10 Die gewerbliche Arbeit u. ihre Organisation.

an Stelle vollwertiger Totalleistungen zu nutzen: durch die
Zerlegung des Gesamtproduktionsprozesses in einzelne
Teile entstehen viele Teilarten, zu deren Ausführung Kinder,
Weiber, Greise, Krüppel und geistig Arme gleichermaßen
sich eignen wie vollwertige Arbeitskräfte mit Kraft und
Geschick; entstehen aber auch so vielerlei Teilarbeiten, daß
die qualitativ unterschiedliche Begabung der Menschen zu
voller Berücksichtigung zu gelangen vermag. Die Abbeits—
zerlegung verselbständigt gleichsam die Teilprozesse; sie ge—
stattet dadurch das, was früher nur nacheinander denkbar
war, nebeneinander zu legen: die gleichzeitige Inangriff—
nahme sämtlicher Arbeitsverrichtungen eines Gesamtprozesses
wird möglich. So lange es nur ein „Spinnen“ gibt, kann
dieser Gesamtprozeß immer nur als Ganzes zu gleicher Zeit
begonnen werden. Nun das „Spinnen“ in seine Bestand—
teile aufgelöst ist, kann à tewpo nebeneinander kardiert,
gestreckt, vor- und feingesponnen werden: eins der wesent⸗
lichsten Momente für die Beschleunigung des Produktions—
prozesses.
So wichtig ist dieses Verfahren der Arbeitszerlegung
dank der daran sich knüpfenden Moöglichkeiten zweckmäßiger
Arbeitsorganisationen, daß es uns nicht in Erstaunen setzt,
wenn wir die Okonomen, die das Prinzip der Arbeits—
zerlegung freilich in etwas gebrochenem Zustande als so⸗
genannte „Arbeitsteilung“ erspäht hatten, durch den Glanz
dieser folgenreichen Methode so sehr geblendet sehen, daß
sie lange Zeit für andere analoge Verfahrungsweisen zur
Ausgestaltung der Arbeitskunst gar keinen Blick hatten.
Und doch gibt es deren noch manche. Bestimmte Methoden,
das zu ver⸗ oder bearbeitende Material in einer vorbedachten
Weise zurechtzulegen, damit, wenn dann die Arbeit vor—
genommen wird, ein Maximum von Effekt herausspringt.
Diese vier Arten, sagen wir der Materialanordnung, sind: