Fs sei also zusammenfassend gesagt, daß die soziali- ;ierten Baubetriebe in der Praxis als privatwirtschaftlich aufgezogene Frwerbsunternehmungen privatwirt- schaftlich handeln, aber gemeinwirt- schaftlich reden. Die - Privatwirtschaft erstrebt bei dieser Feststellung nichts anderes, daß auch diesen Gebilden gegenüber die freie Konkurrenz obwaltet. Es muß iedes Eingreifen der 5ffentlichen. Organe zugunsten einer Gruppe von Bewer- bern abgelehnt werden. Was die Gewerkschaften und die ihnen angeschlossenen Einrichtungen mit den Mitteln machen. die sich bei ihnen ansammeln, ist für die Privat- wirtschaft ein beachtlicher Vorgang, der sie aber keines- talls veranlassen sollte, Hemmungen zu bereiten, wenn Sonderstellungen und Sondervorteile in Gesetz und öffent- licher Verwaltung unterbleiben. Um Form und Wesen der Handelskammer. Von Dr. Wilden, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf. Der Idee der Wirtschafitsdemokratie soll auch die Han- delskammer ein Opfer bringen. Körper und Geist will man zur Hälfte Arbeitern und Angestellten geben. Nach dem von Fritz Naphtali im Auftrage des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes beschriebenen‘ „Prinzip der Wirtschaftsdemokratie“ gilt fürderhin die Unter- ordnung jeder wirtschaftlichen Tätigkeit unter die Inter- essen der Allgemeinheit. Das bedeutet für Naphtali außer den anderen Zielen die „paritätische Vertretung der Arbeiterschaft in allen Körperschaften, denen wirtschaftspolitische Fumk- tionen durch Staat oder Gemeinde übertragen werden‘. Nicht minder bestimmt drückt sich der, christliche Ge- werkschaftsführer A. Stegerwald aus. Dieser hat sich jüngst in einem Rundfunkvortrage sc geäußert daß die deutsche Arbeiterschaft. einmütig den Menschen im Mittelpunkt der Wirtschaft und als deren Ziel sehen will. „Die Wirtschaft ist,“ so‘ sagt Stegerwald, „für den Sitt- lichen Menschen Mittel zum Zweck, Bedingung für das Ge- deihen der sittlichen Kultur. Darum wird eine bessere, das heißt die menschlichen Bedürfnisse reichlicher und ge- rechter befriedigende Wirtschaft angestrebt. Der deutsche Arbeiter trachtet ebenso wie andere Gesellschaftsschichten auch nach pessönlichem Eigentum. Das Kollektiv- sigentum der sozialen Versicherungsträger und das- ijenige in den Produktiv- und Konsumgenossenschaften er- scheint ihm als nicht ausreichend. Auch der Arbeiter strebt nach. einer freien Entwicklung und Entfaltung seiner Persönlichkeit. Er will nicht lediglich Obiekt, sondern Subiekt der Wirtschaft sein. Er betrachtet sich ebenso wie 153