12 Die gewerbliche Arbeit u. ihre Organisation.

wegwerfen eines Steines als Hilfsmittel für schlagende
oder kratzende Bewegung finden wir auch bei höheren Tieren
— als somit die Vermittlungsrolle jenes äußeren Dinges
der Natur bei der eigenen prodnktiven Tätigkeit vom
Menschen kausal teleologisch erfaßt und zum ständigen Besitz—
tum seiner Vorstellungswelt gemacht war: da war das erste
Werkzeug auf Erden erschienen, jene Schöpfung, an die im
Verein mit Sprache und Religion die Menschwerdung an—
zuknüpfen man sich mit Recht gewöhnt hat, da in ded Tat
alle Entwicklung zur höheren Intelligenz sich gleichsam an
dem Werkzeuge emporrankt, seit dessen Nutzung der Mensch
im Kampfe ums Dasein aufhört, seinen Körper und seine
Gliedmaßen umzuformen, um bloß noch seine geistigen
Fähigkeiten weiter zu entwickeln.
Überblicken wir den Entwicklungsgang, den das Werk—
zeug im Laufe der Jahrtausende genommen hat, so finden
wir ihn parallel verlaufen demjenigen der Arbeitsver—
richtungen und Arbeitsleistungen, die wir kennen. Aus
einem oder wenigen höchst einfachen und unvollkommenen
Werkzeugen, die in unbestimmter Allgemeinheit gleichsam
alles in allem waren, lösen sich immer neue und neue
Formen los, differenzieren sich die Funktionen der einzelnen
Werkzeuge zu immer größerer Mamnigfaltigkeit. Es ist
dieselbe Erscheinung, die wir auch bei der Entwicklung der
Tiergestalten und der Sprache beobachten: die Vermannig—
faltung des Gebrauchs schafft immer neue Formen, die sich
immer vollkommener den einzelnen Gebrauchsakten anpassen.
Aus der primitiven Spitzhacke oder der mit einer breiten
Schärfe versehenen Hacke entwickeln sich langsam die Axt,
der Hammer, das Messer, der Meißel, die Säge, der Bohrer
und was sonst an Prototypen späterer Werkzeugskategorien
zu nennen wäre. Und in dem Maße, wie sich das Prinzip
der Arbeitszerlegung durchsetzt, verfeinert sich innerhalb