Die Organisation der gewerbl. Arbeit in den Betrieben. 29

darin besteht, daß nicht mehr die Maschine die Handarbeit
oder gar die Natur nachzuahmen sucht, sondern bestrebt ist,
die Aufgabe mit ihren eigenen, von den natürlichen oft völlig
verschiedenen Mitteln zu lösen. Ist aber einmal, erst die
Schranke des Gebundenseins an die Naturbeschaffenheit der
menschlichen Organe gefallen, so eröffnen sich dem technischen
Können unermeßliche Weiten. Und darin liegt vor allem
die epochale Bedeutung, die wir dem Eintritt der Wissen—
schaft in den Dienst der Technik zuschreiben müssen. Tie
Produktion wird jetzt eine Synthese beliebiger Stoffe und
Kräfte, wie sie für menschliche Zwecke geeignet sich darbieten.
Die Neuerschaffung der Erde nimmt damit ihren Anfang;
und dieselbe Wissenschaft, die uns von dem lange innege—
habten Herrscherthrone herabgestoßen und in unserer ganzen
Nichtigkeit geoffenbart hat, sie hat uns gleichzeitig die Wege
gewiesen, wie wir von neuem die Welt (freilich immer nur
die Welt des äußeren Scheins) erobern, wie wir die einge—
bildete und verlorene Herrenschaft verschmerzen können da—
durch, daß wir uns eine wirkliche Herrschaft (freilich immer
nur über die Welt des äußeren Scheines) neu erringen.

II. Kapitel.

Die Organisation der gewerblichen Arbeit in
den Betrieben.

J. Allgemeines.

Damit die gewerbliche Arbeit ihrem Zweck entsprechen
kann, d. h. zur Hervorbringung nützlicher Güter zu dienen
vermag, muß sie, wie alle wirtschaftliche Arbeit, einer be—
stimmten Ordnung unterworfen werden. Dies erfolgt in
den Betrieben. Unter Betrieb können wir eine Veranstal⸗
tung zum Zwecke fortgesetzter Werkverrichtungen verstehen.