Das Altertum.

47

er
A111

itärfiten Maße in den orientalij hen Kulturftaaten von einer
Epoche gefolgt gewefen ift, die Züge des gewerblichen Kapitalimu8
 im modernen Sinne trägt. ®anz unzweifelhaft aber
ijt e8, daß [omwohl das freie Handwerk. wie der gewerbliche
Kapitalismus nicht annähernd eine [o mächtige Entfaltung erfahren
 Haben, wie etwa im germanifdh-romanifchen Kıltur«
gebiet mährend des Mittelalters und der Neuzeit. Man wird
vielmehr foviel Don der Rodberius-Bücherfchen Auffalfung mit
aller WahrfHeinlichteit als unumftößlihe Erkenntnis retten,
daß in der Tat die Wirt/haft des Altertums, insbefondere alfo
auch die gewerbliche Produktion, in viel weiterem Umfang al
die [pätere Wirtjchaft in den Formen der Eigenproduktion
teen geblieben ift. Die Eigenproduktion, die allerdings in
der Form der erweiterten Eigenwirtfhaft zu unftvoller Ent.
wiclung gelangt ijt. I8 Grund diefer, dem Altertum eigen»
tümlichen Wendung der Dinge wird man das Vorhandenfein
der Stlaverei anfprechen dürfen. Will man aljod ein Spezifitum
 fuchen, das die Wirtfchaft des Altertums be»
fonders hHarakterifiert, fo wird man, das [heint jeßt [don
unzweifelhaft, die befonders Hoch entwidelte Form der Häuslichen
 Eigenproduktion als Jolhes annehmen miütffen.
Die Bezeichnung für dieje ausgebildete erweiterte Cigen»
wirtfchaft ift die der Diken-Wirtfchaft (von Dikvs. = das
Haus). Bon ihr finden wir Schilderungen [owohlin der afıati] hafrifanifchen
 Kulturwelt, wie namentlich auch tm @riechenland
und Rom. So erfahren wir beifpielsweije von großartiger
eigenwirt{haftlicher Organifation mit dementjprechend handwerksartigen
 gewerblichen Arbeitern unter der XIIL DYnaftie
aus Ägypten:
„Wie die Großen von Memphis, fo befaßen auch die Borfteher
 des Nomos Mah Hürige, die ich auf jedes Handwerk verftanden.
 Bimmerleute und Schiffsbanmeijter fällen Bäume
und behauen fie, Tifchler und Stellmacher jehen wir bei feines
ter Arbeit, Steinmeben, Bildhauer und Unitreicher rühren die

IC

|

1

In
1:

iM

}

NT

CE

{+

1

zz