die Unternehmer in den Kartellen nichts anderes tun wie sie selbst ‚in den Gewerkschaften, and wenn sie dadurch etwas mehr Verständnis für die Einheitlichkeit der heutigen Wirt- schaftsordnung und ihre allgemeinen Grundlagen Gate, könnte das für den sozialen Frieden nur förder- ich sein Aber freilich, wenn die „Wirtschaftsdemokratie“ glaubt. Jaß die Arbeitervertreter in den Kartellen die Interessen der Gesamtwirtschaft zum Ausdruck bringen wer- den, so zeigt schon die bisherige Erfahrung, daß das nicht zutrifft. Wır haben ia schon seit 1910 bzw. 1919 die Ver- treter der Arbeiterschaft in den Zwangskart ellen der Kali- und Kohlenindustrie, Prof. Adolf Weber bringt aber in seiner ausgezeichneten Schrift: Fnde des Kapitalismus (S. 81) einige Aeußerungen von Sozialisten selbst, daß man nicht erwarten dürfe, die Arbeitervertreter würden in den Gemeinwirtschaftskörpern immer. das Allgemeininteresse vertreten. Dabei bleibt noch offen, ob, selbst wenn sie glauben, es zu vertreten. tatsächlich die Meinung der Volksmehrheit mit ihnen über- einstimmt. Jedenfalls ist es nicht richtig, wenn die Verfasser von „Wirtschaftsdemokratie“ die Vertreter der Arbeiterschaft im Reichskohlen- und Kalirat one weiteres als Vertreter des Verbrauches hinstellen. und $. 50 geben sie dann auch selbst zu, „daß für die Vertreter der fachlichen Arbeiter- schaft aus der Verkoppelung zwischen Preis- und ‘'Lohnifrage sich ernste Probleme er- geben“. Sie fordern deshalb „eine Verstärkung des Ein- usses von Arbeitervertretern, die nicht unmittel- bar an den Lohniorderungen der betreffenden Industrie beteiligt sind, natürlich bei gleichzeitiger Aufrechterhal- :ung der Beteiligung der fachlichen Kräfte“, Aber wir wollen sie doch nicht aufrechterhalten die ıunbegründete Auffassung, als ob die Arbeiter über- haupt die zeyebenen Vertreter der Verbraucher seien, und erst recht der „Gesamtwirtschaft“ Wenn man schon glaubt, Vertreter der Gesamtwirtschaft der des Gemeinwohles in den Kartellen nötig zu haben. dann sind sicherlich volkswirtschaftlich' gut ausgebildete Beamte besser als alle Vertreter von Interessengruppen. Die Empfehlung der Arbeiter dafür hat jedenfalls mit Demokratie sehr wenig zu tun. NT Wirtschaftsdemokratie in dem Sinne, wie die Verfasser jenes Buches sie verstehen. ist — das erkennen sie selbst sehr wohl — nur durch den Staat möglich. Und zwar nur in einem Staate, der aus- 15