Die gesellschaftlichen Großbetriebe. 37
wie wir sie also auch nennen können, unterscheiden wir nun
zwei verschiedene Arten: die Mannfaktur und die Fabrik.
Unter einer Manufaktur verstehe ich denjenigen ge—
sellschaftlichen Großbetrieb, in dem wesentliche Teile des
Produktionsprozesses durch Handarbeit ausgeführt werden.
Es gehört also zum Wesen der Manufaktur das Moment
der Größe, das Moment der Gesellschaftlichkeit des Be—
triebes und das Moment des handarbeitenden Verfahrens
in entscheidenden Partien des Produktionsprozesses. Die
Manufaktur ist entweder eine übergangsform zu demjenigen
gesellschaftlichen Großbetrieb, den ich als Fabrik bezeichne
und hat als solche in sehr vielen wichtigen Industrien
funktioniert, die dann später zur Fabrik übergegangen sind.
Hierher gehören bedeutsame Zweige der Textilinduftrie und
aus der neueren Zeit etwa der Schuhwareuindustrie, der
Konfektion und andere. Falsch wäre es jedoch aus dieser
Tatsache den Schluß zu ziehen, daß es eine notwendige
Entwicklung sei, die die gewerblichen Betriebe nacheinander
die Stufe der Manufaktur und später der Fabrik durchlaufen
ließe. Das wäre eine doppelt falsche Annahme. Erstens
braucht nämlich ein fabriksmäßiger Betrieb keineswegs
immer vorher eine manufakturmäßige Organisation gehabt
zu haben, sehr viele mechanische und die meisten chemischen
Fabriken find hierfür als Belege anzuführen. Zweitens
aber ist es nicht richtig, daß die Mannfaktur gegenüber der
Fabrik stets eine unvollkommene Entwicklungsstufe dar—
stelle. Beide Betriebsformen können vielmehr durchaus
gleichwertig nebeneinander bestehen, so daß also die Ent—
wicklung zwei Höhenpunkte haben kann: Fabrik und
Manufaktur, denn als Endpuukt einer Entwicklung der
Betriebsgestaltung erscheint die Manufaktur dort, wo in den
Formen eines gesellschaftlichen Betriebes Raum für die
schöpferische Individualität des einzelnen Arbeiters bleiben