32 Die gewerbliche Arbeit u. ihre Organisation.

Gefäßsystem der Produktion bezeichnet werden kann“. Sämt—
liche Bestandteile des sachlichen Produktionsfaktors können
wir auch Produktionsmittel im weiteren Sinne nennen und
unter ihnen diejenigen als Produktionsmittel im engeren
Sinne unterscheiden, die bereits Arbeitsprodukte sind. Wir
werden im folgenden, wo nichts besonderes gesagt ist, von
Produktionsmitteln in jenem weiteren Verstande als dem
Inbegriff sämtlicher sachlicher Produktionsfaktoren sprechen
und also alle Betriebsanordnung in der Ausstattung der
menschlichen Arbeitskraft mit den für die Zwecke der Pro—
duktion geeigneten Produktionsmitteln sich erschöpfen lassen.
Alle Organisation menschlicher Arbeit beruht, seitdem
die allerersten Anfänge planmäßigen Produzierens über—
wunden sind, auf nur zwei verschiedenen Prinzipien: auf
der Spezialisation und der Kooperation. Nichts anderes
vermag der Mensch zu ersinnen, als diese beiden Organisa—
tionsprinzipien, die auch der vollendetsten Betriebsanord—
nung, freilich in mannigfacher Kombination, allein zugrunde
liegen.
Unter Spezialisation verstehe ich diejenige Art der An—
ordnung, welche einem und demselben Arbeiter gleiche,
wiederkehrende Verrichtungen dauernd zuweist. Sie ist also
diejenige Form der Organisation, in der das arbeitszerlegende
Verfahren recht eigentlich erst nutzbar gemacht wird. So
lange dieses Verfahren von einem Arbeiter angewandt
wird, so lange bleiben seine produktivitätssteigernden Vor—
züge noch wesentlich latent. Erst wenn der eine immer
dasselbe tut, brechen sie mächtig hervor. Nun müssen wir
uns aber darüber klar sein, daß der Grad der Spezialisation
ein außerordentlich verschiedener sein kann. Es war eine
Anwendung des Prinzips der Spezialisation, als zuerst die
Schmiedearbeit oder die Töpferei dauernd von demselben
Arbeiter ausgeübt wurden, und es ist nur ein Gradunter—