führen, und damit zu den bekannten Schwierigkeiten der Finanzierung und den sonstigen Gefahren, die sich aus jeder Festlegung von Kapitalien gegenüber Absatzschwankungen ergeben. Die Frage hat aber noch eine genossenschafts- theoretische Seite; sicherlich ist die Zeit der reinen und für sich allein bestehenden Umschlagsgenossenschaften herum, sie werden weit mehr Kapitalien investieren müssen als zuvor, bzw. sich einer Zentrale. anschließen, die die nötigen Kapitalien investiert, aber man darf auch nicht ver- gessen, daß die vermehrte Eigenproduktion diesen Prozeß in einem Ausmaße beschleunigt, daß man sehr wohl von einem Wandel der genossenschaftlichen Or- ganisation sprechen kann. Die Anlagen werden ins Riesenhafte wachsen‘ und damit immer un- kontrollierbarer durch die Gesamtheit der Genossen werden. Dabei besteht immer noch ein Ge- nossenschaftsgesetz, und das ist auf der tätigen und freudigen Mitarbeit der einzelnen Genossen auf- gebaut. Das Gesetz machte zwar schon eine Konzession an die veränderten Größenverhältnisse, von einer be- stimmten Mitgliederzahl. ab kann das Stimmrecht der Ge- nossen in der Generalversammlung durch Beauftragte aus- geübt werden. Aber der Tatsache, daß zwischen den ein- zelnen Genossen und den meisten Riesenbetrieben keinerlei Beziehungen mehr bestehen, wird, und daß man vielleicht juristisch aber nicht mehr praktisch von einem gemein- samen Geschäftsbetrieb im Sinne des $ 1 G. G. sprechen kann, dürfte. die heutige Struktur des Genossen- schaftsgesetzes nicht mehr entsprechen. Unter den sozialökonomischen Vorteilen, die man der Eixenproduktion zuschreibt, verdienen einige besondere Be- achtung, so z. B. daß Unternehmertätigkeit ge- spart wird und damit Untervehmerlohn, wobei man sich allerdings klar ist, daß es nur die spekulative Unternehmertätigkeit ist, auf die verzichtet werden kann, während die Tätigkeit dispositiver und rechnen- der Art auch von der Eigenproduktion auszuüben ist. Dem sei jedoch entgegengehalten, daß man dieser spekulativen Unternehmertätigkeit nur SO- lange entraten kann, als die freie Wirtschaft diese Tätigkeit ausübt. Es ist dies übrigens nicht die einzige Funktion, die die Konkurrenzwirtschaft zugunsten der Eigenproduktion aus- übt; Adolf Weber („Allgemeine Volkswirtschaftslehre‘‘) führt ganz richtig aus, daß die Stärke der Genossenschaften in erster Linie darin besteht, daß der Preis, der Lohn der Zins, mit denen sie rechnen, in der Konkurrenzwirtschaft und durch diese bestimmt werden, Ferner soll für das von der Genossenschaftsbewegung erfaßte Gebiet die spekulative Erwerbswirt- schafteingeengt und dadurch vor Krisen durch Ueber- produktion usw. geschützt werden. Ebenso wird die Mög- lichkeit behauptet, erhöhte Sozialpolitik zu treiben, den Arbeitsmarkt in zünstigem Sinne zu beeinflussen usw. Der Q1