50 Überblid über d. gefhicht!. Entmidlung d. Gemwerbemelens.

vinz oder weilt er auf einem feiner Landgüter, {o unterhalten
unfreie Ruriere und Yriefboten den täglichen Verkehr mit der
Hauptitadt, Und was follen wir erft von demr SHavenhofftaat
der Herrin jagen, über den Böttiger ein eigenes Buch („Sabina“)
 gefhrieben hat, von dem unendlich | pezialifiertem Wartund
 Erziehungsper]onal der Kinder! € war eine unglaubliche
Menjchenverjchwendung, die hier getrieben wurde; {chließlich
aber wurde mittel diejes vielarmigen, durch ein großartiges
Büchtungs- und Erziehungs] yjtem erhaltenen Organismus der
gef hloffenen Hauswirt| haft die perfönliche Kraft des SHaven-Herrn
 vertaufendfacht, und diefer Umftand trug wejentlich dazı
bei, die Herrichaft einer Handvoll Ariftokraten über eine Halbe
Welt zu ermöalichen.

Zweites Kapitel.

Das Mittelalter.

Wenn wir den Entwickungsgang verftehen wollen, den das
wirt/haftlidhe Leben der germanifch-romanifchen Rulturmwelt
während des Mittelalters genommen hat, {o werden wir uns
|tet$ gegenmärtig halten müffen, daß eS zwei Ströme find, die
in dem Bett der Wirt| haft jener Zeit zujammenfließen. uf
der einen Seite i{t es die primitive wirtfchaftliche Kultur, wie fie
die wandernden Kelten, Germanen und Slaven bei ihrem Ein
tritt in Europa mitbringen, die auf Jahrhunderte hinaus die
Sigenart ihres Wirtfchaftslebenz beftimmt. Zu ihr tritt dann
aber in einem mehr oder weniger ftarfen Maße die Über:
(ieferung der Hohen wirtjchaftlidhen Kultur, mie ie das aus
gehende römifche Katferreich entwidelt Hatte, In der Verzinigung
 diefer beiden Ströme liegt eine der herborftechenden
Eigenarten mittelalterlichen Wirt] haftslebens und insbefondere
ijt auch das Gemerbewefen jener Zeit gar nicht anders zu veritehen,
 als aus einer Vereinigung jener beiden disparaten
Ölemente.