76 Überblid über d. gefchichtl. Entwidlung d. Gewerbemwefens.
II. Die Geitaltung der gewerbliden Produktion im
Beitalter des Frühkabitalismus.
ı. Um Ende der frühkapitaliftijchen Periode, alfo in den
öfonomijcdh fortgejchritten]ten Ländern wie Frankreich und
England um die Mitte des 18. Jahrhunderts, in rücjtändigen
Ländern wie Deut/hland noch um die Mitte des 19, Kahr-Hunderts
 ift die große Mehrzahl der Gemwmerbe noch handwerfämäßig
 vraanifiert. Doch hat der gewerblidhe Kapitalismus
 bereits einen beträchtlidhen Teil der gewerblichen Produktion
 ‚erobert,
Die Zweige gewerblicher Produktion, deren fich der Kapitalismus
 zunächit bemächtigt, {ind zum Teil foldhe, die ganz
neu in das Wirt] hHaftsleben eingeführt werden. Hierher gehört
die Herftellung von Porzellan, von Papier, hierher gehört auch
der BuchHdruck. € ift erfichtlih, daß der Entfaltung kapitaliftiihen
 Wejenz auf diejen Gebieten, wo keine Handwerksinterejfen
 verleßt wurden, die .geringjten Schwierigkeiten fich
entgegenitellen, Wber auch auf Gebiete griff der gewerbliche
Stapitalismus fcdhon frith hinüber, die bereits von dem Handwert
 oder aber von bäuerlichem Eigengewerbe innegehabt murden.
 Doch Handelt es fih bis in das 19. Jahrhundert hinein
immer nur um einige wenige ©emerbe, die aus einer Dorkapita-[iitifchen
 in die Kapitali{ti/de Organifation übergefüihrt werden.
6 find diejenigen Gebiete, die dem primitiven Kapitalismus
 am bequemften Jind, Gebiete einförmiger Produktion mit
verhältnismäßig großem Abjaß, deshalb mit Vorliebe folche
Gewerbezweige, die für ein größeres Marktgebiet von jeher
produziert Hatten, infonderheit diejenigen, die wir Heute als
Exportinduftrien bezeichnen. Die zuerft von dem Kapitalismus
eroberten Zweige des Gewerbemwefens [ind der Bergbau, einige
andere Zweige der Montaninduftrie, {ind ferner einzelne Teile
der Textilinduftrie, der Metallinduftrie und der Holzinduftrie.
In diefen beiden Indufirien Handelt es fich jedoch bis in die
neuere Zeit hinein um verlchwindende Teile des Gelamt-