Das Mittelalter.

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Hundert nachläßt. Die Gründe für diejen geringen Bevölfevungszumachs
 find befannt. € find der Mangel an aller
Hygiene in Stadt und Land, Häufigkeit und Blutigkeit der
Kriege, vor allem aber die beiden Seißeln des Mittelalters,
Hungersnot und Seuchen, die gern in Gemeinfchaft ich ein-$tellten.
 Dann aber war während langer Jahrhunderte insbefondere
 auch die landwirt/haftlihe Überfchußbevölferung,
alfo derjenige Bevölferungsteil, für den in der Sphäre der
Jandwirtfchaftlichen Tätigkeit fein Spielraum ift, gering. Eine
geringe landwirtfchaftliche Überfchußbevölkerung it aber dann
vorhanden, wenn für die ländliche Zumachsbevölferung die
Möglichkeit befteht, durch Intenjität des Anbaues oder Befiedelung
 von Neuland ihre Arbeitskräfte zu verwerten. Das
aber war eben der Fall in den meiften ändern Wejtenropas
während der genannten Zeitepoche, Endlich ijt, was die Ge-Staltung
 der Bevölferungsverhältnijfe anlangt, bedeutjam für
die Erxiftenzfähigfkeit des Handwerks die geringe Dichtigkeit und
die geringe Agglomeration der Behölferung, wie fie ebenfalls
das europäifche Mittelalter Harakterifiert.
Bon der gewerblichen Technik jener Zeiten wijfen wir
jedoch mit einiger Sicherheit, daß fie einen verhältnismäßig
niedrigen Stand nicht überfchritt. Wir Können das aus der
Höhe der Preije, aus der Menge der befchäftigten Arbeiter, aus
der Länge der Produktionsdauer, [owie aus der Art des Gefamtberfahrens,
 das bei der Herftellung gewerblicher Erzeugniffe
 angewandt wurde, ohne weiteres hließen. Wenn wir erfahren,
 daß eine Tonne Eijen im 14. Jahrhundert in England
nach heutigent Geldwert über 2000 Mark Koftete, daß im
15. Sahrhundert für die Heritellung im Laufe eines Jahres
von 5140 Stück Tuch, das ift die heutige Monatsproduktion
einer großen Fabrik, taufend Perfonen nötig waren, daß ein
gutes Schloß zu fertigen noch Ende des 15, Jahrhunderts
14 Tage in Anfpruch nahm, Jo Jind das [hon Symptome genug,
um daraus den geringen Grad von Produktivität der gewerb-