96 Die Örundlagen der hochkapitaliftildhen Wirtfchaft.

übertragen fein muß, ehe eine }0 Hohe Kraftentfaltung, wie fi
beifpielsweije in der Spannung des Wafferdampfes erziel
werden Kann, eine prafti{che Wirkung finden kann: erft mußt
die Spinnmaf[chine den Spinnprozeß von den menfchlichen O1
ganen auf ein Spftem toter Aörper übertragen haben, ehe ein
Kraft Nuben bringen Konnte, die dreitaufend Spindeln ang
treiben vermag. Worin die {pezififch befreiende Wichmng de‘
Dampfes als treibende Kraft — verglichen mit Wind un)
Waller — fih äußert, wurde bereits ausgeführt.
Des weiteren aber ijt e&amp; eine großartige Emanzipatiot
von Raum und Zeit, die ein Verzicht auf die Mitwirkung
organifierter Materie im Gefolge hat. Bom Raum, den alle
Pilanzenwuchs beanfprucht und der nun entbehrlich wird
wenn aus mineralijchen oder Jonftigen anorganifchen Stoffel
Sebranuchsgüter hergeftellt werden, die denjelben Dienft ver
vichten wie ehedem das Holz, das im Walde fichH ausbhreitett.
Dder das Tier, Das zu [einer Fütterung ein Stüc Erdoberfläct
bedurfte. Man kann etwa folgende Rechnung aufjtellen: Un
der Erde wurden im Jahre 1926 106 Millionen Pferde ge
zählt; die mit Hafer beftandene Fläche betrug 59 Millione*
Hektar. Dagegen belief fich die Zahl der in den Lokomotive!
der Erde gebundenen Pferdekräfte auf 110 Millionen. Rechner
wir die Dampfpferdefraft gleich 3 natürlidhen Pferdekräften
io wären 330 Millionen Pferde erforderlich, um die Dampf
fräfte der Lokomotiven zu erfeben, alfo mehr als dreimal
[oviel als der Heutige Pferdebejtand beträgt. Da auch die heut
lebenden Pferde notwendige Arbeit verrichten, jo wären ohm
die Lokomotiven etwa 440 Millionen Pferde notwendig. Di
Weltanbanufläche für Hafer müßte alfo auf etwa 250 Millionet
Hektar, D. h. um etma den fünffachen Umfang des Deutfchet
Neiches, ausgedehnt werden, wollte man die in den Lofomo
tiven wirfjamen Dampfpferdekräfte durch natürliche Pferde et
jeben. Dabei ift das Areal, das der Heuerzenaung dient, nod
nicht einmal mit gerechnet.