30 Die gewerbliche Arbeit u. ihre Organisation.
Wenn wir die einzelnen Betriebe nach ihrer Verschiedenheit
sondern wollen, so ergibt sich als nächstliegendes Unter—
scheidungsmerkmal die Größe, insbesondere die in einem
Betrieb, zusammengefaßte Anzahl tätiger Personen. Das
Kriterium der Größe, bezw. der Personenzahl ist das be—
quemste und für die gröberen Zwecke der Erkenntnis auch
ein hinreichend klares Merkmal. Naturgemäß bedient sich
seiner vor allem die Statistik; nach ihr haben wir uns ge⸗
wöhnt, sogenannte Klein-, Mittel- und Großbetriebe zu
unterscheiden. Die deutsche Gewerbestatistik insbesondere
nennt Kleinbetriebe alle diejenigen, welche weniger als fünf,
Mittelbetriebe diejenigen, welche zwischen sechs bis zehn
Personen, Großbetriebe diejenigen, welche über zehn Per—
sonen beschäftigen.
Für eine tiefere wissenschaftliche Analyse genügt jedoch
das Merkmal der Größe, bezw. der Personenzahl für die
Bestimmung der verschiedenen Betriebsformen nicht. Zu
diesem Behufe empfiehlt es sich vielmehr, als Einteilungs—
prinzip ein solches zu wählen, welches das innerste Wesen
der Betriebsgestaltung am besten zum Ausdruck zu bringen
vermag. Als solches erscheint die Art und Weife, wie die
Produktionsfaktoren in einem Betriebe angeordnet sind.
Die Produktionsfaktoren, die Objekte der Anordnung
in einem Betriebe werden können, sind die menschliche Ar—
—DOD—
persönlichen, diese als den sachlichen Produktionsfäktor be—
zeichnen. Die „äußere Natur“ ist aber eine zu weite Um—
schreibung, als daß wir nicht das Bedürfnis fühlten, etwas
genauer zu sagen, was darunter zu verstehen sei. Die Natur
erscheint in jedem Produktionsvorgange 1. als Arbeits—
bedingung, 2. als Arbeitsgegenstand, 3. als Arbeitsmittel.
In ihrer ersteren Funktion schafft sie die sachlichen Be—
dingungen produktiver Arbeit, ohne die überhaupt keine