26 Die gewerbliche Arbeit u. ihre Organisation.

Kann man in diesem Falle sagen, daß die mechanische
Technik den Arbeitsprozeß von der qualitativen Beschränkt—
heit alles Organischen emanzipiert, so beobachten wir in
andern Fällen, wie es die von der organischen Natur in
dem körperlichen Ausmaß ihrer Individualitäten gezogenen
Schranken der quantitativen Leistung sind, die die moderne
Technik durchbricht. TDarin liegt doch wohl die prinzipielle
Bedeutung der Verwendung mechanischer Kräfte, daß sie
eine beliebige Häufung von Energie und deren unbehinderte
Konzentration auf einen Punkt zulassen, während der mensch—
liche und tierische Organismus nur immer über eine be—
schränkte Menge von Kraft verfügt, die sich auch schwer
durch ein Zusammenwirken mehrerer Organismen vergrößern
läßt. Es ist selbstverständlich, daß erst die Arbeitsver—
richtung selbst einer (Arbeits-) Maschine übertragen sein muß,
ehe eine so hohe Kraftentfaltung, wie sie beispielsweise in
der Spannung des Wasserdampfes erzielt werden kann,
eine praktische Wirkung finden kann: erst mußte die Spinn—
maschine den Spinnprozeß von den menschlichen Organen
auf ein System toter Körper übertragen haben, ehe eine
Kraft Nutzen bringen konnte, die dreitausend Spindeln an—
zutreiben vermag. Worin die spezifisch befreiende Wirkung
des Dampfes als treibender Kraft — verglichen mit Wind
und Wasser — sich äußert, wurde bereits ausgeführt.
Des weiteren aber ist es eine großartige Emanzipation
von Raum und Zeit, die ein Verzicht auf die Mitwirkung or—
ganisierter Materie im Gefolge hat. Vom Raum, den aller
Pflanzenwuchs beansprucht und der nun entbehrlich wird,
wenn aus mineralischen oder sonstigen anorganischen Stoffen
Gebrauchsgüter hergestellt werden, die denselben Dienst
verrichten wie ehedem das Holz, das im Walde sich aus—
breitete, oder das Tier, das zu seiner Fütterung ein Stück
Erdoberfläche bedurfte. Man kann etwa folgende Rechnung