54 Überblie über d. gefhichtl. Entwicklung d. Gewerbeivefens.

Bogelfang u. a. m. Für feine größeren Bauten, 3. B.in Machen,
ließ Karl der Große Künftler und Meijter aus der weiteften
Herne berufen, daher findet man feit diejer Zeit auch Gofbaumetjter
 und Hofmaler, Alle diefe Auünftler und Handiverker
nebit ihren Meijtern und den fonftigen Borftehern Jind den
herr{ hHaftlichen Richtern untergeordnet gewejen. Die Aünfiler
und Handwerker waren daher felbjt Hofbeamte, und wie die
Hrauen in eigenen Arbeitshäufern zufammen gearbeitet haben,
[0 waren offenbar auch die Handwerker und Künftler in diefen
Arbeitshäufern, Kammern und Schreinen unter eigenen Bor.
itehern vereinigt. Für ihren Unterhalt erhielten die höheren
und angefeheneren Hofbeamten Benefizien, die niederen Dofdiener
 und Kolonen aber gegen Bing und andere Seiltungen
Bauerngüter. Die übrigen Diener wurden von ihrer Herr{chaft
gefleidet und ernährt oder fie erhielten ein beftimmtes Quan:
tum bon Getreide u. dal. mehr, eine Pfründe (provenda), von
welcher biefe Art von Taglöhnern Pfründner (provendarli
oder prebendarii) genannt wurden (v. Maurer). ;
Wenn naturgemäß auch in den Villen Karls des Öroßen diefe
erweiterte Figenwirtfchaft den Höchiten @rad ihrer Vollendung
 erreichte, fo miüfjfen wir doch ung in Heineren Dimenfionen
 eine ähnlihe Verfajfung der größeren Wirt] haften,
wie gejagt, über das ganze Weiteurobda der. damaligen Zeit
verbreitet denken.
II. Die Epoche des Handwerks.
Sandwerkmäßige Wirt[chaft ijt, [oviel wir wiffen, bisher am
veiniten in der Gefchichte in den Städten des eurDbäil chen
Mittelalters zur Entfaltung gelangt. In jenen Städten,
feinen und mittleren Umfanges (wir wijfen heute, daß felbit
die größten Stäbhte des Mittelalters nicht mehr mie 30 — 40000
Einwohner hatten), wie fie fich entweder aus der Römerzeit
heraus erhalten hatten oder aber aus Sründen, denen hier nicht
nachzugehen ift, feit dem 12. Jahrhundert fich allenthalben in
Weitenropa zu entwideln begannen. Auch diefe Handmerk2-