Die Prinzipien der modernen Technik im besonderen. 27

aufstellen: Im Königreich Preußen wurden am 1. Dezember
1900 2913003 Pferde gezählt. Von der Ackerfläche in
Preußen waren 1900 2697572,8 ha mit Hafer bestanden,
das ist annähernd ein Sechstel. Die Lokomotiven, die in
Deutschland fahren, repräsentieren mehr als 8 Millionen
lebendige Pferdekräfte; rechnen wir davon 5 Millionen auf
Preußen, so müßte (um sie zu ernähren) das Haferland
fast verdoppelt werden (wenn wir einmal von der Heu—
fütterung ganz absehen) d. h. mindestens ein Viertel der ge—
samten Ackerfläche, die jetzt anders genutzt werden kann,
müßte zur Erhaltung des Pferdebestandes hergegeben werden.
Wo aber sollte alles das Holz wachsen, das etwa das heute
verbrauchte Eisen zu ersetzen hätte? Alle Wälder der Erde
müßten abgeholzt werden und würden dennoch nicht hin—
reichen, den Bedarf zu decken. Ganz abgesehen davon, daß
ökonomisch eine enorme Verteuerung des Materials ein—
treten müßte, die schon längst vor der physischen Erschöpfung
der Verwendung Einhalt tun würde. Im Rahmen unserer
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Höhe erreichen, wenn die Technik nicht bis zu einem ge—
wissen Grade emanzipierte, daß eine wirlschaftliche Ent—
wicklung, wie sie das 19. Jahrhundert erlebt hat, ganz
undenkbar wäre. In Rücksicht auf die Zeit wirkt die mo—
derne Technik emanzipatorisch, insofern sie zunächst, was
wir schon feststellen konnten, die organischen Schranken des
tierischen oder menschlichen Organismus durch Erzielung
größerer Geschwindigkeiten bei der Gütererzeugung oder im
Transport durchbricht. Aber auch überall dort aͤußert sich die
nämliche zeitersparende Wirkung, wo das natürliche Wachs—
tum der Pflanze oder des Tieres entbehrlich gemacht wird,
also wiederum ein Ersatz pflanzlicher oder tierischer Orga⸗
nismen durch anorganische Gebilde. Um aberinals das
wichtige Beispiel des Eisens heranzuziehen: der Tragbalken