„Wir erkennen die Wurzel des Uebels im menschlichen Willen, Wir bekräftigen daher unsere Ueberzeugung, daß dieser Wille dem hohen und heiligen Gotteswillen unter- worfen werden muß. dem zu dienen vollkommene Freiheit bedeutet.“ Andererseits kann darüber natürlich kein Zweifel be- Stehen, daß ein Zusammenschluß Gleichgesinnter, der einer Sozialen Besinnung dient, bestimmt nicht unevangelisch ist. Es gilt auch bei sozialen Einsichten der Grundsatz: Wir müssen geben, weil wir empfangen haben, damit wir be- sitzen. Solche Zusammenschlüsse können förderlich, ja Sogar erzieherisch sein. Nur dürfen wir aus solchen Or- Zanisationen keine Götzen machen. Es soll dabei aber Nicht vergessen werden, daß solche Vereinigungen nicht zu verwechseln sind mit den oben von uns abgelehnten organi- Ssatorischen Zwangswirtschaftsformen, in denen ein sitt- licher Gedanke verwirklicht werden soll. * Nun sei mir zum Schluß noch ein ganz ernstes Wort gestattet. Hinter dem ethischen: Du sollst! steht für den Christen Gott! Die Freiheit des sittlichen Gedan- kens in der Wirtschaft ist nur tragbar, wenn die Wirklich- keit Gottes als eine tiefe Unruhe, und Kraft empfunden wird. Lilje hat in seinem Buch: Das technische Zeit- alter (Furche-Verlag, Berlin) den Versuch einer biblischen Deutung des Geistes der Technik unternommen. In diesem Buche ist mit aller Deutlichkeit vom Schöpferglauben aus die Technik „ihrem Wesen nach gut“ dargestellt. Dieser Gedanke ist nicht neu. Schon Naumann, der den Eiffelturm in Paris das „Heldengedichtausreinem Metall“ bezeichnet hat, wünschte, daß an einem Sonntage im Jahre in den Kirchen über den Segen der Maschine ge- Fredigt würde, Wertvoll und zur letzten Besinnung über die Freiheit des sittlichen Gedankens in der Wirtschaft un- erläßlich sind vom evangelischen Standpunkt aus indessen folgende Gedanken, die von Lilie besonders überzeugend ausgeführt sind: Es ist eine tragische Last der Technik, daß unter den Händen der Menschen immer aufs neue eine Gabe der Schöpfungsordnung Gottes zu einer dämoni- schen Lawine wird, unter der Lebensfreude, Gesund- heit und Seelenfreude vieler zermalmt werden, so daß den feinfühlenden Menschen immer ein Gefühl der Gesamtschuld belastet; aber über dem allen leuchtet die Verheißung der geschehenen Weltversöhnung in Jesus Ch ristus. „Das eiserne Zeitalter wird uns unwidersprechlich lehren, daß wir im Grunde nur aus der Gnade Gottes leben können.“ Dieses evangelische Erlebnis der Gnade ist die tiefste Er- schütterung und die letzte Antwort Gottes an die einzelne Menschenseele, die um die Verwirklichung des sittlichen Gedankens in der Wirtschaft ehrlich ringt. Die Gnade Gottes ist die letzte Wahrheit, die wirklich frei macht!