24 Die gewerbliche Arbeit u. ihre Organisation.
nis von den Zusammenhängen der bisherigen Verfahrungs⸗
weisen; an Stelle des Probierens tritt das Experiment,
aus dem Finder wird der Erfinder und das Erfinden selbst
aus einer gelegentlich geübten dilettantischen Beschäftigung
geistvoller Pfarrer und ingeniöser Barbiere zu der berufs⸗
mäßigen Tätigkeit gelehrter Fachmänner. Man ermesse, wie
sie das Tempo der Neuerungen in einem aller Empirie
unbekannten und unerreichbaren Maße zu steigern imstande
sein mußte.
Aber nicht nur werden die Zufälligkeiten des Bestandes
und der Vermehrung technischen Könnens durch die Nutz⸗
barmachung der Wissenschaft beseitigt: es verschwinden auch
die Zufälligkeiten der Ausführung mehr und mehr. Das
technische Können wird sicherer, kontrollierbarer, exakter.
Begreiflicherweise. Denn nun, da alle Zusammenhänge des
Produktionsprozesses begriffen werden, ist es erst moͤglich,
Schädlichkeiten planmäßig zu vermeiden oder auszumerzen,
Lücken dort auszufüllen, wo das Verfahren solche aufweist.
Ganze Industriezweige sind erst zu rechter Blüte gelangt,
nachdem die Chemie und neuerdings die Bakteriologie Mittel
an die Hand gaben, mit Stetigkeit unter Meidung aller
vorher unkontrollierbaren Störungen die Produktion zu
bollziehen. Man denke an die Brauerei. Zahlreiche Meß—
werkzeuge spezieller Art und Dimensionierung, eigentüm—
liche Kontrollvorgänge, präzise Indikatoren, Registrierappa—
rate, chemische Proben, physikalische Hilfsvorrichtungen, wie
z. B. Polarisationsinstrumente, Spektroskope, Manometer,
Bremsdynamometer usw. stehen der modernen Technik gegen—
wärtig zur Verfügung, um jene Sicherheit in der Ausführung
der Produktion zu erreichen.
Die letzte Bemerkung führt uns schon hinüber zu der
andern Frage: der Bedeulung, welche das materiale Prinzip
der modernen Technik für die Praxis hat. Denn offelbar