66 Überblie über d. ge[dhicht!. Entwichung d. Getverbeivejens.

wirt!chaft und treibt die Menfchen in die Wirbel der Erwerbs:
wirt Haft hinein. Erobern heißt hier im Gebiete des materiellen
Strebens erwerben: eine Geldjumme vergrößern. Und nirgend8
 findet das Unendlichkeitsfireben, findet das Macht{treben
ein feinem inneriten Wefjen jo fehr gemäßes Feld der Betätigung
wie in dem Jagen nach dem SGelde, diejem völlig abitrakten,
aller organifch-natürlidhen Begrenztheit enthobenen Wert:
Jymbole, deffen Befiß dann immer mehr auch als Macht ymbol
erfcheint. |
Ich habe an anderer Stelle ausführlich dargetan, wie fich
diefe Gier nach Gold und Geld zunächst und lange Beit hin
durch neben dem Wirt] hHaftsleben ein Bett gräbt und zu einer
Reihe von Erjdheinungen fiihrt, die mit dem Wirtfchaftsleben
nicht? zu tun haben, da die Menjchen zunächft das Gold oder
das Geld außerhalb des Kreifes ihrer normalen wirtfchaftlichen
Betätigung zu erlangen Irachten.
Dann aber dringt diejer Geift der Eroberung auch in das
Wirt) hHaftsleben ein, und damit tritt der Kapitalismus in die
Erfcheinung: jenes Wirtfchaftsfyjten, das in munderbar unftvoller
 Weife dem Unendlichtkeitsitreben, dem Willen zur Macht,
dem Unternehmungsgeifte auch und gerade im Gebiete der
Ulltagsforge für den Unterhalt ein befonders fruchtbares Feld
der Betätigung eröffnet. Die Kapitaltjtijche‘ Wirt] dhaftsweife
bejigt dieje Eignung deshalb, weil unter ihrer Herr{haft im
Mittelpunkte aller Zwedfjeßung nicht eine lebendige Berfönlich-Feit
 mit ihrem natürlichen Bedarf, fondern ein UWbftraktung: das
Kapital jteht. In diejer Abftraktheit des Zmwedes liegt feine
Unbegrenztheit. In der Überwindung der Konkretheit aller
Zwede liegt die Überwindung ihrer Bejchränktheit.
Machtireben und Erwerbäftreben gehen nun ineinander
über: der Kabitaliftifdhe Unternehmer, denn fo nennen wir die
neuen WirtfchHaftsjuhjekte, erftrebt die Macht, um zu erwerben,
und will erwerben um ber Macht willen. Yır wer Macht be:
bt, fann erwerben: und wer erwirbt, verarößert feine Macht.