken, beein:
Hufen, daß jie rafcher oder Iangjamer, ftärker oder |Hwächer
in ihren Wirkungen fich abfpielen, Endlich vermögen wir den
Prozeß, die Kraft felbfttätig zu erzeugen, die un8 dienen follen.
Bu dem Kennen muß Jih das Können gefellen; neben die
Nugung der Naturkräfte muß die Betätigung der eigenen
Kräfte treten. In dem Maße, mie wir die Gefeke der Natur
erfor] hen, muß [ich unjere Fähigkeit entwideln, geftaltend auf
fie einzumirfen mit unfjerer eigenen Hände Arbeit: muß Yich
Das zu höheren Formen entfalten, was man etwa die Arbeits:
funit zu nennen verhucht wäre,
Verfolgen wir die Menfhheit auch auf diefent Entwicklungs:
gange und Juchen wir die einzelnen Stationen diefer via erncis
uns zu vergegenwärtigen, {Do wird unjer Wugenmerk zunächft
auf einen Vorgang gerichtet fein müjfen, in dem {ich die Methoden
 des Arbeitens jelbit vervollfommnen. Ich meine die Art
und Weife, wie fich die bloße Fähigkeit entwidelt, die Glied:
maßen, aljo {o gut wie ausjchließlich die Hände für die Bes
arbeitung der Sachen durch allerhand ingeniöfe Hilfsmittel ges
eigneter zu machen. Daß auch dabei die Finger nur die willig
gehorchenden Organe des erfinderi/hen Hirnes find, braucht
nicht bejonders betont zu werden.
Da ift e8 nun vor allem ein Differenzierungsprozeß der
Arbeitzaufgaben und damit der Arbeitsleiftungen, in denen fich
die menfchliche Arbeitskunit verfeinert und läutert, Mit fort
jchreitender Kultur mehren fi einmal die von der meniHlichen
Arbeit zu bewältigenden Probleme: e8 werden immer neue
Süter in den Bereich unjerer Bedarfsbefriedigung gezogen
und {horn dadurch bereichert fich die Skala unjerer Arbeits
verrichtungen. Bon der urfprünglich einzigen und einheitlichen
Arbeitsleiftung: dem Aufkcaben der Erde zu einer Höhluna bis