Die gewerbliche Arbeit u. ihre Organisation.

Verfolgen wir die Menschheit auch auf diesem Ent—
wicklungsgange und suchen wir die einzelnen Stationen
dieser via crucis uns zu vergegenwärtigen, so wird unser
Augenmerk zunächst auf einen Vorgang gerichtet sein müssen,
in dem sich die Methoden des Arbeüens selbst vervoll—
kommnen. Ich meine die Art und Weise, wie sich die
bloße Fähigkeit entwickelt, die Gliedmaßen, also so gut wie
ausschließlich die Hände für die Bearbeitung der Sachen
durch allerhand ingeniöse Hilfsmittel geeigneter zu machen.
Daß auch dabei die Finger nur die willig gehorchenden
Organe des erfinderischen Hirnes sind, braͤucht nicht be⸗
sonders betont zu werden.
Da ist es nun vor allem ein Differenzierungsprozeß
der Arbeitsaufgaben und damit der Arbeitsleistungen, in
denen sich die menschliche Arbeitskunst verfeinert und läutert.
Mit fortschreitender Kultur mehren sich einmal die von der
menschlichen Arbeit zu bewältigenden Probleme: es werden
immer neue Güter in den Bereich unserer Bedarfsbefrie⸗
digung gezogen und schon dadurch bereichert sich die Skala
unseret Arbeitsverrichtungen. Von der ursprünglich einzigen
und einheitlichen Arbeitsleistung: dem Aufkratzen der Erde
zu einer Höhlung bis zu der tausendfach differenzierten ge—
werblichen Tätigkeit unserer Tage ist ein weiter Gang, den
die menschliche Arbeitskunst zurückgelegt hat. In diesem
Entwicklungsgange ist nun aber zwischen zweierlei zu unter—
scheiden: zwischen der Differenzierung der Arbeitsver—
richtungen, die durch eine Vermehrung der Produkte hervor⸗
gerufen ist und derjenigen Differenzierung, die gleichsam
von innen heraus durch eine bewußte Zerlegung der Arbeit
in ihre einzelnen Teilverrichtungen entstanden ift.
Es handelt sich zunächst nur um die Tatsache, daß die
Kunst des Arbeitens dahin fortgeschritten ist, eine Summe
von Teilarbeiten aufzulösen, so daß' nun jede Teilarbeit als