16 Die gewerblide Arbeit und ihre Organifation,

wird das Kotationsprinzip — und mit Recht — vor allem Für
ein Gebilde, eine Form des Arbeitsmittel in Unjpruch genommen,
 „welches wir Majchine nennen“. Unfer Intereffe
wird nunmehr durch die Frage in Unfpruch genommen: welches
ijt das in der Machine überhaupt zum Ausdruck kommende
Prinzip? Iit die Majchine etwas AWefensanderes als das Werkzeug?
 Bezugsiweife worin unterjheidet {ich eine Mafjchine von
einem Werkzeug? Eine Mafchine ift ein Arbeitsmittel oder
ein $ompler von Jolchen, welches derart eingerichtet ift, daß es
eine Arbeit, die fonft der Menfch verrichten müßte, an Stelle
des MenjHen ausführt, ein Arbeitsmittel alfo, weldes nicht —
womit wir die Majchine Jcharf gegen das Werkzeug abgrenzen—
 men|chliche Arbeit unterftübt, fondern menfchliche Arbeit
erjeßt.
Man hat häufig unfere Zeit als Majdhinenzeitalter „fo ge
jmeichelt, wie verflucht“. Dachte man dabei daran, eine bes
Yonders rajche Entwidlung der Mafchinerie als unferer Zeit
harakteriftifch Hinzujtellen, fo läßt fich dagegen nichts ein:
wenden. Zuweilen begegnet man aber fogar in wiffenjchaftlichen
 Auslafjungen au Heute noch der Vorftellung: als ob
um die Wende des 18. Jahrhundert? die Mafjchine überhaupt
erit in die Erfheinung getreten fei und die Jahrhunderte vorher
eine majdhinenlofe Zeit gewefen feien. Diefe Unnahme ift ganz
und gar verkehrt. Die Mafchine ijt fo alt, möchte man Jagen,
mie das Werkzeug; fie begleitet den Menjchen auf allen Etappen
der Kultur und wächft in langjamer, {AHrittweifer Entwicklung
zu der Heute erreichten Volllbomımenheit heran.
Wir haben uns nach dem Vorgang Neuleaux’ jebt daran ge:
wöhnt, als erfte Majchine, alfo als den „erften {Hüchternen
Verfuch des Menfhen, zwei außer ihn ftehende Nörper zu einer
beftimmten gegenfeitigen Bewegung zu zwingen“, den Feuer:
quirl 31 betrachten, Dann fällt aber der Anfang der Mafjcdhinenentwiclumng
 in eine Zeit, in der die Menjchen das Feuer bloß
erjt zu religiöfen, noch nicht zu gewerblichen Zmweden nukten,